Kontrollfahrt durch Königswinter: Falschparker blockieren Straßen für Feuerwehr

Kontrollfahrt durch Königswinter : Falschparker blockieren Straßen für Feuerwehr

Immer wieder halten sich Autofahrer nicht an die Parkregeln. Eine Kontrollfahrt von Feuerwehr und Ordnungsamt durch den Königswinterer Berg- und Talbereich verdeutlicht, wie dadurch wertvolle Minuten verloren gehen können.

Schon nach wenigen Minuten ist es vorbei mit der reibungslosen Fahrt. Die Strecke vom Gerätehaus des Altstadt-Löschzugs über die L331 auf die Haupt- und die Kaiserstraße hat das Drehleiterfahrzeug der Feuerwehr Königswinter ohne Verzögerungen zurückgelegt. Jetzt wird es in der Linkskurve zur Brandstraße schon eng. Behutsam manövriert der Fahrer das zwölf Meter lange und drei Meter breite Fahrzeug an den parkenden Autos vorbei, dann schafft er es schließlich doch. „Das ist etwas problematisch, geht aber noch“, sagt Alexander Klein, Servicebereichsleiter Feuerwehr und Rettungsdienst.

Gemeinsam mit dem Ordnungsamt fährt die Feuerwehr an diesem Nachmittag und frühen Abend Straßen und ausgewählte Engstellen im Berg- und Talbereich der Stadt an, um zu überprüfen, ob die großen Fahrzeuge der Wehr diese ohne Einschränkungen durchfahren können. „Es geht darum, Autofahrer für die Problematik zu sensibilisieren“, erklärt Klein. Immer wieder komme es vor, dass die Fahrbahn zu sehr eingeengt sei oder das Parkverbot an Einmündungen nicht eingehalten werde.

Wertvolle Minuten gehen verloren

So wie nur weitere wenige Minuten später, als die Kolonne aus Ordnungsdienstfahrzeug, Drehleiter, Mannschaftstransportfahrzeug und Kommandowagen an die Ecke Kronprinzenstraße/Brandstraße kommt. Ein Auto steht dort so im Kurvenbereich, dass die Drehleiter nicht durchkommt. Bevor das Ordnungsamt eingreift, ist die Halterin schon an ihrem Fahrzeug und fährt es weg. „Im Ernstfall müssen wir einen anderen Weg finden oder das Auto wegschieben“, sagt Klein. „Doch egal, was wir machen, es kostet Zeit.“

Wenn die Drehleiter, das größte Fahrzeug der Wehr, aufwendig rangiert werden muss, bevor die Weiterfahrt möglich ist, können wertvolle Minuten verloren gehen. Laut Michael Bungarz, Leiter der Königswinterer Feuerwehr, ist das keine Seltenheit: „Probleme gibt es immer wieder.“

Beengte Situation

Als nächsten Brennpunkt hat der Verkehrsordnungsdienst den Bereich um die Longenburger und die Sebastianusstraße in Niederdollendorf ausgemacht. Nach der problemlosen Fahrt über die Rheinallee und die Remigiusstraße wird in dem Bereich das Problem sichtbar. Rechts und links am Fahrbahnrand der Sebastianusstraße stehen Fahrzeuge, eine Autofahrerin muss ihren Wagen etwas vorfahren.

Die beengte Situation sei nicht ungewöhnlich. „Teilweise kommt man mit dem Pkw nicht mehr durch“, sagt die Frau. Ordnungsamtsleiter Nicolas Klein macht derweil den Halter eines anderen Fahrzeuges ausfindig, der seinen Wagen ebenfalls wegfahren soll. Klein belehrt ihn über die Gefahren und mögliche Folgen. „Er war sehr einsichtig“, sagt er. Nach der Fahrt durch den Talbereich fahren Feuerwehr und Ordnungsamt in den Bergbereich zum neu gebauten Gerätehaus der Löschgruppe Uthweiler in Oberpleis, wo mit der zweiten Drehleiter die Kontrollfahrt fortgesetzt wird.

Unterschiedliche Bebauung im Berg- und Talbereich

„In der Königswinterer Altstadt gibt es viele enge Straßen, da kann es schnell größere Probleme geben. Hier oben im Bergbereich ist die Bebauung viel offener“, erklärt Bungarz. Die Fahrt durch Oberpleis, unter anderem am Schulzentrum entlang, und durch Thomasberg verläuft reibungslos, an zwei Stellen in Heisterbacherrott hingegen gibt es Probleme. In der engen Straße Zum Buschhof und in der Vogtsgasse müssen Autos umfahren werden. Nur wenige Zentimeter trennen Hauswand und parkende Wagen von der Drehleiter. „Bei Tageslicht geht das. Wenn es dunkel ist, kostet das deutlich mehr Zeit.“

Auch spielen die Bedingungen eine Rolle. Während einer solchen Probefahrt sei es deutlich entspannter, als im Einsatzfall: wenn die Wehrleute in der Nacht aus dem Schlaf gerissen wurden, unter Adrenalin stehen, schnellstmöglich zum Einsatz fahren und möglicherweise Menschen gerettet werden müssen, sagt Bungarz.

Erneute Zentimeterarbeit

„Es geht nicht weiter“, heißt es einige Minuten später beim Abbiegen in die Straße Am Eichholz. Ein Auto muss weggefahren werden, damit die Drehleiter um die Kurve rangiert werden kann. Erneute Zentimeterarbeit. Einige Meter weiter das nächste Problem: Ein Wagen ist zu weit weg vom Bordstein geparkt. Keine Chance für die Drehleiter. Der Autobesitzer ist nicht zu Hause, Nicolas Klein überlegt, einen Abschlepper zu rufen. Doch die Entscheidung wird ihm abgenommen, denn der Mann kommt gerade rechtzeitig zurück und parkt seinen Wagen um. „Da hat er Glück gehabt“, sagt der Ordnungsamtsleiter.

Es ist die letzte Engstelle der Kontrollfahrt. „Wir haben Glück gehabt“, sagt Bungarz am Ende der knapp dreistündigen Tour. Der größte Teil der Strecke verlief problemlos. Vor allem an Wochenenden, spät abends, außerhalb der Ferien und während Veranstaltungen sehe die Situation deutlich schlechter aus.

Das Ordnungsamt zieht ebenfalls ein positives Fazit. „Es lief besser als gedacht“, sagt Nicolas Klein, fügt aber an: „Trotzdem gibt es Probleme, da müssen wir dranbleiben. Es gibt schon die Notwendigkeit zu kontrollieren.“ Daher sei im Herbst eine erneute Kontrolltour geplant. Damit die Fahrt im Ernstfall wirklich reibungslos funktioniert.

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