Gewerbegebiet und Bahnunterführung: Neue Bebauungspläne für Sportplatz in Niederdollendorf

Gewerbegebiet und Bahnunterführung : Neue Bebauungspläne für Sportplatz in Niederdollendorf

Fußball wird auf der Hermann-Wallraf-Sportanlage in Niederdollendorf schon länger nicht mehr gespielt. In Zukunft sollen dort Gewerbebetriebe angesiedelt werden. Und auch an eine eventuelle Bahnunterführung wird gedacht.

Verwaist liegt der Niederdollendorfer Sportplatz da. Ein regelmäßiger Spielbetrieb findet dort nicht mehr statt. Der städtische Sportausschuss hatte bereits vor Jahren beschlossen, dass die Hermann-Wallraf-Sportanlage aufgrund ihrer geringen Auslastung und der räumlichen Nähe zum Peter-Breuer-Stadion aufgegeben werden soll.

In der vergangenen Woche hat der Planungs- und Umweltausschuss die Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans und zur Aufstellung eines Bebauungsplans eingeleitet. Wo früher die Fußballer des DSV Königswinter spielten, sollen in Zukunft Gewerbebetriebe angesiedelt werden.

Auf der Fläche des heutigen Parkplatzes an der Hauptstraße sind Wohnhäuser vorgesehen. „Wir sollten hier zügig weitermachen“, sagte Roman Limbach (CDU) im Ausschuss. Die Sportfläche werde nicht mehr in der vorgesehenen Form genutzt. „Es gibt hier keinen Sportbetrieb mehr. Das Kleinspielfeld sollte aber auf jeden Fall erhalten bleiben.“ So ganz soll der Sport also nicht aus dem Gebiet verdrängt werden.

Das bisherige Kleinspielfeld soll seinen Platz als Kompensationsfläche und Multifunktionssportanlage behalten. Dort könnte dann weiterhin Fußball bis zur E-Jugend gespielt werden. Zusammen mit dem angrenzenden Haus der Jugend und der Umkleide soll das Sportfeld eine Einheit bilden. Auf der Kompensationsfläche ist zusätzlich auch Platz für eine Skateranlage vorgesehen.

Bebauung auf Sportplatz: Gutachten notwendig

Die Verwaltung hat bereits mit den zuständigen Genehmigungsbehörden Kontakt aufgenommen, um mit ihnen die Möglichkeiten einer Bebauung des Sportplatzes im Vorfeld abzuklären. Die Abfrage ergab, dass eine Beurteilung der komplexen Situation an dieser sensiblen Stelle – die Fläche liegt im Überschwemmungsgebiet des Rheins und an der Bahnstrecke – nur auf der Grundlage einer Planung mit den entsprechenden Gutachten zu den Bereichen Emissionen, Immissionen, Wasserrecht, Verkehr und Altlasten möglich ist.

Mit dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan wird nun dokumentiert, dass eine Neuordnung des Bereiches als städtebaulich erforderlich angesehen wird. „Was ist mit dem Hochwasser?“, fragte auch Björn Seelbach (SPD). „Wir können das Hochwasser nicht wegzaubern, man müsste dort Hochwasser angepasst bauen“, antwortete Barbara Kinz vom städtischen Planungsamt.

Noch ein bedeutsamer anderer Aspekt soll in dem Planverfahren Berücksichtigung finden. Wenn auch die Planungen der Bahn, den Bahnübergang Heisterbacher Straße eines Tages zu schließen, noch Zukunftsmusik sind, will man sich schon heute Gedanken über die mögliche Trasse einer Bahnunterführung zwischen dem Sportplatzgelände und der östlichen Seite der Bahnstrecke machen.

Gespräche mit der Bahn über Sportplatz-Kauf

„Es gibt noch keine Planung, aber wir wollen uns für den Fall, dass der Bahnübergang irgendwann wegfällt, strategisch aufstellen“, sagte der Technische Dezernent Theo Krämer dem GA auf Nachfrage. Eine solche Unterführung könnte später einmal zum Beispiel wie die Unterführung an der Helte in der Altstadt aussehen.

In diesem Zusammenhang könnten die derzeit laufenden Gespräche mit der Bahn über einen städtischen Erwerb des Niederdollendorfer Bahnhofs mit angrenzendem Gelände noch von Bedeutung sein. „Wir stehen in guten Verhandlungen mit der Bahn“, sagt Krämer hierzu. Konkret seien allerdings bisher erst die politischen Überlegungen, an dieser Stelle einen Mitfahrerparkplatz anzulegen. „Aber es könnte gut sein, diese Achse künftig zu haben. Das eröffnet zusätzliche Möglichkeiten in der Planung“, so der Dezernent.

Mit der Politik weiß er sich da im Einklang. Diese hat bereits vor geraumer Zeit die Verwaltung beauftragt, sich Gedanken über eine Trasse für den Fall zu machen, dass die Schranke eines Tages wegfällt. „Wir sollten im Bebauungsplan auf keinen Fall Fakten schaffen, die einer Bahnunterführung entgegenstehen“, betonte nun auch Bernd Schlegel (FDP).

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