Kommunalwahl 2020 in Königswinter: Kommentar - Spannung garantiert

Kommentar zur Kommunalwahl 2020 : Spannung garantiert

Die Vorstände von SPD, Grüne und Köwis haben sich auf Lutz Wagner als Bürgermeisterkandidaten für die Wahl 2020 geeinigt. Das verspricht ungewohnte Spannung in Königswinter, meint GA-Redakteur Hansjürgen Melzer.

Die Kommunalwahl 2020 in Königswinter verspricht ungewohnte Spannung. Noch nie durfte sich die Opposition so gute Chancen ausrechnen, die politische Verantwortung zu übernehmen. Und auch noch nie musste Bürgermeister Peter Wirtz um eine weitere Verlängerung seiner seit 1999 währenden Amtszeit wirklich bangen - so wie jetzt. Bisher hat er stets Ergebnisse zwischen 59 und 71 Prozent eingefahren.

Rein rechnerisch hätte es ja bereits bei der Kommunalwahl 2014 für ein Bündnis aus SPD, Königswinterer Wählerinitiative und Grünen gereicht. Doch die damaligen Protagonisten der Grünen um Claudia Owczarczak, die nach einem parteiinternen Streit für die Abspaltung der Königswinterer Wählerinitiative mitverantwortlich war, entschieden sich damals für die Koalition mit CDU und FDP.

Die aktuellen Grünen um ihren Vorsitzenden Thomas Koppe setzen hingegen klar auf ein Bündnis mit SPD und Köwis und wollen sich dabei vom Aufschwung ihrer Partei im Bund beflügeln lassen. Die SPD scheint ebenfalls die einmalige Chance erkannt zu haben und könnte erstmals auf einen eigenen Bewerber verzichten.

Die Sozialdemokraten haben erkannt, dass sich zwei starke Gegenkandidaten nach Abschaffung der Stichwahl nicht im ersten Wahlgang gegen Peter Wirtz durchsetzen können. Schon der vom Vorstand des Ortsverbands Königswinter/Bad Honnef der Linken zur Nominierung vorgeschlagene Kandidat Bastian Reichardt dürfte ihnen einige Stimmprozente wegfischen. Kommt es zur Kandidatur von Lutz Wagner, trifft Peter Wirtz in jedem Fall auf ein politisches Schwergewicht. Kein Königswinterer Kommunalpolitiker verfügt über längere Erfahrung als der Köwi-Fraktionschef.

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