Vorfreude auf die Saison: Großer Andrang bei Wandermesse in Königswinter

Vorfreude auf die Saison : Großer Andrang bei Wandermesse in Königswinter

Die Besucher sind in Strömen zur WanderArt Messe im Maritim Hotel in Königswinter gekommen. Sie interessierten sich besonders für neue Strecken im Siebengebirge und in der Region.

Drinnen bleiben ging gar nicht an diesem sonnigen Sonntag. Das galt besonders auch für die, die sowieso bei jeder guten Gelegenheit die Wanderschuhe schnüren oder sich aufs Rad schwingen, um Natur zu erleben. Der Bammel, den Oliver Bremm, Geschäftsführer der Tourismus Siebengebirge GmbH, die die Messe in Kooperation mit dem Maritim Hotel Königswinter ausrichtet, vorher hatte, erwies sich als unbegründet. Schon vor Beginn der Messe hatte mancher auf Einlass gehofft, und bereits vor der „Halbzeit“ war mit mehr als 600 Besuchern die erhoffte Besuchermarke von 700 so gut wie erreicht.

Selbst „Wiederholungstäter“ unter den 32 Ausstellern hatten nicht mit solchem Andrang gerechnet. Erst recht nicht Tanja Welter von der Tourist-Information Hachenburger Westerwald, die zum ersten Mal dabei war. „Ich bin gleich ausverkauft“, stöhnte sie lange vor dem Ende der Messe. Auch die Kolleginnen nebenan sorgten sich um ausreichend Nachschub an Prospekten und Wanderkarten, die an jedem der Stände das Bild dominierten.

Vor allem Rundwege kamen an, egal ob im Siebengebirge oder in den umliegenden Regionen. „Nicht so lange Strecken in der Nähe, für die man sich morgens beim Blick aus dem Fenster entscheiden kann“ hatte Lothar Fuchs aus Rheinbreitbach im Visier, aber bei der Messe auch schon ein Ziel an der Nahe für die nächste Kegeltour gefunden. Von der Ahr bis zur Saar stellten sich Touristiker vor, der Nationalpark Eifel war genauso vertreten wie Sehenswürdigkeiten am Wegesrand wie das Adenauerhaus, das Siebengebirgsmuseum oder Ausstellungsstätten der Stadt Bonn, an deren Stand auch der „Radweg der Demokratie“ gut nachgefragt war.

Es gab kaum einen, der der ohne eine Tüte oder Tasche voll Infomaterial, insbesondere Karten, wieder ging. „Aber es wird nicht einfach alles abgegriffen. Die Leute fragen gezielt und kennen sich vielfach gut aus. Wir sind immer wieder gerne hier“, erklärte Ursula Gerharz vom Westerwald-Touristik-Service.

Auf der Suche nach schönen Nebenstrecken in der Umgegend war Julia Elvers-Guyot, die seit fünf Jahren in Ittenbach wohnt, „denn die Hauptwege kennt man ja“. Ihr elfjähriger Sohn Paul steht besonders auf „Wege durch den Wald und Picknick“. Letzteres hatten die Aussteller zwar nicht im Gepäck, aber unermüdlich Äpfel verteilte die frisch gekürte Meckenheimer Blütenkönigin und warb für das bevorstehende Blütenfest und die „Rheinische Apfelroute“, zu der es auch einen gut besuchten Vortrag gab. Einen weiteren Vortrag über eine Alpenüberquerung hörte sich Monika Heringer aus Krefeld an, deren Tochter in Oberdollendorf wohnt, „denn wir planen auch eine Alpentour im Sommer“. Vorruheständler Jürgen Watzlawik aus Bonn-Buschdorf schätzt, auch als Vorbereitung auf den Meraner Höhenweg, „am besten mit der Bahn zu erreichende Wanderstrecken, die man dann auch noch mit einer Einkehr in einem Weinlokal verbinden kann“. Er war einer von vielen Besuchern, die erstmals zur WanderArt kamen und den Besuch zudem mit einer Wanderung verbanden. Ihrer Vorfreude auf die Freiluftsaison drückten sie aus, und waren meist an den Schuhen zu erkennen. So auch Ulrike und Carsten Engel aus Bad Honnef: „Erstaunlich vielfältig“ fanden sie das Messeangebot. „Man weiß gar nicht, wann man das alles ablaufen soll. Da hat das Jahr definitiv zu wenig Wochenenden.“

Die Kapellenschleifen im Pleiser Hügelland und die Hängebrücke Geierlay im Hunsrück hatten sie für sich entdeckt. Versorgt mit entsprechenden Informationen ging es für sie „noch auf ein Eis in die Altstadt und dann natürlich zu Fuß nach Hause.“ Überhaupt war Königswinter an diesem ersten Vorfrühlingswochenende so voll wie ganz selten im Februar.

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