Bürgerinitiative Naturschutz Siebengebirge: Ein neuer Traktor für die Pflege

Bürgerinitiative Naturschutz Siebengebirge : Ein neuer Traktor für die Pflege

Die Pflege von Streuobstwiesen ist ein mühsames Geschäft: So müssen die für viele Tier- und Pflanzenarten wertvollen Biotope regelmäßig von Brombeerranken und Wurzelschösslingen befreit werden und die Obstbäume geschnitten und gegebenenfalls neu gepflanzt werden.

Einmal im Jahr steht zudem eine ausgiebige Mahd an, meist in Handarbeit mit der Sense. Und das Ganze nicht etwa auf ebenem Gelände, sondern in steilen Hanglagen.

Gut, dass die Mitglieder der Bürgerinitiative Naturschutz Siebengebirge, die sich um die Pflege der Streuobstwiesen und Weinbergbrachen rund um Oberdollendorf kümmern, jetzt über einen neuen Traktor verfügen, der das schwierige Gelände problemlos meistert. Am Samstag wurde der feuerrote "McCormick", der speziell für die Arbeit in Steillagen geeignet ist, auf dem Aussichtsplatz "Auf der Hülle" offiziell vorgestellt, verbunden mit einem kleinen Dankeschönfest für die Sponsoren, die die Anschaffung des Spezialfahrzeugs erst ermöglicht hatten. 21.000 Euro musste der Verein für den Weinbergtraktor hinblättern, obwohl es sich um ein gebrauchtes Modell handelt.

"Der Traktor musste klein und schmal sein. Solche Spezialfahrzeuge sind nun mal sehr teuer", erläutert Vorsitzender Ignaz Schmitz. Umso glücklicher schätzt sich die Bürgerinitiative, die nächstes Jahr ihr 30-jähriges Bestehen feiert, dass die Kreissparkasse Köln, die Deutsche Telekom, die Bezirksregierung Köln sowie der dm-Markt den Löwenanteil von rund 17 500 Euro über Spenden beigesteuert haben. Rund 40 Aktive des 200 Mitglieder zählenden Vereins kümmern sich um die Pflege der insgesamt zehn Hektar großen Streuobstwiesen am Schnitzenbusch, am Dichberg und Zengeling. Der ehemalige Weinberg am Kellerberg trägt zwar keine Obstbäume, wird aber von den ehrenamtlichen Helfern von Bewuchs frei gehalten.

Außerdem ist es Aufgabe des Vereins, den Weg mitsamt der Trockenstützmauern am Weinberg in einem sicheren Zustand zu halten. Mit dem neuen Traktor können sämtliche Gerätschaften jetzt problemlos in die Hanglagen transportiert und die Arbeit in dem schwierigen Gelände sicherer und effektiver gestaltet werden.

Der kleine Trecker, der bislang im Einsatz war, soll ausgemustert werden. "Der war uralt", so Vorstandsmitglied Chris Harraß. Angestoßen wurde auf den neuen Traktor übrigens mit einem Glas Apfelwein, gekeltert aus den Früchten, die im vergangenen Jahr auf den Streuobstwiesen geerntet wurden - ein köstlicher Lohn für die Mühe, die die vielen Aktiven auf sich genommen haben.

Infos zur Bürgerinitiative im Internet unter www.naturschutz-siebengebirge.de oder telefonisch bei Ignaz Schmitz unter Tel. 02223/4381.