Serie von Vandalismus und Brandstiftung: Königswinterer Tafel verwüstet

Serie von Vandalismus und Brandstiftung : Königswinterer Tafel verwüstet

Die Serie der Vorfälle von Vandalismus und Brandstiftung in der Altstadt geht weiter. Jetzt hat es die Königswinterer Tafel am Küferweg getroffen. Nach fünf Taten innerhalb von zwölf Tagen, davon vier allein in den vergangenen vier Tagen, fährt die Polizei jetzt verstärkt Streife.

Den Mitarbeitern der von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) betriebenen Tafel bot sich am Mittwochmorgen ein Bild der Verwüstung. Nach Angaben der Awo zerstörten die unbekannten Täter alle Lebensmittelvorräte und die Einrichtung. "Wann die Tafel ihren ehrenamtlichen Dienst an den Ärmsten unserer Gesellschaft in Königswinter wieder aufnehmen kann, steht noch nicht fest", teilte Kreisgeschäftsführer Franz-Josef Windisch gestern mit.

Die Lebensmittel könnten nicht mehr ausgegeben werden. Auch von der Einrichtung sei so viel zerstört worden, dass erhebliche Anstrengungen unternommen werden müssten, um den Betrieb der Tafel wieder zu gewährleisten.

Sachschaden von 20 000 Euro

Die Polizei war gegen 9.20 Uhr alarmiert worden. Nach dem Einbruch in das Gebäude nahmen die Täter Nahrungsmittel aus den Regalen und verteilten sie auf dem Boden. Sie verunreinigten außerdem die Wände mit Lebensmitteln und entleerten zwei Feuerlöscher. Weiterhin öffneten sie mehrere Wasserhähne und verstopften die Abflüsse.

Das überlaufende Wasser gelangte über das Erdgeschoss bis in den Keller, wo es mehrere Zentimeter hoch stand. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf 20 000 Euro. Dazu kommt der Schaden am Gebäude.

Fünf Taten in den letzten zwölf Tagen

Die Königswinterer Tafel besteht seit August 2009 und verteilt an einem Tag in der Woche an mehr als 100 Haushalte mit mehr als 400 Personen Lebensmittel, die von Geschäften gespendet werden. Zwischen dem 25. April und dem 6. Mai ist es somit in der Altstadt zu insgesamt fünf Einbrüchen in Kombination mit Brandstiftung, Vandalismus und der Manipulation einer Gasflasche gekommen. Die Polizei prüft im Rahmen aktuell andauernder intensiver Ermittlungen bezüglich der Straftaten auch mögliche Tatzusammenhänge.

Einbruch in das ehemalige Theater an der Hauptstraße

Am Mittwochnachmittag wurde die Polizei zu einem Einbruch in das ehemalige Theater an der Hauptstraße gerufen. Nachdem Unbekannte in den leerstehenden Gebäudekomplex, für den die Stadt zurzeit einen Käufer sucht, eingedrungen waren, hatten sie eine Propangasflasche geöffnet, was durch den Hausmeister entdeckt worden war.

Ermittlungen vor Ort ergaben, dass auch Lampen zerschlagen und mehrere Feuerlöscher entleert wurden. An allen Tatorten wurden umfangreich Spuren gesichert, die jetzt ausgewertet werden.

Tatzusammenhänge werden geprüft

Bereits am 25. April war es, wie berichtet, zu einer Brandstiftung in einem Nebenraum im Bahnhofsgebäude gekommen. In der Nacht vom 2. auf den 3. Mai suchten unbekannte Täter das zurzeit ebenfalls leer stehende Adam-Stegerwald-Haus an der Hauptstraße auf. Auch dort kam es zu Vandalismus sowie versuchter Brandstiftung. Am Montag dann ereignete sich der Einbruch in die Sakristei der Pfarrkirche Sankt Remigius. Der Versuch, dort einen Brand zu legen, konnte durch ein Mitglied der Kirchengemeinde gerade noch vereitelt werden.

Da bei den genannten fünf Fällen Tatzusammenhänge geprüft werden, bittet die Bonner Polizei weiterhin um konkrete Hinweise aus der Bevölkerung. Die Ermittler wollen wissen, ob möglichen Zeugen Personen oder Fahrzeuge aufgefallen sind, die mit diesen oder anderen Taten in Zusammenhang stehen oder stehen könnten. Hinweise werden an Tel. 02 28/150 erbeten.

Spendenkonto der Arbeiterwohlfahrt

Die Polizei appelliert auch an mögliche künftige Zeugen, keinesfalls zu zögern und umgehend den kostenlosen Notruf Tel. 110 zu wählen, falls ihnen Personen oder Fahrzeuge auffallen sollten, die ihnen ungewöhnlich vorkommen oder sie verdächtige Geräusche hören.

Die Arbeiterwohlfahrt hat ein Spendenkonto eingerichtet, um möglichst schnell wieder ihre Arbeit in Königswinter aufnehmen zu können. Informationen dazu finden sich im Internet unter www.awo-bonn-rhein-sieg.de.