Beschilderung ist jetzt komplett: Kapellenwanderung im Siebengebirge ist eröffnet

Beschilderung ist jetzt komplett : Kapellenwanderung im Siebengebirge ist eröffnet

Der Rundweg durchs Pleiser Hügelland ist 42 Kilometer lang. Wer möchte, kann ihn in kleineren Etappen erwandern, die nun durchgängig gekennzeichnet sind. Über die Sehenswürdigkeiten an der Strecke informieren neue Stelen in Text und Bild.

Nicht nur die sieben Berge selbst sind einen Besuch wert, sondern auch die Region dahinter. Und wie könnte man die idyllischen Landschaften und Dörfer des Naturparks Siebengebirge mit all ihren versteckten Sehenswürdigkeiten besser erkunden als auf dem Kapellenwanderweg.

Jetzt ist die insgesamt 42 Kilometer lange Rundstrecke, die man auch in drei kürzeren Tagestouren – den sogenannten Kapellenschleifen – bewältigen kann, komplett beschildert und markiert. Zur offiziellen Eröffnung der vollendeten Kapellenwanderung am Sonntag wurde symbolisch die Informationsstele an der Sankt-Nikolaus-Kapelle in Heisterbacherrott feierlich enthüllt.

Bürgermeister Peter Wirtz und Franz Bellinghausen als „Vater“ der Kapellenwanderung zogen gemeinsam das Tuch von dem dunkelgrauen Metallfuß, auf dem sich eine Emailleplatte mit Informationen über das kleine Gotteshaus befindet. Ein Foto lässt auch bei geschlossenen Kapellentüren einen Blick ins Innere zu.

Auch wenn die Kapellenwanderung erst jetzt eröffnet wurde, es gibt sie schon sehr viel länger. Bereits vor acht Jahren war die Idee entstanden, die schönen Kapellen der Dörfer im Pleiser Hügelland stärker in den Blick der Öffentlichkeit zu rücken und im Rahmen eines Wanderweges zu verbinden. 2011 wurde das erste von insgesamt zwölf Teilstücken eröffnet.

Das Wegweisersystem siegte bei einem Wettbewerb

2015 bewarb sich der Verschönerungsverein für das Siebengebirge (VVS) als Träger des Naturparks mit der Ausschilderung und Errichtung eines Informationsvermittlungssystems beim landesweiten Förderwettbewerb „Naturpark.2018.NRW“ – und gewann. „Es war damals für den ehrenamtlich arbeitenden Verein eine große Herausforderung, sich an so einem Projekt zu beteiligen“, erinnert sich VVS-Vorstandsmitglied Brigitte Kohlhaas.

Die Umsetzung des Vorhabens mit einem Gesamtvolumen von 113 000 Euro – zu 70 Prozent gefördert vom Land – geriet immer wieder ins Stocken und konnte erst in diesem Jahr, nach Übergabe der Naturpark-Trägerschaft an den Rhein-Sieg-Kreis, endgültig realisiert werden. „Wir sehen uns bestätigt, dass die Entscheidung, die Trägerschaft in die professionellen Hände des Kreises zu übergeben, richtig war“, freute sich VVS-Vorsitzender Hans Peter Lindlar über den erfolgreichen Abschluss des Projekts.

Sich zu verirren ist auf den Kapellenwanderwegen nun fast nicht mehr möglich. Damit niemand vom rechten Weg abkommt, wurde ein umfangreiches Wegeleitsystem installiert. Insgesamt 60 Schilder weisen an Abzweigungen die Strecke aus. Zusätzlich sind die verschiedenen Routen in regelmäßigen Abständen mit den farbigen Kapellenlogos markiert.

Farben erleichtern die Orientierung

markieren So steht weiß für die gesamte Kapellenwanderung und grün für die Schleife Nummer eins, die unter dem Motto „Felder, Wiesen, Weiden“ von Heisterbacherrott über die Kasseler Heide nach Vinxel und Stieldorf und zurück durch das Lauterbachtal führt. Die zweite, gelbe Kapellenschleife führt ab Oberpleis durch entlegene Dörfer und durch Nordrhein-Westfalens größtes Streuobstwiesengebiet.

Die blauen Kapellensymbole gehören zu Schleife Nummer drei, die unter dem Titel „Bergbau, Bäche, Handelswege“ vom Parkplatz Gräfenhohn unter anderem über die Flanken des Hühnerbergs und durch Quirrenbach führt. Im Bereich des Naturschutzgebietes, wo im Siebengebirge nicht Schilder, sondern beschriftete Basaltsteine den Wanderer lenken, wurde die Markierung des Wanderweges in die Steine eingefräst.

Wanderer können sich aber nicht nur über eine exakte Beschilderung freuen. An den Ausgangspunkten der drei Kapellenschleifen in Heisterbacherrott, Gräfenhohn und Oberpleis wurden zudem großformatige Wandertafeln mit Bildern und Kartenausschnitten errichtet, die über die Sehenswürdigkeiten entlang des Weges, den Streckenverlauf sowie über das Höhenprofil aufklären.

An den zwölf Kapellen erfährt der Wanderer zudem Interessantes über die kleinen Gotteshäuser und ihre Geschichte. Und Informationsstelen vermitteln an ausgewählten Punkten der Wanderung Wissens- und Sehenswertes zu Natur, Kultur und Historie – so wird aus dem Kapellen-Pilger ein Kenner der Region.

Der Dank der Verantwortlichen des Naturparks Siebengebirge galt nicht nur dem Landesumweltministerium, dem Landschaftsverband Rheinland, der Städte- und Gemeindenstiftung der Kreissparkasse Köln, dem Gewerbeverein Oberpleis, der Tourismus Siebengebirge GmbH sowie der Wirtschaftsförderungs- und Wohnungsbaugesellschaft Königswinter für ihre finanzielle Förderung, sondern auch all denen, die mit ihren Ideen, ihrem Engagement und ihrer Mitarbeit die Kapellenwanderung realisiert haben.

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