Liebe als Konzertmotto: MGV Rauschendorf begeistert mit ungewöhnlichem Konzept

Liebe als Konzertmotto : MGV Rauschendorf begeistert mit ungewöhnlichem Konzept

Songs von BAP und Udo Jürgens, Texte von Hermann Hesse und Gerhart Polt: Ein vielseitiges Programm mit Musik und Rezitationen präsentierte der MGV Rauschendorf.

Es war wie ein Innehalten in einem noch jungen Jahr, das bereits wieder volle Fahrt aufgenommen hat. Der MGV Gemütlichkeit Rauschendorf hatte zum Konzert in die Pfarrkirche Sankt Margareta in Stieldorf eingeladen und überraschte das Publikum im voll besetzten Gotteshaus mit seinem Veranstaltungskonzept zum Motto „Liebe“.

Nicht nur die rund vierzig Sänger traten in Aktion. Der sie begleitende Pianist Daniel Pottgüter spielte solistisch einige Stücke, und Rezitator Marcus Brien trug Texte vor. Das Publikum war begeistert und erhob sich zum Schluss zum Applaus.

Bürgermeister Peter Wirtz nutzte die Gelegenheit, um Neujahrswünsche zu überbringen. Den Mitstreitern des Männergesangvereins wünschte er, dass sie noch lange erfolgreich zusammen sind. „Glück auf!“

Ein Chor in Hochform

Die Kerzen an den beiden Weihnachtsbäumen leuchteten, der Altarraum war in warme Farben getaucht, die eine heimelige Atmosphäre erzeugten. Mit „Musica zu Ehren“ stiegen die Sänger in ihr Programm ein, um das „Rheinische Fuhrmannslied“ anzuhängen. „Frühmorgens um viere, ja, da weckt mich mein Herr ...“, klang es durch die Kirche.

Dirigent Christian Reckendrees hatte seine Männer „auf den Punkt“ in Hochform gebracht. Sie hatten Lieder in vielen unterschiedlichen Stilen und aus verschiedenen Epochen einstudiert. Selbst mit der anderen Aufstellung, nicht nach Stimmen, fremdelten sie nicht.

Bei den ausgewählten Titeln wurde immer eine andere Facette der Liebe beleuchtet. Die Liedtexte sprachen für sich. Und der Chorleiter gab manchmal noch einführende Worte dazu, Denkanstöße. „Jemandem eine Liebe erweisen“, sagte er, das drücke sich auch darin aus, einem anderen einen Gefallen zu erweisen – oder selbst Hilfe zu erhalten.

Die Liebe, das könne die Liebe zum Leben, zum Beruf, zum Weihnachtswunder, zur Musik, auch die Liebe zur Heimat sein. „Bei allem, was vergänglich ist, die Liebe zur Heimat bleibt.“

Liebeserklärung an die Mundart

Dazu passend trug Sänger Berthold Dornbusch in rheinischer Mundart einen Text über die rheinische Sprache vor. „En dä ahle Stadt, wo ich herkumm, dämm Millionendorf ahm Rhing, wo ming Ahne schon jelääf hann un ming Pänz jeboore sinn, sprich mer'n Sprooch, die mer'n Düsseldorf zwar 'Rheinisch', doch em Rest der Welt 'Kölsch' nennt. All ming Jedanke, all ming Jeföhle hann ich, sulang ich denke kann, immer noch ussjelääf oder ertraare en unserer eijne Sproch.“ Die begeisterten Besucher jubelten.

Marcus Brien rezitierte gekonnt Hermann Hesses „Stufen“ sowie „Vorsicht, Neujahr“ und „Schöne Bescherung“ von Gerhart Polt und fast zum Schluss Goethes „Willkommen und Abschied“. Zum Nachdenken hatten die Zuhörer Zeit, als Daniel Pottgüter seine Finger über die Klaviertasten gleiten ließ und einfühlsam die Lieder „Für 'ne Moment“ von BAP und „Georgia“ von Ray Charles spielte. Ein Genuss.

Der Chor gefiel außerordentlich mit „De Jlocke vun Kölle“ und dem weihnachtlichen „Gloria“. Udo Jürgens war ein ganzer Block gewidmet mit den Titeln „Mit 66 Jahren“, „Ich war noch niemals in New York“ und „Ich glaube“. Besinnlich das gesungene „Vater unser“ und gewissermaßen als „Aufforderung“ am Schluss „Klinge, Lied, lange nach“. Mundartlich erklang als Zugabe: „Wir wünschen Euch einen Engel“.

Zuvor dankte MGV-Vorsitzender Heinz Stümper den „Engeln“ bei Vorbereitung und Umsetzung des Konzerts: dem Hausherrn – Kaplan Klaus Heep war unter den Besuchern –, dem CJD-Kindergarten, der seine Räume für die Probenabende bereitstellt, dem Chorleiter, „der hart mit uns gearbeitet hat“, Daniel Pottgüter und Marcus Brien, den Sängern und nicht zuletzt dem Publikum. Allen hatte es Spaß gemacht.

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