Katholische Frauengemeinschaft: Längst kein "Betverein" mehr

Katholische Frauengemeinschaft : Längst kein "Betverein" mehr

"Schon bei Jesus war das so. Ohne die Frauen läuft nichts", sagte Diakon Udo Casel in der Festmesse und beim anschließenden Empfang zum 60-jährigen Bestehen der Katholischen Frauengemeinschaft der Pfarrgemeinde Sankt Joseph.

"Auf die Frauen ist immer Verlass", betonte der Präses. Casel dankte ihnen für ihre Aktivitäten. Ob bei Festen Kuchen für die Cafeteria gebraucht würde, Caritas-Sammlungen anstünden - auf die kfd-Damen könne die Gemeinde immer bauen. "Außerdem betreuen die Frauen um Vorsitzende Marliese Weyler im Seniorenkreis die älteren Mitbürger." Udo Casel: "Sie sind die Macher!"

1954 legte Rektoratspfarrer Thomé den Grundstein für die kfd Sankt Joseph. Er reiste damals über die Dörfer, um Frauen für die Mithilfe im "Mütterverein" zu gewinnen. So lautete damals der Name der Frauengemeinschaft. 50 Gründungsmitglieder fanden sich ein. Wenige Jahre später waren es bereits 220 Frauen - heute sind es noch 160 Mitglieder. Erste Vorsitzende wurde Katharina Büsgen, der Anneliese Otzipka, Margarete Losem und Maria Roßler folgten. Seit 1998 ist Marliese Weyler Chefin des Teams, in dem am längsten Franziska Stockhausen mitarbeitet - und zwar bereits seit 1969.

Ein Jahr später gab sich der Mütterverein übrigens den neuen Namen: "Katholische Frauengemeinschaft Thomasberg". Das Image eines "Betvereins", so Marliese Weyler, "hat die Frauengruppe längst abgelegt. Wir haben heute eine eigene Internetpräsenz und betreiben auch das Internet-Café im Pfarrheim". Viel Wert wird auf das Miteinander gelegt. "Unsere Aufgaben sind vielfältig und spiegeln sich in der gesamten Pfarrgemeinde wider." Diesen Einsatz würdigten auch Johannes Herzog als Vorsitzender des Pfarrgemeinderates, der Vorsitzende des Bürgervereins, Hermann Josef Thomas, sowie Bernhard Fiebig, Chef des Kirchenchores, der unter Leitung von Edgar Zens die Messe musikalisch gestaltete und auch im Pfarrheim ein Ständchen brachte. Herzog: "Die Frauen haben immer das Leben der Gemeinde mitgeprägt. Dafür ein herzliches Dankeschön."

Das Programm der kfd Thomasberg ist vielfältig. Noch immer werden auch Fahrten und Ausflüge bis hin zu Reisen ins Europaparlament oder in den Reichstag durchgeführt. Für Heiterkeit sorgte Udo Casel, als er aus den Anfängen berichtete, als die Frauengemeinschaft mit drei Bussen losfuhr - in den Westerwald, nach Kevelaer, an die Ahr oder in die Rosenstadt Eltville und die Männer damals ihren Frauen die Teilnahme erlaubten: "Wenn der Pastor mitfährt, darfst du mit." Casel: "Heute haben die Frauen eine andere Motivation, sich in der Frauengemeinschaft zu engagieren, sie sind bewusster dabei und nicht nur, weil sie mal raus wollen."

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