Keine Gefährdung für die Kinder: Hornissennest in Stieldorfer Kita beseitigt

Keine Gefährdung für die Kinder : Hornissennest in Stieldorfer Kita beseitigt

Bis zu 200 Hornissen hatten in den vergangenen Wochen ihr Nest im Dach einer Kita in Stieldorf eingerichtet. Jetzt zog das Insekten-Domizil unter fachmännischer Hilfe von Königswinter nach Bonn um.

Nur zufällig waren Tina Bauer die neuen Bewohner aufgefallen. Als die Erzieherin der Kita Sankt Margareta in Stieldorf am vergangenen Wochenende von der Eingangstür aus den Weg durch den Garten nahm, sah sie mehrere Hornissen umherfliegen. Ihr Blick ging in Richtung des Daches, wo sich die Insekten durch ein kleines Loch ihren Weg in das Innere bahnten.

An der Einrichtung hatte sich ein Hornissennest gebildet. „Ich habe mich gleich darum gekümmert und die Stadt angerufen“, so Bauer. Über das Amt für Naturschutz beim Rhein-Sieg-Kreis sei sie schließlich an Klaus Maresch verwiesen worden.

Bevor der frühere Berufsimker das Nest von seinem Platz nehmen konnte, hatten Dachdecker Anfang der Woche den Metallschirm entfernt und die Bretterverkleidung heruntergenommen. Einfach mit einem Kopfschutz und den Händen nach dem Nest greifen konnte der Experte dann aber noch nicht.

„Ich habe zum Schutz zunächst die erwachsenen, angriffslustigen Arbeiterinnen eingesammelt“, erklärt Maresch. Erst dann konnte er das Nest herausnehmen. Anschließend haben Maresch und Bauer es mit Heißkleber an Holzbalken festgemacht und es schließlich in einem Nistkasten für Hornissen wieder aufgehangen, diesen dann am Dach befestigt und die eingefangenen Hornissen wieder freigelassen.

Einige Stiche abbekommen

Komplett verschont blieb Maresch bei dem Umzug nicht. Einige Stiche habe er schon abbekommen, sagt Maresch und widerlegt damit zugleich ein altes Gerücht. „Der Spruch 'Drei Hornissenstiche töten einen Menschen, sieben ein Pferd' ist falsch“, so Maresch. Generell gefährlich seien Hornissen ohnehin nicht.

Nur, wenn die Tiere sich bedroht fühlten, würden sie angreifen und zustechen. Dies geschehe instinktiv zur Verteidigung, am Blut des Menschen hätten die Insekten – anders als Mücken – kein Interesse. „In einem Umkreis von zwei bis drei Metern um ein Nest sollten daher hektische Bewegungen und Erschütterungen gelassen werden“, rät Maresch.

Auch wenn Hornissen mit einer Länge von rund drei Zentimetern größer sind als die meisten anderen Insekten, gefährlicher oder giftiger als Wespen seien sie nicht. „Ihr Gift lässt den Stich allerdings schmerzhafter erscheinen.“ Rund 150 bis 200 Insekten hätten sich an der Stieldorfer Kita bereits eingenistet. Auswirkungen auf den Betrieb in der seit zwei Wochen wieder geöffneten Einrichtung habe das Nest jedoch nicht, sagt Bauer.

„Wir haben es den Kindern erklärt und über einen Aushang alle informiert.“ Ein kleiner Bereich wurde abgesperrt, Verhaltensregeln wurden aufgestellt. „Die Eltern waren alle informiert und sind ebenfalls sehr ruhig geblieben“, sagt die Erzieherin. „Wir haben die Kinder von Anfang an mit eingebunden. Nur so funktioniert es.“

Hornissen fliegen nicht im Dunklen

Nachdem das Nest nach dem ersten Einsatz noch einige Tage am Dach der Kita hing, stand für die Tiere ein weiterer Umzug an. Maresch nahm das Nest samt Insekten zu sich in seinen Garten nach Bonn. Abends, denn: „Hornissen fliegen nicht im Dunkeln“, sagt er. Dort werde das Insektenvolk weiter an dem Nest bauen, die Bevölkerung wachse noch auf etwa 400 bis 500 Tiere, schätzt der Experte.

Die „unkritischen Nachbarn“, wie Maresch sie nennt, können sogar ganz praktisch sein. Zwar ernähren sich die ausgewachsenen Exemplare hauptsächlich von kohlenhydratreichen Baumsäften. Für die Aufzucht der Brut werden jedoch Proteine benötigt. „Hornissen jagen daher Fliegen, Bremsen oder andere Wespen“, so Maresch.

Wann sich die Hornissen in der Kita eingenistet haben, weiß er nicht genau. „Die Gründungsphase des Staates ist bei Hornissen im Frühjahr.“ Von den monatelangen Gästen bleibt für die Kinder nur die Erinnerung. Das Nest ist wieder weg, das Dach wird zugemacht.