Eselsweg am Drachenfels im Siebengebirge nach Sperrung wieder frei

Am Drachenfels : Eselsweg ist nach jahrelanger Sperrung wieder frei

Fast drei Jahre lang war der Eselsweg in Königswinter gesperrt. Seit Mittwoch ist der bekannte Wanderweg zum Drachenfels wieder freigegeben. Die Sanierung hat rund 3,5 Millionen Euro gekostet. Der Drachenfels bleibt dennoch eine Baustelle.

Fast drei Jahre nach seiner Sperrung ist der Eselsweg zum Drachenfels seit Mittwoch wieder frei. Der bekannte Wanderweg, der von Königswinter bis zu der markanten Burgruine auf dem 321 Meter hohen Felsmassiv führt, war seit Januar 2017 wegen Steinschlaggefahr gesperrt. Nun sind die aufwendigen Sanierungsarbeiten an diesem Bereich des Berges abgeschlossen. Die Kosten belaufen sich nach Angaben der Kölner Bezirksregierung auf rund 3,5 Millionen Euro - ursprünglich war eine Million Euro kalkuliert.

Regierungspräsidentin Gisela Walsken schnappte sich am Mittwoch den Schlüssel, die rot-weiße Kette fiel, das Absperrgitter zum Eselsweg auf dem Drachenfelsplateau konnte beiseite geschoben werden. Sebastian Schuster, Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, und Königswinters Bürgermeister Peter Wirtz entfernten die Verbotsschilder in deutscher und englischer Sprache, die fast drei Jahre lang vor dem lebensgefährlichen Betreten des Wanderwegs gewarnt hatten. Walsken, Schuster und Wirtz betraten als erste den Weg.

„Ich bin froh, dass wir das noch vor Weihnachten geschafft haben“, sagte Walsken. „Wir haben einen Berg saniert, das war Pionierarbeit. Der Drachenfels ist definitiv einer unserer schönsten Aussichtspunkte, eine Landmarke, ein Symbol unserer Heimat.“ Sie freue sich, dass durch die Sanierung eines der beliebtesten Naherholungsgebiete im Rheinland auch für kommende Generationen bewahrt werden konnte.

Der Drachenfels ist eines der beliebtesten Naherholungsziele in Nordrhein-Westfalen. Die Wiedereröffnung des Eselsweges war mehrfach verschoben worden, weil im Laufe der Sanierungsarbeiten immer wieder neue Schäden zutage traten.

Für die Arbeiten musste ein 53 Meter hohes Gerüst errichtet werden. Erst dann konnten Mitarbeiter von Spezialfirmen die Hunderte von Klüften mit Beton verschließen. Wuchtige Anker und Felsnägel wurden in den Stein getrieben, um ihn zu stabilisieren.

Landrat Schuster erinnerte daran, dass der Eselsweg auch Bestandteil des neuen Beethoven-Wanderwegs ist. Bürgermeister Peter Wirtz fiel mit dem Sanierungsende ein Stein vom Herzen. „Der Eselsweg ist einer der symbolträchtigsten Wege. Wenn etwas Derartiges der Nutzung entzogen wird, ist das dramatisch.“ Er betonte aber: „Der Drachenfels ist eine ewige Baustelle, das wird nie aufhören.“

Der Drachenfels mache seit Jahren Sorgen, so Walsken. „Er ist ständig in Bewegung und birgt Steinschlaggefahr.“ Es sei nichts anderes übrig geblieben, als den Eselsweg zu sperren, nachdem 2017 Messungen des geologischen Dienstes NRW im Auftrag der Bezirksregierung Köln ergeben hatten, dass die Standfestigkeit des Drachenfels unterhalb des Bergfrieds nicht mehr gewährleistet ist.

„Die vorhandenen Sicherheitsmaßnahmen wurden auf Grund der Gesteinsbewegungen als nicht mehr ausreichend bewertet. Im Fels wurden deutliche Verschiebungen und Risse beobachtet. Es bestand akute Gefahr, dass mehrere Kubikmeter große Gesteinsblöcke sich lösten und auf den unmittelbar darunter verlaufenden und sehr beliebten Eselsweg herabstürzten.“

Nach der umgehenden Wegsperrung begannen die Arbeiten im August 2017. Dabei stellte sich heraus: Das Schadensbild an der vor rund 50 Jahren gesicherten Bergspitze war deutlich größer als gedacht. Die Folgen: längere Bauzeit, höhere Baukosten, insgesamt rund 3,5 Millionen Euro.

Aber nun ist der Felsen wieder eine Festung. „Ein Drittel des Felsens ist für die nächsten Jahrzehnte gesichert“, so Walsken. Wer jetzt den Eselsweg entlanggeht, sieht nackten Fels, in dem rund 200 zwei bis sechs Meter lange Felsnägel stecken. Außerdem wurden sieben alte Spannglieder, die als Anker dienten, ausgetauscht und zwei neu gesetzt. Diese Anker befinden sich hinter Klappen, die vom Eselsweg aus zu sehen sind – die Gegenstücke sind auf der anderen Bergseite. An diesen Ankern werden regelmäßig die Spannungsverhältnisse gemessen, um Gefahren zu erkennen. Denn: „Diese Sanierung ist nicht für die Ewigkeit, wir werden da immer wieder ran müssen“, so Thomas Metz von der Bezirksregierung.

Im Frühjahr werde sich der Anblick des Drachenfelses schon wieder ändern, dann wachsen im Sanierungsbereich bereits wieder Steingräser. Thomas Metz klemmte sich am Schluss die Warnschilder unter den Arm. Die kommen mit zur Bezirksbehörde – in der Hoffnung, dass sie erst Generationen später wieder benötigt werden.

(Mit Material von dpa)

(dpa)