Jugendtreff zieht nach den Herbstferien als Hauptmieter in den Neubau ein

Begegnungshaus in Aegidienberg : Jugendtreff zieht nach den Herbstferien als Hauptmieter in den Neubau ein

Es sieht nicht so aus wie vorgesehen und steht auch an einem anderen Ort als ursprünglich geplant. Trotzdem ist das neue Begegnungshaus in Aegidienberg gefeiert worden.

Zur Einweihung auf dem Gelände der Theodor-Weinz-Grundschule hat der Schulchor gesungen: "Alles Banane, alles klar." Dabei ist nicht Gelb, sondern Orange die Farbe, die ins Auge sticht, und es roch auch nicht fruchtig, sondern "nach neu", wie ein junger Besucher feststellte.

Bis auf die Küchenzeile noch ohne Mobiliar präsentierte sich das Begegnungshaus - kein geschlossenes Gebäude, sondern vier unterschiedlich große Flachdach-Quader, die auf rechteckiger Grundfläche in ihrer Mitte einen Innenhof bilden. Über dem Hauptzugang von der Burgwiesenstraße aus ist ein weiterer Raum aufgesetzt.

Die Fläche der Begegnungsstätte mit zwei schräg gegenüberliegenden Gebäudeöffnungen ist zudem so gestaltet, dass sie einen Ein- respektive Durchgang zum Grundschulgelände darstellt."Verschiedene Phasen des Projekts haben immer neue Lösungen erfordert. Dann hatten wir auch noch Personalknappheit, und deswegen sind wir ungefähr ein Jahr später als ursprünglich gedacht", sagte Bad Honnefs Bürgermeister Otto Neuhoff.

Fördermittel gab es vom Land

Trotzdem sei er zufrieden: "Wir haben ein neues soziales Zentrum geschaffen: für Sport und Bildung, Vereine, Junge und Alte, Aegidienberger und Talbewohner." Mit der benachbarten neuen Sporthalle zur einen, dem im Bau befindlichen Lehrschwimmbecken zur anderen Seite und den neuen Außenanlagen der Schule werde die Stadt an diesem Standort "wenn alles fertig ist, mehr als zehn Millionen Euro investiert haben". Und irgendwann erhalte der Jugendtreff Aegidienberg für seine Aktion "Bauspielplatz" auch noch ein Gelände hinter der Sporthalle, versprach Neuhoff.

Gut eine halbe Million Euro habe die Begegnungsstätte gekostet. Das Land zahle 70 Prozent aus dem Programm "Hilfen im Städtebau für Kommunen zur Integration von Flüchtlingen". Der Fördermittelantrag war im Februar 2016 gestellt worden, um ein Begegnungszentrum nahe der Flüchtlingsunterkünfte am Rederscheider Weg in Rottbitze zu schaffen. Als diese nicht mehr gebraucht wurden, habe das Konzept nach Absprache mit den Fördermittelgebern für den Jugendtreff umfunktioniert werden können, sagte Neuhoff. Schließlich sei die pädagogische Arbeit dort "Integrationsarbeit at its best".

Der Jugendtreff, bisher am Aegidiusplatz über der Polizei im ersten Stock untergebracht, wird nach den Herbstferien als Hauptmieter in die neuen Räume einziehen, so Silke Kornstädt, Geschäftsführerin des Stadtjugendrings. Der Jugendtreff sei Treffpunkt für Menschen vom Viertklässler bis zum Mitte-20-Jährigen: "Er bietet Raum für Gespräche, zum Abhängen, Tischtennis- und Billardspielen. Da gibt es unzählige Möglichkeiten."

Neue Ideen bei der Einweihung

Am neuen Standort, vor dem auch der Schulbus halten soll, seien von 7.30 bis 16.30 Uhr viele Kinder unterwegs, in der Schule und in der Offenen Ganztagsschule (OGS). Die Schule könnte die Räume am Vormittag mitnutzen, bevor der Jugendtreff um 15 Uhr öffne.

Mit der OGS seien Kooperationen denkbar, Gespräche mit der Schulleitung liefen. Das Begegnungshaus sei auch für Sprachkurse für Flüchtlinge nutzbar. Vereine hätten bis dato noch nicht explizit Interesse angemeldet, sagte Kornstädt, aber bei der Einweihung wurden hier und da schon Ideen geäußert. Einige diskutierten auch über die außenliegende Treppe als nicht barrierefreien einzigen Zugang zum Obergeschoss. Andere meinten, sie müssten sich an den orangefarbenen Linoleumboden in allen Räumen erst gewöhnen. Dieser bildet eine Reminiszenz an die Ursprungsplanung, mit der das ausführende Bad Honnefer Architekturbüro einen von der Stadt ausgeschriebenen Architektenwettbewerb gewonnen hatte.

Die Hauptmerkmale des Wettbewerbsbeitrags sind laut Architektin Adriane Niedner-Siebert übernommen worden: Die Anordnung der Pavillons um einen kleinen Platz und vor allem die Vorgabe, die Räume multifunktional zu nutzen. Was aus den bisherigen Jugendtreff-Räumen im städtischen Gebäude am Aegidiusplatz wird, steht noch nicht fest.