Neubau des Hallenbads in Königswinter: Förderverein „Rettet die Lemmerzbäder“ bringt sich ein

Neubau des Hallenbads in Königswinter : Förderverein „Rettet die Lemmerzbäder“ bringt sich ein

Der Förderverein „Rettet die Lemmerzbäder“ will sich beim Neubau des Hallenbads in Königswinter einbringen. Siegfried Losch ist neuer Vorsitzender.

Obwohl auf ein Bürgerbegehren verzichtet wurde und ein Kompromiss in Sachen Neubau des Paul-Lemmerz-Hallenbads in Königswinter gefunden ist, gibt es keinen Grund für den Verein „Rettet unsere Lemmerzbäder“ die Hände in den Schoß zu legen. Im Gegenteil: Bei seiner Mitgliederversammlung sah er sich vor wichtigen Weichenstellungen zur Umsetzung des Neubau-Beschlusses und will diesen Prozess kritisch und konstruktiv begleiten.

„Wir haben jetzt eine Lösung gefunden, die uns zufriedenstellt“, sagte Siegfried Losch. „Nun aber geht es um die Details, und das ist viel Arbeit.“ Losch, dessen Frau und bisherige Vereinsvorsitzende Inge Heuser-Losch im vergangenen Herbst gestorben war, wurde bei der Sitzung am Samstag zum Nachfolger seiner Frau an der Vereinsspitze gewählt.

„Jeder, der selbst gebaut hat, weiß, was dabei alles schiefgehen kann und wie viele Fehler auftauchen, die sich dann langfristig auswirken.“ Sowohl beim Neubau des Hallenbads als auch mit Blick auf die Zukunft des Lemmerz-Freibads sei mit dem Verein zu rechnen. Das machte der Vorstand deutlich und gab sich kämpferisch – gerade weil er sich eigentlich mehr als zehn Jahre für eine Sanierung des Hallenbads eingesetzt habe und nun doch der Neubau kommt. Gleichwohl habe der Förderverein erfolgreich Einfluss auf die Planung nehmen können.

Zweifel an Zeit- und Kostenrahmen

Die Pläne lagen auch bei der Mitgliederversammlung aus, der indes von mehr als 300 Mitgliedern, darunter viele Familien, nur knapp ein Dutzend beiwohnten. Sie teilten jedoch scheinbar alle die Befürchtungen des Vorstands, dass sich weder Zeit- noch Kostenrahmen beim Hallenbad-Neubau einhalten lassen: Statt 2021 sei wohl eher eine Baufertigstellung Ende 2022 realistisch, und bei geschätzten Kosten von 9,6 Millionen Euro für das Hallenbad und 3,1 Millionen Euro für die Kita seien wegen oft zu optimistischer Angaben von Firmen und Verwaltung sowie der „gegenwärtigen Überhitzung der Baukonjunktur“ Mehrbelastungen von 20 bis 30 Prozent zu berücksichtigen.

Wo heute die tiefste Stelle des Hallenbads sei, sei früher zudem eine Müllkippe gewesen, sagte Losch außerdem, und die müsse gegebenenfalls saniert werden. Ein schritt, der ebenfalls Mehrkosten verursache.

„Und was die Kosten beim Hallenbad in die Höhe treibt, fehlt nachher beim Freibad“, sagte die stellvertretende Vereinsvorsitzende Annette Hertner mit Blick auf die Anlage mit 50-Meter-Schwimmbecken mitten im Naturschutzgebiet, bei der ebenfalls dringend eine Sanierung anstehe.

„Beim Freibad werden wir so lange kämpfen, bis die Sanierung durch ist. Da gibt es keine Kompromisse und keinen Neubau“, kündigte sie an. Außerdem stellte sie fest, dass es beim künftigen Freibadbetrieb wohl eher nach einer Bürgerbeteiligung aussehe und dass die Freibadsaison in diesem Jahr wegen noch nicht erfolgter Handwerkerleistungen wohl erst im Juni beginne und bis September verlängert werde. Beim Hallenbad ging sie davon aus, dass es Ende August schließt.

Den Sachverstand seiner Fachleute und Vorschläge zu Kosteneinsparung etwa bei der Energieversorgung der Bäder will der Verein gerne auch in Gespräche mit der Stadt Königswinter einbringen. „Wir wissen was wir wollen: Die Bäder erhalten – für alle“, sagte der neue Vorsitzende.

Neben Hertner setzen sich dafür an seiner Seite der ebenfalls einstimmig wiedergewählte Kassierer Jörg Brüßler ein sowie der neue Schriftführer Jens Ingwersen und die Beisitzer Manfred Stützer und Angela Großmann. Zu Kassenprüfern wurden außerdem Rita Müller-Geiger und Julia Jakobi-Gies bestimmt.

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