Hallenbad-Planung: Königswinter prüft alternativen Kita-Standort

Hallenbad-Planung : Königswinter prüft alternativen Kita-Standort

Teil der Pläne fürs neue Hallenbad ist eine Kindertagesstätte. Bisher soll diese an den Badkomplex angebaut werden. Nun nimmt die Politik auch den Spielplatz am Cleethorpeser Platz als Standort in den Blick.

Das neue Hallenbad in Königswinter soll im April 2021 stehen. Der Zeitplan bis dahin ist aber sehr ambitioniert, wie der neue Projektsteuerer Matthias Ring vom Berliner Büro Holinger-Ingenieure am Montagabend in der Sitzung des Haupt-, Personal- und Finanzausschusses deutlich machte.

Nun könnte der Wunsch der Politik, den Bau der ebenfalls geplanten Kindertagesstätte auf dem benachbarten Spielplatzgelände zu prüfen, für eine weitere zeitliche Verzögerung sorgen. Architekt Heinrich Blass plant bisher, die dreigruppige Einrichtung an der Bahnhofsallee zu bauen und an das vier Meter hohe Umkleidegebäude des Hallenbadneubaus anzuschließen, während das sieben Meter hohe Schwimmbad selbst zum Cleethorpeser Platz hin verschoben werden soll.

Der Stadtrat hatte im Juli bereits Bedenken wegen der Lärmproblematik an einer der meistbefahrenen Güterzugstrecken. Der Förderverein „Rettet unsere Lemmerzbäder“ hatte daraufhin vorgeschlagen, die Kita auf dem Gelände des benachbarten Spielplatzes zu bauen. Dieser liegt am Cleethorpeser Platz.

Politiker folgen einer Anregung des Fördervereins

Unmittelbar vor der Sitzung am Montag war der Verein mit der zusätzlichen Anregung gekommen, einen neuen Spielplatz auf der Liegewiese des Hallenbades anzulegen (siehe Kasten). Bürgermeister Peter Wirtz wies in der Ausschusssitzung darauf hin, dass der Architekt bisher den Auftrag habe, gemäß seiner Planung weiterzuverfahren. Dazu gehöre auch ein Schallschutzgutachten.

Matthias Ring berichtete, der Gutachter habe am Montag bereits einen ersten Zwischenbericht vorgelegt. „Es gibt die grundsätzliche Einschätzung, dass der Standort des Bades und die Platzierung der Kita genehmigungsfähig sind, wenn bestimmte Auflagen eingehalten werden“, sagte er. Der Architekt müsse nun prüfen, ob die Erfüllung der Auflagen innerhalb des Budgets möglich ist.

Damit lieferte er CDU-Fraktionschef Josef Griese einen Ansatzpunkt. „Wir wissen zwar heute, dass der Lärmschutz kein Problem ist, aber nicht, welche Mehraufwendungen er erforderlich macht“, sagte er. Er halte es daher für geboten, den Architekten die Alternative untersuchen lassen.

Sein SPD-Kollege Jürgen Kusserow erinnerte daran, dass die Stadt im Moment noch Gestaltungsmöglichkeiten habe, in acht bis zehn Wochen aber nicht mehr: „Dann sollten wir lieber jetzt darüber nachdenken.“ Ring wies auf die höheren Architektenkosten hin, die dies auslösen würde. „Da reden wir über 100 000 Euro für eine vollständige Vorentwurfsplanung“, meinte er. Er rechne durch die Prüfung zudem mit einer Verzögerung um bis zu acht Wochen.

Architekt soll Auskunft über Konsequenzen geben

Vielleicht geht es aber auch billiger und schneller. „Natürlich haben wir den Architekten schon gefragt. Die Alternative wäre möglich“, sagte Peter Wirtz. Also müsse Blass nur noch die Frage beantworten, welche Konsequenzen diese für den Zeit- und Kostenplan mit sich bringen würde. Das soll bis zur Ratssitzung am 1. Oktober geschehen. Dann muss sich die Politik für eine der beiden Varianten entscheiden.

Ring hatte zuvor aufgezeigt, wie eng der Zeitplan bis zur geplanten Übergabe des Bades im April 2021 ist. „Das ist sportlich kalkuliert. Wir haben da nicht mit Luft und Puffer gehandelt“, sagte er. Maßgeblich könnte der Winter 2019/2020 werden, in dem der Rohbau entstehen soll. Baubeginn soll im Oktober 2019 sein. Die Entwurfsplanung soll bis Ende März 2019 vorliegen. Erst dann könne auch eine detaillierte Kostenberechnung vorgestellt werden.

Rings Firma Holinger-Ingenieure, deren Geschäftsführer er ist und die 15 Ingenieure beschäftigt, begleitet seit 15 Jahren den Bau von Frei-, Hallen- und Spaßbädern. Zurzeit steuert das Berliner Unternehmen fünf Bäderverfahren, unter anderem in Itzehoe, Elmshorn und Bünde.