Besuch aus Aserbaidschan: Familienzusammenführung nach neun Jahren

Besuch aus Aserbaidschan : Familienzusammenführung nach neun Jahren

Seine Großmutter kannte Ümit bisher nur von Fotos und vom Skypen (Internet-Telefonie mit Bild, Anm. d. Red.) im Internet. Als seine Eltern vor neun Jahren aus Aserbaidschan nach Deutschland kamen, war der Sechsjährige, der seit drei Jahren den CJD-Musikkindergarten in Rauschendorf besucht, noch nicht geboren. Jetzt wurde Wiedersehen gefeiert.

Das Geld für den Flug der Oma nach Deutschland hatten die Eltern zusammen, Anträge und Formulare für die Urlaubsreise nach Deutschland waren bereits ausgefüllt, doch es blieb die Sorge um die Ausreisegenehmigung der aserbaidschanischen Behörden.

Deshalb bat Ümits Mutter die Kita-Leiterin Bernadette Knecht um Unterstützung. Knecht rief den Botschafter an und schilderte das Anliegen der Familie. Ob es nun das Telefonat oder Zufall war, wenig später hatte Ümits Oma ein Visum für zwei Monate. Auf dem Frankfurter Flughafen gab es dann nach neun Jahren das große Wiedersehen.

Doch nicht nur für Ümit und seine Familie war der Besuch ein Gewinn. Im großen Gesprächskreis im Kindergarten berichtete die alte Dame vom Leben in ihrem Heimatdorf, von ihrem Heimweh, das sie bereits nach wenigen Tagen hatte, und von der Hauptstadt Baku mit ihren rund drei Millionen Einwohnern.

Da die Kinder sich auf den Besuch vorbereitet hatten, stellten sie viele Fragen, die Ümit und seine Mutter übersetzten. Sie erfuhren, dass es in Aserbaidschan wegen der häufigen Erdbeben Pflicht ist, sein Haus zu versichern. Außerdem, dass in Aserbaidschan alle jungen Männer Militärdienst ableisten müssen. Die gemeinsame Zeit mit der Großmutter war für Ümits Familie viel zu schnell vorbei. Sie bleiben in Stieldorf, während die Oma in die Heimat zurückgekehrt ist. Bis zu ihrem nächsten Besuch sollen aber nicht wieder neun Jahre vergehen.