Lemmerzbad in Königswinter: Freibadbilanz fällt „nicht so berauschend“ aus

Lemmerzbad in Königswinter : Freibadbilanz fällt „nicht so berauschend“ aus

Obwohl die Freibadsaison seit dem 27. September beendet ist, war im Königswinterer Lemmerzbad viel los: 128 Vierbeiner waren beim Hundeschwimmen. Deutlich weniger als in den Vorjahren. Auch die reguläre Freibadbilanz fällt in diesem Jahr "nicht so berauschend" aus.

Die Freibadsaison ist zwar seit dem 27. September offiziell beendet, dennoch war am Samstag im Lemmerzbad in Königswinter noch einmal der Bär los - oder besser gesagt: der Hund. 128 Vierbeiner ließen sich beim Hundeschwimmen auch durch Regen und Kälte nicht vom Sprung ins Wasserbecken abhalten. "Wir hatten bei dem Wetter schon befürchtet, allein mit dem Tierschutzverein hier zu sitzen", freuten sich Schwimmbadbetreiber Elke Stoll und Ingolf Pott über die für die schlechten Wetterverhältnisse sehr gute Resonanz.

Begleitet wurden die Wasserratten nämlich von immerhin 240 ebenfalls wetterfesten Herrchen und Frauchen. "Für diesen Dauerregen ist das gigantisch. Die Veranstaltung ist ein echter Selbstläufer", so Stoll. Bei gutem Wetter locke das Hundeschwimmen die doppelte oder gar dreifache Menge tierischer Badegäste an: 2018 wurden 381 Hunde gezählt, 2016 sogar weit über 500.

Auch die reguläre Freibadbilanz fällt in diesem Jahr "nicht so berauschend" aus, so Pott. Obwohl das Freibad vier Wochen länger geöffnet war als 2018, passierten rund 17.000 Besucher weniger als im Vorjahr das Drehkreuz an der Kasse. Insgesamt wurden vom 1. Juni bis zum 27. September 36.242 Badegäste gezählt, im Sommer davor waren es 53.904. "Für uns ist das ein erheblicher Verlust." Schuld sind nach Ansicht von Pott vor allem die Wetterkapriolen: "Mal war es zwei Tage gut, dann wieder schlecht." Auch habe sich das Freizeitverhalten der Menschen geändert. "Wir sind früher als Kinder bei 20 oder 22 Grad ins Freibad gegangen, heute müssen es schon 30 Grad sein." Zeige sich beim Blick auf die Wetter-App dann womöglich nachmittags ein Wölkchen, werde vorsorglich gleich auf den Besuch im Freibad verzichtet.

Eingespielt habe sich im Laufe der Saison die Rückerstattung der Parkkosten, wie Stoll berichtet: "Die Leute haben sich jetzt daran gewöhnt." Dass die Familie Streve-Mülhens seit Juni Gebühren erhebt für das Parken auf dem Parkplatz am Oberweingartenweg, der auf ihrem Grundstück liegt, hatte anfangs für Irritationen und Unmut unter den Badegästen gesorgt. "Viele Leute waren einfach nicht informiert und dachten, wir wollten uns selber an den Parkgebühren bereichern", so Stoll.

Im Hallenbad geht es zunächst weiter

Für den Schwimmbadbetreiber ist das Rückerstattungsverfahren indes mit erheblichem Aufwand verbunden. "Das ist ein Wahnsinns-Verwaltungsakt", sagt Pott. So müssen die zu erstattenden Parkgebühren zunächst vorfinanziert werden, damit die Badegäste an Ort und Stelle die Hälfte des gezahlten Betrags zurückerhalten. "Wir bekommen die Summe dann später von der Stadt erstattet."

Während das Freibad nun endgültig die Tore geschlossen hat, geht es im Hallenbad zunächst weiter - voraussichtlich bis zum 27. Oktober. "Wir haben aber Badegäste, die sicher sind, dass wir da auch noch den Weihnachtsbaum aufstellen", sagt Pott. Tatsächlich war die Schwimmtreff GmbH auch erst fünf Tage vor der zunächst geplanten Schließung des Bades am 27. August von der Stadt gebeten worden, den Hallenbadbetrieb doch noch weiter aufrechtzuerhalten. Der Hintergrund: Die Stadt konnte den Auftrag an das Abbruchunternehmen nicht wie geplant Ende August erteilen, der für Anfang Oktober geplante Abriss musste verschoben werden. Es hatte Klärungsbedarf gegeben, da die Kosten für das neue Schwimmbad nach den Ergebnissen der Ausschreibung um 1,3 Millionen Euro höher lagen als ursprünglich veranschlagt.

Ob es jetzt definitiv dabei bleibt, dass das Hallenbad am 27. Oktober dichtmacht, vermag Pott nicht zu sagen: "Wir wissen nichts Genaues." Ohnehin seien die Besucherzahlen im Hallenbad aufgrund des Hin und Her eher verhalten: "Wir laufen hier dem Plan hinterher."

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