Bauausschuss in Königswinter: Engere Bebauung auf dem alten Sportplatz in Ittenbach

Bauausschuss in Königswinter : Engere Bebauung auf dem alten Sportplatz in Ittenbach

Rund 300 Euro pro Quadratmeter: So viel kostet ein Grundstück in Ittenbach. Macht hochgerechnet bei 500 Quadratmetern Fläche 150.000 Euro. Ein Haus hat man da noch nicht. Der Planungs- und Umweltausschuss der Stadt Königswinter befasste sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Frage, wie sich das Gelände des alten Sportplatzes im Süden des Ortes an der Straße In der Beckersbitze möglichst sinnvoll bebauen ließe.

Nach aktueller Planung sind dort elf Einzelhäuser vorgesehen mit einer Grundstücksfläche zwischen 470 und 720 Quadratmetern. Die Verwaltung hatte auch mit Blick auf den angespannten Wohnmarkt eine engere Bebauung mit Doppel- und Reihenhäusern à 300 Quadratmetern vorgeschlagen.

Die Ausschussmitglieder gingen mit ihren Vorschlägen letztlich sogar noch ein Stück weiter und beauftragten die Verwaltung einstimmig, zu prüfen, ob sich neben den Doppelhäusern nicht zusätzlich ein Mehrfamilienhaus für etwa 80 Bewohner auf dem zur Verfügung stehenden Areal unterbringen ließe. Roman Limbach von der CDU dazu: "In Ittenbach gibt es mittlerweile eine gute Versorgung, und das Gebiet liegt am Rande der Wohnbebauung. Wir können uns an der Stelle eine mittelfristige soziale Wohnungsunterbringung vorstellen."

Angesichts der stetig wachsenden Zuweisung von Flüchtlingen und der Einschätzung der Verwaltung, dass sich diese Situation in den kommenden Jahren kaum verändern werde, müsse man jetzt schon entsprechende Weichen stellen. Ziel sei es schließlich, anerkannte Flüchtlinge in ein möglichst geregeltes Arbeitsleben zu führen. Michael Ridder von der Königswinterer Wählerinitiative (Köwi) sprach sich ebenso für die Doppelhausbebauung aus ("Das entspricht dem Bedarf.") wie Joachim Hirzel von der SPD.

Letzterer wies allerdings darauf hin, "dass man die Situation nicht verbauen darf und auf den Verkehr achten muss". Unklar ist, ob ein solches Mehrfamilienhaus an dieser Stelle möglich ist. Stadtplanerin Barbara Kinz erinnerte daran, dass die Mindestabstände zum nahen Wald von 35 Metern einzuhalten sind.

Zur Erinnerung: Die geplante Bebauung des Sportplatzgebietes - ein neuer Sportplatz soll an der Elsterother Bitze entstehen - hatte vor zwei Jahren schon einmal für Unmut in der Politik gesorgt, weil die Fläche nicht als Siedlungsgebiet ausgewiesen war; die Kölner Bezirksregierung ließ letztlich aber eine Änderung des Flächennutzungsplans zu. Das Thema Flüchtlinge beschäftigte den Ausschuss noch an anderer Stelle. An der Herresbacher Straße/Quodengarten im Osten von Oberpleis soll, wie berichtet, auf städtischem Grundstück eine Flüchtlingsunterkunft entstehen.

Dafür muss das Gebiet, das ursprünglich für eine nicht mehr notwendige Friedhofserweiterung gedacht war, als allgemeines Baugebiet ausgewiesen werden. Einer entsprechenden Änderung des Flächennutzungsplans hat der Ausschuss zugestimmt und darüber hinaus eine Deckelung der dort unterzubringenden Flüchtlinge auf höchstens 80 beschlossen; zuvor war in der Vorlage von einem Bau für bis zu 100 Menschen die Rede gewesen.

Die kürzlich vom Kreis angekaufte Paul-Moor-Schule in Oberpleis will die Stadt zwar kurzfristig zur Flüchtlingsunterkunft für rund 80 Menschen umbauen lassen, auf lange Sicht will aber die Verwaltung an der Stelle einziehen, um Mietausgaben für externe Büros einzusparen.

Zufahrt umbauen

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung des Ausschusses war der Umbau der Zu- und Abfahrten vom Parkplatz unter der Drachenbrücke zur provisorischen Baustraße. Kostenpunkt: rund 30 000 Euro. Der Umbau wird aus Sicht der Stadt Königswinter notwendig, weil die Bezirksregierung mitgeteilt hat, dass die Umgestaltung des Weges zur Drachenfelsstraße sowie des Unteren Eselsweges (Regionale 2010-Projekte) zurzeit keine Aussicht auf Förderung haben.

Die Verwaltung hält die jetzige Verkehrssituation für unsicher. Die Zufahrt von der Talstation der Drachenfelsbahn über den Küferweg wird oft von Fußgängern benutzt. Geplant ist zur Entschärfung eine Verlagerung der Einmündung mit einer Breite von 5,50 Meter. Der Planungsausschuss hat dem zugestimmt. Hauptausschuss und der Stadtrat müssen noch beraten.

Über die Planung in der Herresbacher Straße in Oberpleis informiert die Verwaltung zunächst die Bürger. Ein konkreter Termin ist nach der Sommerpause geplant.

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