Stadtrat in Königswinter: Koalition kippt die Gesamtschule

Stadtrat in Königswinter : Koalition kippt die Gesamtschule

Nach einer chaotischen Abstimmung im Stadtrat am Montagabend ist die Gesamtschule in Königswinter endgültig vom Tisch. Die Verwaltung wird die Bezirksregierung am Dienstag informieren, dass die Voraussetzungen für die Antragstellung zur Errichtung einer Gesamtschule zum kommenden Schuljahr nicht gegeben sind. Stattdessen wird es ein normales Anmeldeverfahren für Realschule und Hauptschule geben.

An Dramatik war die Sondersitzung in der Mensa des Schulzentrums nicht zu überbieten. Bei der ersten geheimen Abstimmung versagte der Stadtrat der Einschätzung, die das Unternehmen Komplan zur kritischen Stellungnahme des Gymnasiums am Oelberg zur Gesamtschule abgegeben hatte, die Bestätigung.

Das Ergebnis: 24 Ja- und 25-Nein-Stimmen. Die Opposition, die für eine Gesamtschule ist, hat 22 Stimmen. Bei der folgenden Abstimmung über den Schulentwicklungsplan der Firma Komplan fiel das Stimmergebnis dann jedoch genau anders herum aus: 25 Ratsmitglieder stimmten dem Beschluss der Fortschreibung des Schulentwicklungsplans zu. In diesem Moment schienen die Weichen zu einer Gesamtschule gestellt.

Nach einer Sitzungsunterbrechung auf Antrag der CDU-Fraktion, die sich mit der FDP gegen die Gesamtschule ausgesprochen hatte, um das Gymnasium am Oelberg nicht zu schwächen, wurde der Beschluss über die Zügigkeit und das Raumprogramm einer neuen Gesamtschule dann jedoch wiederum abgelehnt.

Nur 23 Ratsmitglieder bei einer Enthaltung votierten dafür. Damit fehlt eine unerlässliche Voraussetzung für die Antragstellung bei der Bezirksregierung. Bürgermeister Peter Wirtz musste daraufhin feststellen, dass die von ihm selbst befürwortete Gesamtschule in Königswinter zumindest zunächst einmal vom Tisch ist.

Die meisten Eltern in der Mensa, an deren Stelle sich früher das Hallenbad befunden hatte, reagierten enttäuscht. Vor der Sitzung hatte auch eine Handvoll Eltern des Gymnasiums gegen die Gesamtschule demonstriert. "Für ein starkes Gymnasium am Oelberg" und "Lieber eine starke Oberstufe als zwei schwache" stand auf ihren Transparenten.

Auf der anderen Seite hatte die Stadtschulpflegschaft in den Grundschulen Fragebögen für eine symbolische Anmeldung für eine Gesamtschule verteilt. Nach ihren Angaben hatten 90 Eltern von Viertklässlern und 62 Eltern von Erst- bis Drittklässlern eingetragen, ihr Kind dort symbolisch anmelden zu wollen. Das können sie sich nun sparen.

Die Stadt ließ 80 Besucher in der Mensa zu, mehr war aus Sicherheitsgründen nicht möglich, auch wenn der Technische Dezernent Theo Krämer dies bedauerte. In der Mensa fand erstmals eine Ratssitzung statt, weil die CJD-Aula und der Sitzungssaal des Arbeitnehmerzentrums in der Kürze der Zeit nicht zur Verfügung standen. Die Sondersitzung hatten SPD, Grüne, Köwi und Freie Wähler beantragt.