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Blitzmarathon in Königswinter: Im Schneckentempo unterwegs

Blitzmarathon in Königswinter : Im Schneckentempo unterwegs

Für die Thomasbergerin, die am Donnerstagmorgen mal eben in Oberpleis einkaufen wollte, endete die Fahrt bereits vor dem Rathaus. Mit 43 Stundenkilometern war sie genau so schnell unterwegs, dass sie ein Bußgeld von

15 Euro bezahlen musste. Sie gehörte damit zu den wenigen Autofahrern, die beim Königswinterer Teil des Blitzmarathons erwischt wurden. Ausgerechnet ein Bus schoss dort den Vogel ab - er wurde mit 45 km/h gemessen.

Zwischen 7 und 9 Uhr startete die Bonner Polizei am Donnerstag auf der Dollendorfer Straße ihren Blitzmarathon rund um das Schulzentrum. Acht Kollegen waren im Einsatz. Das Messgerät zeigte dabei neben der Geschwindigkeit auch die Entfernung des Fahrzeugs an. Laut Herstellerangabe kann es bis auf eine Entfernung von mehr als einem Kilometer messen. In der Praxis sind es jedoch meist nur bis zu 350 Metern - so auch am Donnerstag in Oberpleis.

Auch wenn kein Autofahrer aus dieser Entfernung die Kontrolleure bereits bemerkt haben dürfte, rollte der Verkehr in selten erlebter Langsamkeit durch den Ort. Die Ankündigung des Blitzmarathons in den Medien hatte die Autofahrer vorsichtig werden lassen. "Wir haben heute nicht viele Verstöße", sagte ein Polizist. Bei normalen, nicht groß angekündigten Kontrollen im Bereich des Oberpleiser Schulzentrums tappen mehr Autofahrer in die Laserfalle.

Die Kontrollpunkte hatten die Schüler der Gesamtschule vorgegeben. Sie hatten zusammen mit vier weiteren Schulen aus Bonn und der Region an einer Umfrage der Polizei teilgenommen. Sie sollten beantworten, wo sie sich auf dem Schulweg oder in der Freizeit durch überhöhte Geschwindigkeit von Verkehrsteilnehmern in Gefahr sehen. 2000 Rückmeldungen gingen bei der Polizei ein, allein 330 von Oberpleiser Schülern.

Die von ihnen genannten Straßen befinden sich dabei alle in und um den Ort herum. Außer der Dollendorfer Straße waren es die Herresbacher Straße, die Siegburger Straße, die Königswinterer Straße, die Straße "Im Wiesengrund", die Berghausener Straße, die Ruttscheider Straße, die Thomasberger Straße, die Sander Straße und die Straße "Im Herzeleid". An diesen Stellen kontrollierte die Polizei bis in die späten Nachmittagsstunden.

"Der Blitzmarathon soll die tödlichen Risiken des zu schnellen Fahrens in die Köpfe bringen", sagte Polizeisprecherin Daniela Lindemann. Wie eng der Zusammenhang ist, zeige die Statistik. Bei der Kollision mit einem

65 Stundenkilometer schnellen Fahrzeug sterben acht von zehn Fußgängern. Fährt das Fahrzeug hingegen nur 50 km/h, überleben acht von zehn Fußgängern. Ein zweites Beispiel: Ein Fahrzeug, das mit Tempo 30 fährt, steht an derselben Stelle, wo der Verkehrsteilnehmer, der mit Tempo 50 unterwegs ist, erst zu bremsen beginnt.

Auch im Kreis Neuwied am Donnerstag geblitzt. Nach Auskunft des Polizeipräsidiums Koblenz standen die Messgeräte in Rheinbreitbach auf der Westerwaldstraße, in Linz auf der Linzhausenstraße, in Vettelschoss auf dem Willscheider Weg in Höhe der Schule und an der Kreuzung Michaelstraße/Vogelsang, in Sankt Katharinen auf der Kirchstraße in Höhe der Schule, in Asbach auf der Flammersfelder Straße, in Windhagen auf der Hallerbacher Straße und in Buchholz auf der Rhein-Mosel-Straße.