Wegweiser zum Siebengebirsgmuseum: Eselskulpturen dienen in Königswinter der Orientierung

Wegweiser zum Siebengebirsgmuseum : Eselskulpturen dienen in Königswinter der Orientierung

In der Königswinterer Altstadt sind in dieser Woche Eselskulpturen aufgetaucht. Sie weisen den Weg zum etwas abseits gelegenen Siebengebirgsmuseum. In einer Ausstellung widmet sich dieses dem heimlichen Wappentier der Stadt.

Peter Wirtz hatte die Sache genau im Blick. „Der Mülleimer muss weg“, sagte Königswinters Bürgermeister bei der Aufstellung eines der insgesamt acht besonderen Wegweiser in der Königswinterer Altstadt. Schließlich sollen die Eselfiguren, die Besuchern den Weg zum Siebengebirgsmuseum an der Kellerstraße weisen, gerne auch als Fotomotiv herhalten – ganz so, wie ehedem die Fotografieresel der Drachenfelsfotografen oder die lebendigen Vorbilder, die auch heute noch in der Saison am Aufstieg zum Drachenfels auf junge Kundschaft warten. Gesagt, getan. Der Mülleimer, der das Bild störte, kam weg. Und schon erregte der graue Gesell erstes Aufsehen bei einer Gruppe jugendlicher Passanten.

Esel ist heimliches Wappentier von Königswinter

Der erste der insgesamt acht Esel war bereits am Montag auf dem Marktplatz aufgestellt und vom Bauhofteam an seinen Hufen fest im Boden verankert worden. Am Mittwoch folgten Exemplar Nummer zwei an der Ecke von Winzerstraße und Drachenfelsstraße am Amtsgericht. Im Laufe dieser Woche werden weitere Esel an der Rheinallee/Ecke Kellerstraße unweit des Siebengebirgsmuseums sowie an den Punkten Drachenfelsstraße/Ecke Hauptstraße, Hauptstraße/Einmündung Bahnhofstraße, Bahnhofstraße/Einmündung Bahnhofsallee, Drachenfelsstraße/Ecke Wilhelmstraße und am nördlichen Ende der Fußgängerzone ihren informativen Dienst antreten.

Ein Modell soll zudem im Garten des Siebengebirgsmuseums aufgestellt werden, sozusagen der Ziel-Esel. Lediglich in der Fußgängerzone an der Einmündung zur Kellerstraße wurde statt des Langohrs „nur“ ein größeres Schild angebracht. An der Stelle, so hieß es bei der Vorstellung der Aktion, fehlte einfach der Platz, um eines der heimlichen Wappentiere Königswinters anzubringen.

Apropos heimliches Wappentier: Just das ist es, was die Esel sozusagen zu geborenen Hinweisgebern in Königswinter habe avancieren lassen, so Ulrich Berres, Geschäftsbereichsleiter Kultur bei der Stadt Königswinter. Denn: „Die Esel sind besonders bekannte Werbe- und auch Sympathieträger in unserer Region“, erklärt er. Als es darum ging, der Marketingstrategie für das Siebengebirgsmuseum neue Impulse zu geben, kam prompt die Idee auf, den Esel zur Leitfigur zu machen, um die Auffindbarkeit des Siebengebirgsmuseums zu verbessern.

Museum hat 10.000 Besucher im Jahr

„Es ist ein spezielles Problem des Museums, dass es nicht an einem der Hauptlaufwege liegt, sondern vielmehr ein bisschen versteckt“, sagt Berres. Zwar kämen Jahr für Jahr rund 10.000 Besucher, sagt Museumsleiterin Sigrid Lange: „Aber natürlich würde man sich da mehr wünschen.“ Zumal das Museum einiges zu bieten habe, als da wären die Dauerausstellung und die Sammlung Rheinromantik, aber auch wechselnde Sonderausstellungen.

Da passt es gut, dass die aktuelle Sonderausstellung ebenfalls dem Esel gewidmet ist – ein facettenreicher, informativer und auch humoriger Rundumschlag zu diesem als störrisch beschriebenen Gesell, der in Königswinter und dem Siebengebirge durchaus positiv besetzt ist. „Esel – Tradition und Geschichten“, so lautet der Titel der Ausstellung, die Historisches zum Esel – nicht nur aus Königswinterer Sicht – bereithält sowie Fotografien, Dokumente, Bilder, Karikaturen und Skulpturen. Beispiele aus der Literatur und aus Kinderbüchern, aber auch aus der Musik runden die Schau ab.

Keine Frage, da darf im Museum auch das Original eines alten Fotografieresels nicht fehlen, der früher den Drachenfelsfotografen als Motiv diente – und auf den fürs Erinnerungsfoto vor allem, aber nicht nur, Kinder kletterten.

Nichts für Personen über 50 Kilogramm

Acht schöne Motive gibt es nun in Königswinter, verbunden allerdings mit dem Hinweis: Für Personen über 50 Kilogramm ist die Tragkraft des Glasfaseresels nicht gemacht. Kinder hingegen dürfen gerne Platz nehmen in einem der Sättel, die noch mit speziellen Folien versehen werden, damit die Schrift bei Benutzung nicht allzu schnell verblasst.

Jedem Esel eigen ist die Angabe, wie viele Minuten Fußweg das Museum entfernt ist, und die entsprechende Pfeilrichtung. Die Kosten beliefen sich auf rund 14 000 Euro; 4400 Euro entfielen auf die Herstellung des Urmodells und der Urform nach dem Vorbild des „Ur-Fotografier-Esels“, das wie das ganze Museum nun auf noch mehr Besucher hofft.

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