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Unter strengen Auflagen: Lemmerzfreibad in Königswinter eröffnet

Unter strengen Auflagen : Lemmerzfreibad in Königswinter eröffnet

Seit dem 20. Mai ist es unter strengen Auflagen wieder möglich, Freibäder zu öffnen. Am Mittwochstartete das Lemmerzfreibad in Königswinter in die Saison.

Zur Eröffnung kam Besuch aus Düsseldorf. Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes Nordrhein-Westfalen, machte sich am Mittwoch im Lemmerzfreibad ein Bild vor Ort. Seit dem 20. Mai ist die Öffnung von Freibädern unter strengen Abstands- und Hygieneauflagen wieder möglich.

Dabei fiel es den Badegästen am Mittwoch in der Mittagszeit nicht eben schwer, die Regeln einzuhalten. Nur drei unermüdliche Schwimmer zogen im großen Becken ihre Bahnen – bei 20 Grad Luft- und 19,5 Grad Wassertemperatur. Dabei hatte der Tag gut angefangen. „In der ersten Stunde kamen 30 bis 40 Leute, die sehnsüchtig auf die Öffnung gewartet hatten“, berichtete Ingolf Pott, Geschäftsführer der Schwimmtreff GmbH, die Betreiberin das Bades ist. Insgesamt seien es am ersten Tag rund 100 Badegäste gewesen.

600 Gäste an Christi Himmelfarth

An Christi Himmelfahrt besuchten bei sommerlichen Temperaturen knapp 600 Badegäste das Freibad. Sie verteilten sich über den Tag, wie Pott berichtete. Die maximal zulässige Zahl von 500 Personen wurde nicht überschritten. Viele Badegäste waren auch aus Bonn oder Bad Honnef angereist.

Bei dem ersten kleinen Ansturm am Mittwoch hätten sie sich, so Pott, so diszipliniert verhalten, dass man auf die Aufteilung des Schwimmerbeckens in Blöcke, in denen im Kreis geschwommen werden sollte, kurzfristig verzichtete. Am Eingang mussten sich die Besucher mit Maske anstellen, dann am bereitgestellten Spender die Hände desinfizieren. Fünf Spender aus Edelstahl gibt es insgesamt im Bad. Die Badegäste müssen sich außerdem mit Einlasszeit, Name und Telefonnummer oder E-Mail-Adresse registrieren lassen. Bezahlt wird in bar, eine Online-Reservierung ist nicht erforderlich. „Viele Besucher sind erstaunt, dass es bei uns so unkompliziert ist“, sagte Pott.

Bei den Eintrittspreisen gab es kurzfristig noch eine Änderung. Erwachsene zahlen zwar in dieser Saison von 10 bis 19 Uhr sechs Euro, Jugendliche von fünf bis 13 Jahre aber weiterhin 2,50 Euro. Für Jugendliche ab 14 Jahre, Senioren und Behinderte gibt es ein Kombiticket für vier Euro. Kleinkinder von ein bis vier Jahren zahlen einen Euro. Frühschwimmer, die vom kommenden Dienstag an wieder an den Werktagen außer montags zwischen 6.30 und 9 Uhr ins Wasser dürfen, kostet der Badbesuch drei Euro.

Es gibt weiterhin Familienkarten

Entgegen ersten Planungen gibt es auch weiterhin Familienkarten: Sie kosten für einen Erwachsenen mit zwei Kindern zehn Euro und für zwei Erwachsene mit zwei Kindern 13 Euro. Nur Saison- und Zehnerkarten gibt es in diesem Jahr wegen der fehlenden Planungssicherheit nicht.

Das Thema der Eintrittspreise sorgte kurzzeitig für Aufregung. Die SPD-Fraktion im Stadtrat hatte sich darüber gewundert, dass der Betreiber zunächst höhere Preise genannt habe als die Fraktionsvorsitzenden am Montag in einer Besprechung mit der Verwaltungsspitze vereinbart hätten. Besonders die Königswinterer Wählerinitiative und die SPD hätten sich für familienfreundlichere Preise eingesetzt. „Entsprechend der Beratung hat die Verwaltung unverzüglich mit der Schwimmtreff GmbH gesprochen und die vollständige Umsetzung des politischen Willens erreicht“, wies Bürgermeister Peter Wirtz die Kritik der Sozialdemokraten zurück.

Weitere Lockerungen in der kommenden Woche möglich

Andrea Milz lobte den Schwimmtreff für den Mut, das Bad gleich am ersten Tag zu öffnen. „Wir als Landesregierung können nur die Möglichkeiten bieten. Umsetzen müssen das dann die Menschen vor Ort.“ NRW sei mit seiner frühen Öffnung für weite Teile des Sports auch ein Testlauf für andere Bundesländer. Bereits in der kommenden Woche werde über weitere Lockerungen entschieden. „Vielleicht sind das dann die Hallenbäder oder Kontaktsportarten“, so Milz.

Befragt nach seinen Wünschen, nannte Pott eine möglichst zeitnahe Möglichkeit, wieder Schwimmkurse für Kinder anzubieten. „Wir werden das sicher nicht an sieben Tagen wie im Hallenbad, aber schon an zwei bis drei Tagen pro Woche machen“, sagte er. Die Staatssekretärin will das unterstützen. „Wir dürfen ja nicht aus den Augen verlieren, dass alle Kinder bis zum Ende der Grundschulzeit schwimmen lernen sollen“, sagte sie.

Geschäftsführerin Elke Stoll berichtete, man habe sich von den zuständigen Behörden in den vergangenen Wochen teilweise allein gelassen gefühlt. Das Konzept habe immer wieder überarbeitet werden müssen. Die rechtzeitige Vorbereitung auf die Saison habe man wohl nur hinbekommen, weil man schon seit 23 Jahren im Geschäft sei. Bis zum 30. September soll das Freibad in diesem Jahr geöffnet bleiben – so die derzeitige Planung.

Wie viele Besucher sich gerade im Freibad aufhalten, zeigt www.schwimmtreff-koenigswinter.de.