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Altstadtsanierung: Königswinterer Großprojekt mit neuem Schwung

Altstadtsanierung : Königswinterer Großprojekt mit neuem Schwung

Nach der ernüchternden Bestandsaufnahme nach acht Jahren Altstadtsanierung im vergangenen Herbst scheint jetzt endlich Schwung in das größte Projekt der Stadt zu kommen.

Die Zahl der Leerstände konnte in den vergangenen Monaten erheblich reduziert werden, wobei die von den Künstlergruppe "antiform" und dem Projekt "Schnuppermieten" genutzten Immobilien eingerechnet sind.

Große Hoffnungen setzt die Stadt auf die neue Arbeitsgruppe Altstadtentwicklung, das neue Bürgerforum und eine sehr viel aktivere Rolle der Verwaltung, wie der Technische Dezernent Theo Krämer und Planungsamtschefin Anya Geider im Gespräch mit dem General-Anzeiger sagten.

Bereits im September wird sich der städtische Planungs- und Umweltausschuss mit dem Thema Outlet Center zu beschäftigen haben. Auf Antrag der Fraktionen von CDU und FDP, die darin eine Chance zur Beseitigung des Leerstands und zur Wiederbelebung der Altstadt sehen, hatte der Ausschuss die Verwaltung mit der Frage beauftragt, ob ein Outlet Center weiterhelfen könnte.

Als Vorbild in dieser Frage könnte Bad Münstereifel dienen. Krämer: "Wir haben mit einem Investor intensiv verhandelt und dies der Arbeitsgruppe präsentiert. Der Investor wird die konkreten Planungen in der nächsten Sitzung des Planungsausschusses vorstellen." Die Politik wird dann entscheiden müssen, ob sie diesen Weg weiterverfolgen will.

Die Arbeitsgruppe Altstadtentwicklung sieht Krämer als "Glücksfall". Die Zusammenarbeit zwischen Rat und Verwaltung funktioniere durch sie weitaus besser als bisher. Auch der neue, sehr rührige Vorstand des Gewerbevereins sei eingebunden.

Das offene Bürgerforum, das nach einem Beschluss der Politik das bisherige gewählte Sanierungsforum ablösen wird, soll im Herbst an den Start gehen. Deshalb wird die Verwaltung im Oktober zu einer Informationsveranstaltung einladen. "Im Mittelpunkt sollen die Bürger stehen. Sie können und sollen ihre Themen angeben", sagt Krämer.

Wichtig sei die Offenheit und Niederschwelligkeit des Forums, weil sich auf diese Weise mehr Bürger angesprochen fühlen könnten. Die Verwaltung verstehe sich lediglich als Bindeglied zwischen Bürgern und Rat. Sie werde aber auch Schwerpunktthemen vorbereiten und gezielt dazu einladen. Die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes, die noch in diesem Jahr beginnen soll, dürfte zu den ersten Themen gehören.

Die Verwaltung wird sich überhaupt viel stärker als bisher in den Prozess der Altstadtsanierung einbringen. Die pauschale Kritik der Politik an der Arbeit des Sanierungsträgers, der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft, halten Krämer und Geider allerdings nicht für gerechtfertigt.

"Die DSK war durch die Regionale-Projekte sehr gebunden", sagt Geider. "Die DSK ist nur eine von vielen Beteiligten und nicht allein verantwortlich", meint Krämer. Unter dem Strich stehe allerdings, dass die Verwaltung künftig sehr viel mehr arbeiten müsse und die DSK deutlich weniger.