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Königswinter: Kreis äußert sich zum Abbruch des Steinbrechers in Pleisershohn

Vandalismus war Schuld : Kreis äußert sich zum Abbruch des Steinbrechers in Pleiserhohn

Kreisumweltdezernent Christoph Schwarz hat die Gründe für den kurzfristigen Abbruch des Steinbrechers in Pleiserhohn erklärt. Die Initiative „Brechi bleibt“ hatte das Vorgehen stark kritisiert und auch seitens der Politik wurden Antworten gefordert.

Auch am Tag nach dem Abbruch des Steinbrechers in Pleiserhohn sorgte die Nacht- und Nebel-Aktion des Rhein-Sieg-Kreises für Diskussionen. Der Kreis hatte das Gelände am Eisbach für sein Naturschutzprojekt „Chance 7“ gekauft. Nach der wiederholten Zerstörung des Bauzauns, der die Ruine umgab, hatte die Behörde am Mittwoch Fakten geschaffen.

Nach ihrer Ansicht ging von dem nach dem Vandalismus frei zugänglichen Gebäude, für das man die Verkehrssicherungspflicht habe, eine große Gefahr aus. Kreisumweltdezernent Christoph Schwarz widersprach der Initiative „Brechi bleibt“, dass es keine Ankündigung des Abbruchs gegeben habe. „Nach dem ersten Vandalismus-Fall Ende März haben wir der Initiative sehr deutlich gemacht, dass uns im Wiederholungsfall nichts anderes übrig bleiben werde, als die Ruine abzureißen“, sagte er.

Fehlende Signale der Initiative

Als der Bauzaun Anfang Mai dann zum zweiten Mal total zerstört worden sei, habe man noch einmal fast zwei Wochen gewartet. „Wir hatten die Hoffnung, dass irgendwelche Signale von der Initiative kommen“, so Schwarz. Der Kreis hatte den Pleiserhohnern, nachdem der Abbruch wegen Protesten aus der Bevölkerung erst mal auf Eis gelegt worden war, das Angebot gemacht, die Ruine zum symbolischen Preis von einem Euro zu übernehmen. Als die Bürger jedoch weiter nicht reagiert hätten, habe man beschlossen, konsequent zu sein und den Steinbrecher kurzfristig abzureißen.

„Wir haben gewusst, dass man uns das anschließend vorwerfen wird. Wir haben aber befürchtet, dass es sonst zu Aktionen an der Baustelle kommen würde“, so Schwarz. Er betonte, dass der Kreis zu der Vereinbarung mit den Bürgern gestanden hätte, wenn nicht der Vandalismus dazwischen gekommen wäre. Die Initiative hatte am Mittwoch auf ihrer Homepage Kritik am Kreis geübt. „So ärgerlich die Bauzaun-Zerstörung durch Unbekannte an der Stelle ist, haben wir keinerlei Verständnis, wieso jetzt hier Fakten geschaffen werden sollen, ohne die Anwohner einzubeziehen, obwohl dies zugesagt wurde und die Kontaktdaten bekannt waren“, heißt es dort. 

Unverständnis seitens der Politik

 Auf Unverständnis ist das Vorgehen des Kreises auch in der Politik gestoßen. „Wir werden eine Anfrage beim Kreis stellen, warum man das so plötzlich gemacht hat. Das sind wir uns und den Bürgern schuldig“, sagte der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Roman Limbach. Seine Fraktion hatte zusammen mit der Königswinterer Wählerinitiative am 9. März einen Dringlichkeitsantrag im Haupt-, Personal- und Finanzausschuss gestellt. Damals wurde beschlossen, dass der Kreis um Absicherung der Baustelle bis zur Prüfung der historischen Bedeutung der Ruine gebeten werden solle. Die weitere Beratung wurde bis zum Erhalt neuer Erkenntnisse vertagt.

„Der Kreis musste wegen seiner Verkehrssicherungsfrist irgendwann handeln, aber nicht so, wie er es jetzt getan hat“, meinte Köwi-Fraktionschef Lutz Wagner. Auch er kündigte eine Anfrage seiner Fraktion für die HPFA-Sitzung am 25. Mai an. „Ich glaube nicht, dass Gefahr im Verzug gewesen ist, so dass man uns nicht vorher informieren konnte“, sagte er. Er sei über das Vorgehen des Kreises sehr enttäuscht, zumal er Chance 7 für ein sehr wichtiges Naturschutzprojekt halte, das aber nur in Kooeperation mit den Bürgern funktioniere.

Historische Bedeutung nicht belegt

„Das jetzige Vorgehen bringt die Bürger aber gegen das Projekt aus.“ Offiziell informiert worden war die Politik am Mittwochnachmittag von Bürgermeister Peter Wirtz, als der Steinbrecher schon Geschichte war: „Ich bedauere, dass ich hierdurch dem Auftrag aus der letzten Sitzung des HPFA nicht mehr sinnhaft folgen kann. Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass ein Abriss erst nach einer weiteren Beratung in den Gremien der Stadt erfolgt wäre.“ Allerdings hätten die vom Ausschuss gewünschten Untersuchungen ergeben, dass es keinen Beleg für eine historische Bedeutung des Gebäudes im Kontext des Zweiten Weltkrieges gebe.