Taschenlampengottesdienst in Stieldorf: Ein Kindermutmachlied im Schein der Kerzen

Taschenlampengottesdienst in Stieldorf : Ein Kindermutmachlied im Schein der Kerzen

Die Kinder waren ausgerüstet wie zu einer Expedition. Aber eigentlich wollten die Mädchen und Jungen "nur" die evangelische Kirche besuchen. In dem Gotteshaus war es jedoch an diesem Abend stockfinster.

Und so war es schon sinnvoll, eine Taschenlampe dabei zu haben. Einige der Kleinen trugen sogar eine schicke Kopftaschenlampe auf der Stirn. Aber Jugendleiterin Elke Fischer und Prädikantin Christiane Bleck hatten ja auch zu einem Taschenlampengottesdienst eingeladen. Eine Premiere in der evangelischen Kirche von Stieldorf.

Die Kleinen waren dabei ziemlich aufgeregt. Wie ein Abenteuer mutete dieser Kirchenbesuch an. Monika Stamm-Mitrovska war mit ihrer dreijährigen Tochter Frida und Nichte Mia (11) gekommen. "Das ist eine tolle Idee. Die Kinder freuen sich, dabei sein zu dürfen und Teil des Ganzen bei diesem Gottesdienst zu sein." Mit der Taschenlampe war Frida schon ziemlich sicher, schließlich baut sie sich abends gern eine Höhle zu Hause. Und Mia meinte: "Ich bin sehr gespannt."

Christiane Nimtz hatte von ihrer Freundin Steffi Griesch die Information erhalten und begleitete sie und deren Sohn Max mit ihrer vierjährigen Tochter Greta. Die beiden Freunde Christian (9) und Erik (10) aus Oelinghoven waren allein unterwegs und wurden nur anschließend abgeholt. "Das ist cool. Wir haben im Schulgottesdienst von dem Taschenlampengottesdienst erfahren." Eine große Gruppe von rund 30 Mädchen und Jungen aus dem Rauschendorfer CJD-Kindergarten war mit Leiterin Bernadette Griese gekommen, die ihre Gitarre mitgebracht hatte als Begleitinstrument für die Lieder.

Zunächst warteten die Kinder, aufgeregt wispernd, draußen, um gemeinsam in die dunkle Kirche einzuziehen. Und als jeder einen Platz eingenommen hatte, bat Elke Fischer, die Lampen auszuknipsen. Die Kinder hielten den Atem an. Es war dunkel. "Als ich hierhergefahren bin, hat der liebe Gott die große Taschenlampe ausgeknipst, da ging gerade die Sonne unter", erzählte Predigerin Christiane Bleck der Gemeinde. Mit dem Friedenslicht aus Bethlehem zündete sie einige Kerzen an. Und so konnte sie auch ein Schattenspiel über David und Goliath vorführen, wozu sie mit Fischer die Figuren gefertigt hatte. "Goliath ist ein finsterer Kerl, dem möchte ich nicht begegnen, nicht im Finsteren und auch nicht in Stieldorf."

Mit Spannung verfolgten die Gottesdienstbesucher das Geschehen "auf der Bühne" und fieberten mit David mit, der zum König aufstieg. "Es ist eine Mutmachgeschichte, voller Hoffnung und Zuversicht", sagte Bleck. Und dazu passte dann auch das Kindermutmachlied im Kerzenschein zum Beleuchten der Liedtextblätter und die Fürbitte.

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