Rundflüge für die Besucher: Flugplatzfest in Eudenbach

Rundflüge für die Besucher : Flugplatzfest in Eudenbach

Die Fliegerfreunde Westerwald und die Kölner Segelflieger laden zum zweitägigen Fest auf dem Flughafen Eudenbach. Mit erfahrenen Piloten heben dort auch die Besucher ab.

Verdrehte Welt. Normalerweise beobachten sie die Flugzeuge von der Terrasse aus am Himmel. Nun schauten Frederik Wolf und Malin Allmann aus Eulenberg selbst mal aus der Vogelperspektive auf ihr Haus. Die Fliegerfreunde Westerwald und die Kölner Segelflieger boten beim Flugplatzfest nicht nur ein Schau-Programm am Boden, sondern luden die Besucher ein, mit ihnen abzuheben. Erfahrene Piloten starteten mit Gästen zu 15-minütigen Rundflügen – im viersitzigen Motorflugzeug, im Motorsegler oder im Doppelsitzer-Segelflugzeug.

Für Malin Allmann war es der erste Flug in einem Kleinflugzeug. „Das war schon sehr aufregend“, sagte sie, als sie aus dem weiß-roten Motorflugzeug PA 28 stieg und wieder festen Boden unter den Füßen hatte. „Aber ich habe dem Piloten vertraut“, meinte sie, nachdem Günther Sutorius sein 180-PS-Fluggerät sicher aufgesetzt hatte. Vor allem der Blick auf das eigene Dorf gleich in Flugplatznähe war beeindruckend. Frederik Wolf kannte das schon von früheren luftigen „Spritztouren“ her. „Wir freuen uns über jedes Flugzeug am Himmel und haben die Flight-radar-24-App, sodass wir per Handy Ziel und Abflughafen ermitteln können.“ Nach seiner Tour zeigte Frederik Wolf dem Publikum sein eigenes Fluggerät – ein Modellflugzeug.

Verein hat 60 Mitglieder

Veranstaltungsleiter Georg Linkowski, zweiter Vorsitzender der Fliegerfreunde Westerwald, die mit den Kölner Segelfliegern als Interessengemeinschaft der Luftsport-Vereine (IG Eudenbach) Flugplatzhalter sind: „Bei diesem Fest wollen wir mit unserer Nachbarschaft in Kontakt treten und ihnen auch gerne ihre Heimat von oben zeigen.“ 60 Mitglieder hat der Verein. Und alle waren eingespannt. Auch die Familien machten mit. Linkowskis Frau Nicole stand mit Sohn Leonard an der Frittenbude. Tochter Isabel bediente das Waffeleisen.

Günther Sutorius flog mit seinen Gästen über deren Häusern eine Schleife. „Da oben ist es heute recht ruhig, nicht bockig“, erzählte der Koblenzer, der nicht nur in einer Schule unterrichtet, sondern auch Fluglehrer und Class Rating Instructor (CRI) ist, der Flugberechtigungen ausstellen darf. „Fliegen ist nicht schwer, das Landen muss geübt werden“, sagte Sutorius Interessenten, während ein Segelflugzeug per Seilwinde schnell an Höhe gewann.

Vom Segelflugzeug bis zum Flugdrachen mit Motor

18 Motorflugzeuge und vier Segelflugzeuge konnten besichtigt werden. Auch mehrere Trikes – das sind die Flugdrachen mit Motor. Sogar einige Belgier kamen drachenstark herangeflogen. Aus Bonn waren Marcus Rott und Edmund Plag mit ihrem Doppelsitzer-Trike gekommen. „Ich bin vom Motorschirm aufs Trike umgestiegen, auch um meinen Radius zu vergrößern. Ich kann bis zu zwei Stunden in der Luft bleiben“, so Rott. Was ihm wichtig ist: Im Trike weht ihm der Wind um die Nase.

Vor dem Piloten befinden sich die Instrumente, der Propeller sitzt ihm quasi im Nacken, sodass Rundumsicht besteht. Gesteuert wird mit der Stange. Würde die Segelfläche zum Beispiel durch Vogelschlag zerstört, sind die Piloten nicht verloren. Ein roter Griff, die „Rettung“, lässt eine Rakete mit Fallschirm herausschießen. Vom Trike aus beobachtet Marcus Rott gern mal ein Rennen auf dem Nürburgring oder verfolgt den Lauf eines Flüsschens von der Quelle bis zur Mündung. Für manche Besucher war das die zündende Idee, um bald selbst die Luft zu erobern.

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