Kommentar zur Drachenfelsbahn: Geteilte Stadt

Kommentar zur Drachenfelsbahn : Geteilte Stadt

Die Neugestaltung des Bereichs zwischen dem derzeit noch bestehenden Bahnübergang Drachenfelsstraße und dem Tourismusbahnhof wird die Altstadt in den kommenden zehn Jahren wie kein anderes Thema beschäftigen.

Wenn die Bahn wirklich in den Jahren 2019 und 2020 Nägel mit Köpfen macht und die Schranke durch eine Unterführung für Fußgänger und Radfahrer ersetzt, wird diese Baumaßnahme eine ganze Kette von anderen Projekten nach sich ziehen. Denn Königswinter wäre dann endlich keine geteilte Stadt mehr.

An erster Stelle ist hier die Bebauung des Bobby- und Rheingold-Geländes zu nennen. Seit die Planungen für ein Factory Outlet Center im Herbst 2015 endgültig zu den Akten gelegt wurden, schlummern diese Schlüsselflächen wieder vor sich hin. Kein Investor hat ein Interesse, hier etwas zu unternehmen, bevor der Bahnübergang verschwindet. Außerdem werden die freien Flächen für den Bau der Tunnelröhre benötigt, bevor diese im letzten Schritt unter Bahntrasse und Wilhelmstraße verlegt wird.

Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass die Drachenfelsbahn kalte Füße bekommen hat, was die gastronomische Nutzung ihres geplanten Neubaus an der Winzerstraße angeht. Wenn die Gäste jahrelang auf eine Großbaustelle blicken müssen, ist das alles andere als gut fürs Geschäft. Dieser Anblick bliebe den Besuchern an dem Standort, an dem sich heute noch die Verwaltung der Bergbahnen befindet, erspart. Dort wäre auch mehr Platz für Außengastronomie.

Der Zeitpunkt der Umplanung sorgt aber schon für ein wenig Erstaunen. Schließlich ist das Bauvorhaben seit Jahren, um nicht zu sagen seit Jahrzehnten, in der Stadt hinlänglich bekannt.

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