Wasserbeschaffungsverband Thomasberg: Neue Rohre für frisches Wasser

Wasserbeschaffungsverband Thomasberg : Neue Rohre für frisches Wasser

Auf der L 83 zwischen Thomasberg und Ittenbach müssen sich Verkehrsteilnehmer zurzeit an einer Baustellenampel in Geduld üben. Der Wasserbeschaffungsverband (WBV) Thomasberg erneuert auf 2200 Metern Länge die Wasserleitung. Das Verlegen der neuen jeweils rund neun Meter langen Kunststoffrohre soll etwa drei Monate dauern.

Die alte Leitung aus grauem Gusseisen wurde in den Jahren 1952 bis 1955 in der Erde versenkt. "Sie funktionierte zwar noch, aber es hat auch immer wieder Schäden gegeben", sagt Michael Heinze, der technische Leiter beim WBV. Die Arbeiten in der Siebengebirgsstraße sind in drei Bauabschnitte unterteilt, für jeden wird etwa ein Monat kalkuliert.

Im ersten rund 900 Meter langen Abschnitt zwischen dem Ortseingang Thomasberg aus Richtung Ittenbach und der Straße In der Mertenbitze in Höhe der Mundorf-Tankstelle wird seit zwei Wochen gearbeitet. Der zweite Abschnitt reicht dann bis zur Abzweigung der Oberen Straße, der dritte Abschnitt bis zur Dollendorfer Straße.

Während die Tiefbauarbeiten von einer Firma aus Neustadt-Neschen durchgeführt werden, erledigen WBV-Mitarbeiter die Montagearbeiten von sogenannten "Kopflöchern" aus selbst. Richtig knifflig werden diese Arbeiten in den kommenden beiden Abschnitten, weil dort viele Hausanschlüsse im öffentlichen Bereich, also bis zum Gartenzaun, erneuert werden müssen.

Dabei werden die Anschlüsse von der alten Wasserleitung auf die parallel verlegte neue Leitung umgeklemmt, damit die Versorgung nicht unterbrochen werden muss. Insgesamt 150 Anschlüsse an der Siebengebirgsstraße werden erneuert. "Bis direkt ans Haus erneuern wir die Anschlüsse nur, wenn wir Leitungen aus Blei oder Stahl antreffen", sagt Heinze. Die Hausanschlüsse seien dabei stets das schwächste Glied in der Versorgungsstrecke.

Nach der Erneuerung der Wasserleitung erwarten die Autofahrer in den kommenden Wochen weitere Verkehrsbehinderungen auf der L 83. Der Landesbetrieb Straßenbau plant in den Sommerferien die Sanierung der Landesstraße im Bereich zwischen Ittenbach und dem Ortseingang Thomasberg.

Der zweite Abschnitt, vom Ortseingang Thomasberg bis zur Dollendorfer Straße, soll nach den aktuellen Planungen erst in den Sommerferien 2015 saniert werden. Da der WBV die Erneuerung der gesamten Strecke in einem Rutsch bereits in seinen Investitionsplan aufgenommen hatte, wird daran festgehalten. Die Kosten liegen laut Geschäftsführer Clemens Türich bei 550.000 Euro.

Die Preise

Mit einem Durchschnittspreis von 1,89 Euro pro Kubikmeter führt der WBV nach eigenen Angaben die Liste von Wasserversorgern in der Region als preisgünstigster an. Möglich sei dies, weil der WBV keine Gewinne erarbeite. Dahinter landen die Bad Honnef AG (1,95 Euro), die Stadt Sankt Augustin (1,96 Euro), die Stadtwerke Bonn (1,99 Euro), die Rhenag in Hennef (2,16 Euro) und die Rhenag in Königswinter (2,18 Euro). Die Berechnung des Durchschnittspreises erfolgte nach der Musterberechnung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft.

32.500 Kunden

Der Wasserbeschaffungsverband versorgt mehr als 10 650 Hausanschlüsse und rund 32 500 Einwohner, davon 27 700 im gesamten Bergbereich von Königswinter. In Sankt Augustin, besonders im Ortsteil Birlinghoven, beziehen 1970 Personen WBV-Wasser. Dazu kommen 1750 Einwohner im Stadtgebiet Hennef, dort besonders im Ortsteil Dambroich, und 1055 Bonner, dort besonders in Hoholz. Seit November 2010 wird das WBV-Wasser mit dem Wasser des Wahnbachtalsperrenverbandes in der Hochbehälteranlage Scharfenberg zentral gemischt.

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