Wohnen statt Einzelhandel: Königswinter reagiert auf Leerstände in der Altstadt

Wohnen statt Einzelhandel : Königswinter reagiert auf Leerstände in der Altstadt

Wohnungen in verwaisten Läden in der Königswinterer Altstadt könnten künftig Leben in die Fußgängerzone bringen - zumindest in einem Teil davon. Denn leere Schaufenster sind nicht gerade attraktiv.

Im nördlichen Bereich der Fußgängerzone, jenseits von Pfefferstraße und Schmiedegässchen, soll künftig auch im Erdgeschoss Wohnnutzung zulässig sein. Das beschloss der Planungs- und Umweltausschuss bei den Gegenstimmen von Bernd Schlegel (FDP) und Uwe Sentner (CDU) und zwei Enthaltungen der Königswinterer Wählerinitiative (Köwi).

Der Passus soll als Zielsetzung in zwei in Aufstellung befindlichen Bebauungsplänen verankert werden. Schlegel unterstützte die Stellungnahme des Gewerbevereins, der auf die negative Wirkung auf Touristen hingewiesen hatte. „Wir riskieren mit dem Beschluss, dass die Altstadt tot ist und für Touristen uninteressant wird“, sagte er.

Roman Limbach (CDU) tat sich auch schwer mit der Entscheidung, gab aber zu bedenken, dass die Fußgängerzone auch durch die Leerstände in den Ladenlokalen unattraktiv sei. „Ich glaube auch nicht, dass 70 Meter auf der Hauptstraße der Todesstoß für die gesamte Altstadt sind.“ Auch ein schönes Wohnhaus könne Touristen begeistern.

Für Ulrike Ries (Köwi) ist der gesamte Bereich eine Schmuddelecke – an dieser Situation hätte vielleicht der seit Jahren von ihrer Fraktion geforderte Altstadtmanager etwas ändern können. Björn Seelbach (SPD) hat keine große Hoffnung, dass an dieser Stelle noch mal kleinteiliges Gewerbe entsteht.

Letztlich änderte auch die Expertise von Andreas Pätz, dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungs- und Wohnungsbaugesellschaft (WWG), nichts an der Entscheidung. Er hatte einerseits auf die großen Herausforderungen des stationären Einzelhandels hingewiesen, andererseits aber auch zu bedenken gegeben, dass die Stadt Königswinter in fünf Jahren vielleicht vor der Entscheidung stehen könnte, im nächsten Abschnitt Wohnnutzung zuzulassen. „Davor möchte ich warnen. Es wäre fatal, wenn die Altstadt ihre Funktion als Einzelhandelsstandort verliert“, sagte er.

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