WWG Königswinter: Es fehlt an Bauland in der Stadt

WWG Königswinter : Es fehlt an Bauland in der Stadt

Ein bisschen war den beiden Geschäftsführern Andreas Pätz und Hubert Kofferath der Stolz anzumerken, als sie am Dienstag erstmals in den neuen Räumen der Wirtschaftsförderungs- und Wohnungsbaugesellschaft (WWG) Königswinter an der Hauptstraße 445 den Jahresabschluss 2015 vorlegten.

Denn zu den erfolgreichen Projekten des vergangenen Jahres zählt auch der Neubau eben jenes Geschäfts- und Wohnhauses an Stelle der Brandruine an der Hauptstraße.

240.000 Euro Dividende wird die WWG in diesem Jahr an ihre Gesellschafter – 78 Prozent der Anteile hält die Stadt, je elf Prozent die Kreissparkasse und die Volksbank – ausschütten, was laut Pätz beinahe dem gesamten Gewinn entspricht. Bürgermeister Peter Wirtz: „Das hat uns die Gemeindeprüfungsanstalt ins Stammbuch geschrieben.“ Dass die WWG darüber nicht nur glücklich ist, versteht sich. „Wir bauen ja auch, und da braucht es einen gewissen Eigenanteil“, so Pätz. Da man aber in den vergangenen Jahren keine Dividenden ausgeschüttet habe, stehe die WWG insgesamt gut da.

Allerdings wurde im vergangenen Jahr kräftig investiert, und daran wird sich auch in den kommenden Jahren nichts ändern. Im Gegenteil. Ganz oben steht dabei auf der Liste der Wohnpark Nord. Dort wurden bereits in einem Gebäude die sogenannten Leitungsstränge saniert – sprich die verschiedenen Wasserleitungen für Abwasser und Zuleitung erneuert. Pätz: „In den kommenden fünf Jahren werden wir da rund 1,5 bis zwei Millionen Euro investieren.“

Denn es sollen dann nicht nur die Leitungen erneuert werden, sondern die dazugehörigen Badezimmer gleich mit. Bei Wohnungen, die barrierefrei zu erreichen sind (Pätz: „Was leider in vielen Fällen nicht gegeben ist“), sollen die neuen Bäder auch behindertengerecht werden. Kofferath schätzt, dass es sich dabei um etwa 30 Wohnungen handeln dürfte. Ebenfalls auf einem guten Weg ist der Verkauf des bisherigen WWG-Gebäudes „für das es bereits einen ernsthaften Interessenten gibt“, so Pätz. Der Verkauf läuft über einen Makler, der Preis liegt bei 630.000 Euro.

Weitere laufende Projekte sind der Umbau und die Erweiterung des Kindergartens Sankt Remigius in der Altstadt, wo die WWG auf Wunsch der Stadt und kirchlicher Vertreter aktiv geworden ist. Hier liegt man laut Pätz absolut im Plan, die Eröffnung ist für Ostern 2017 vorgesehen. Ebenfalls Anfang kommenden Jahres will die WWG mit dem Bau der Flüchtlingsunterkunft an der Herresbacher Straße in Oberpleis beginnen, denn in den nächsten zwei Wochen rechnet man mit dem entsprechenden Bewilligungsbescheid. Auch seien alle Unterlagen für den Bauantrag beisammen.

Das Gebäude wird so gebaut, dass es den Anforderungen für den sozialen Wohnungsbau entspricht und damit förderfähig ist. Wie berichtet, sollen die Wohnungen später einmal als Sozialwohnungen genutzt werden. Dementsprechend werden beispielsweise schon jetzt Balkone und Aufzüge eingebaut. Pätz: „Es würde wenig Sinn machen, das nachträglich einzubauen.“ Allerdings wird es zunächst in dem Gebäude, das Platz für 80 Personen bieten soll, beispielsweise Gemeinschaftsküchen geben, „so etwas wird später dann natürlich umgebaut“, so Pätz.

Die WWG würde gerne mehr bauen. „Aber es fehlt an geeigneten Grundstücken.“ Städtische Grundstücke gebe es kaum, und die Stadt kann angesichts leerer Kassen diese auch nicht verschenken. Zwar weisen die Pläne Bauflächen aus, „aber diese Grundstücke kommen nicht auf den Markt“, so Wirtz. Sie würden für Kinder oder Enkel „aufgehoben“. Darum sei es so ärgerlich, wenn die Bezirksregierung auf vorhandene Planflächen verweise, die aber schlicht nicht verfügbar seien.

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