Diskussion um Zahl der Geschosse: Entscheidung über Neubauprojekt in Ittenbach vertagt

Diskussion um Zahl der Geschosse : Entscheidung über Neubauprojekt in Ittenbach vertagt

Der Ausschuss hat die Entscheidung zum Bauvorhaben in Ittenbach vertagt, Knackpunkt ist die Zahl der vorgesehenen Geschosse. Diskussionen gab es auch rund um große Bauprojekt am Sumpfweg in Niederdollendorf.

Bei der letzten Ausschusssitzung des Jahres 2017 hatten die Mitglieder des städtischen Planungs- und Umweltausschusses am Mittwochabend noch einmal zwei Dauerbrenner auf ihrer Tagesordnung abzuarbeiten: die geplante Bebauung an der Ecke Königswinterer Straße/Kantering in Ittenbach sowie den Sachstandsbericht zur Änderung des Bebauungsplans am Sumpfweg in Niederdollendorf.

Soviel vorweg: Das Bauvorhaben im Ittenbacher Ortszentrum bleibt Verwaltung und Kommunalpolitik auf der Tagesordnung erhalten. Einstimmig vertagte der Ausschuss eine Entscheidung über das veränderte Bebauungskonzept, das Investor Rolf Wilken vorgelegt hatte. Das sieht unter anderem vor, das neue Gebäude weiter von der Königswinterer Straße zurückzusetzen und so Platz für zwei Stellplatzreihen zu gewinnen, weniger Gewerbe- dafür mehr Wohneinheiten sowie zusätzlich den Bau zweier Einfamilienhäuser.

Knackpunkt ist Zahl der Geschosse

Den Knackpunkt jedoch sahen die Ausschussmitglieder in der Zahl der vorgesehen Geschosse. Statt der bisher geplanten zwei Geschosse mit Staffelgeschoss zum Kantering hin, sieht der neue Plan jetzt drei Geschosse plus Staffelgeschoss vor. Das jedoch war der Verwaltung aus städtebaulicher Sicht zu hoch. Genehmigungsfähig sei unter diesem Aspekt nur die zweigeschossige Variante. Der Meinung der Verwaltung schloss sich dem Ausschuss an: „Es ist wichtig für Ittenbach, dass da endlich etwas passiert“, sagte Joachim Hirzel (SPD). „Aber die so entstehende Schlucht zum Kantering wäre problematisch.“ Für eine „durchgängige Zweigeschossigkeit“ sprach sich Josef Griese (CDU) klar aus. „Allem anderen kann man nicht zustimmen.“

Gleichfalls im nächsten Jahr werden sich Verwaltung und Politik in Königswinter wieder mit einem hoch umstrittenen Bauvorhaben in Niederdollendorf zu beschäftigen haben. Wie berichtet, plant die Düsseldorfer Niederlassung der BPD Immobilienentwicklung, am Sumpfweg 13 Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 155 Wohneinheiten zu errichten. Der Verwaltung liegen die Bauanträge für die ersten drei Wohngebäude sowie den Bau einer Erschließungsstraße vor.

„Grundsätzlich ist diese Planung genehmigungsfähig“, sagte Anya Geider, Geschäftsbereichsleiterin Bauen und Planen. Der Investor nutze die Baufenster aus, überschreite sie aber nicht. Er habe ein Hochwasserschutzkonzept für das gesamte Areal und ein Verkehrsgutachten vorgelegt sowie das Artenschutzkonzept überarbeitet. Geider: „Es gibt keinen Anlass, die Baugenehmigung nicht zu erteilen.“

Andere Situation durch Erschließungsvertrag von 2012

In der sich anschließenden Diskussion verwiesen sowohl SPD wie Lutz Wagner (Königswinterer Wählerinitiative) auf Diskussionen mit den politischen Kontrahenten, die Jahre zurückreichten: „So ein Bebauungsplan wäre heute gar nicht mehr genehmigungsfähig“, so Wagner. Durch den Erschließungsvertrag für die Grundstücke von 2012 sei rechtlich jedoch eine andere Situation entstanden.

Werde der Bebauungsplan aufgehoben, könnten seitens des Investors Entschädigungsansprüche entstehen. Ob und in welcher Höhe das der Fall wäre, wird in diesem Jahr nicht mehr zu klären sein. „Eine Einschätzung dazu bekommen wir bis zur letzten Ratssitzung am Montag nicht hin“, sagte der Technische Dezernent Theo Krämer.

Am Donnerstag wollte die Stadt Vertretern einer Petition aus dem Jahr 2012, die sich gegen das Bauvorhaben im Bereich „Sumpfweg Süd“ richtete, die vorliegenden Bauanträge vorstellen.