Kommentar : Erfolg schafft Probleme

Das hätten sich vermutlich nicht einmal die größten Befürworter einer Gesamtschule in Königswinter träumen lassen: Auch im dritten Jahr ist der Andrang an Schülern so groß, dass die Stadt wiederum einen zusätzlichen sechsten Zug bei der Bezirksregierung beantragt hat. Kein Zweifel also, die Gesamtschule in Oberpleis ist ein Erfolgsmodell.

Ein Erfolgsmodell, das allerdings mit Problemen zu kämpfen hat - gerade weil es so populär ist. Ganz banal: die räumlichen Gegebenheiten. Denn es wird eng im Schulzentrum Oberpleis. Schon im kommenden Schuljahr wird die Gesamtschule dann fast 500 Schüler haben. Hier wird sich die Stadt als Schulträger Gedanken machen müssen.

Doch dafür können Lösungen gefunden werden. Schlimmer ist jedoch: Trotz der Sechszügigkeit musste die Schulleitung bei diesem Anmeldeverfahren 23 Kinder ablehnen, und darunter werden wohl auch welche aus Königswinterer sein. Für sie gibt es innerhalb der Stadtgrenzen keine Alternativen mehr. Denn die Anmeldeverfahren an der Realschule des CJD sind längst abgeschlossen, Hauptschule und Realschule in Oberpleis nehmen keine Schüler mehr auf. Da bleibt nur noch der Sprung in eine andere Stadt.

Dass das nicht optimal ist, versteht sich von selbst. Doch was tun? Vielleicht sollten sich Verwaltung und Politik doch einmal intensiv mit dem Vorschlag der ehemaligen Realschulleiterin Käthemarie Gundelach befassen. Diese plädiert dafür, die Realschule zweizügig weiterlaufen zu lassen und so die Situation zu entschärfen. Sollte es keinen Bedarf mehr geben, kann man die Realschule immer noch auslaufen lassen.

Mehr von GA BONN