Tanztheater von Chance-Tanz auf Schloss Drachenburg: Ein fröhlicher Ringelreihen

Tanztheater von Chance-Tanz auf Schloss Drachenburg : Ein fröhlicher Ringelreihen

Die Projektgruppe Chance-Tanz aus Sankt Augustin präsentierte auf Schloss Drachenburg das Stück „K-ein Sommernachtstraum – die ganze Welt ist eine Bühne“.

Elfengleiche Wesen, ganz in Weiß gekleidet, mit märchenhaften Masken vor den Gesichtern huschten am Sonntag durch den Park von Schloss Drachenburg, trafen sich zu einem fröhlichen Ringelreihen vor dem Schlossportal, um gleich wieder wie von Geisterhand zu verschwinden und an einem anderen Ort erneut aufzutauchen, um die Zuschauer zu verzaubern.

„K-ein Sommernachtstraum – die ganze Welt ist eine Bühne“ hieß das Stück, das die Chance-Tanz- Projektgruppe Sankt Augustin an diesem Tag auf dem Schlossgelände präsentierte. Die Schauspieler: 18 Jungen und Mädchen im Alter zwischen zehn und 14 Jahren aus fünf Nationen. Seit Februar hatten sie sich unter der künstlerisch-pädagogischen Leitung von Regine Held aus Bad Honnef auf ihren Auftritt vorbereitet. Das Besondere: Bei den Akteuren handelt es sich um bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche aus Sankt Augustin.

„Die Jungen und Mädchen haben ganz großen Anteil an der Entstehung des Stückes“, erklärte Held. „Sie haben nicht nur viele Ideen eingebracht, sondern zum Beispiel auch Choreographien für die einzelnen Szenen selbst geschrieben.“

In ihrem ganz persönlichen „Sommernachtstraum“ erzählen die Kinder in Tanz, Theater und eigenen musikalischen Improvisationen von ihrem Alltag, von ihren Träumen und Wünschen, aber auch von ihrer märchenhaften Heimat, dem Siebengebirge. Beim Besuch des „Schlossleuchtens“ im März hatten die jungen Schauspieler den Park und das Gebäude von Schloss Drachenburg ausgiebig unter die Lupe genommen und konnten so die örtlichen Gegebenheiten mit in die Szenengestaltung einplanen.

Nicht einzuplanen waren indes die Wetterkapriolen: Die Generalprobe konnte aufgrund heftiger Regenschauer nur stückweise über die Bühne gehen. Immerhin hatte Petrus bei der Aufführung ein Einsehen mit den jungen Schauspielern und den vielen Zuschauern. Für Musikpädagogin Held war es nach eigenen Angaben toll zu sehen, wie im Laufe der Probenarbeit Teamgeist und Gruppengefühl entstanden, die Kinder sich zunehmend gegenseitig unterstützten und Verantwortung übernahmen. „Kultur macht eben stark“, betonte Held im Hinblick auf ein gleichnamiges Förderprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Mit an der Realisierung des Tanztheaters beteiligt waren von künstlerischer Seite Benedetta Reuter und Eveline Mürlebach, außerdem der im Januar gegründete Verein zur Vermittlung kultureller Bildung „MuTaThe“ aus Bad Honnef. Als Kooperationspartner fungierten der TV Hanglar und die Familienbildungsstätte Sankt Augustin. Für die beteiligten Kinder ist der Sommernachtstraum übrigens noch nicht beendet: Der Verein „MuTaThe“ hat bereits die Förderung für zwei neue Projekte beantragt, um junge Leute weiter durch Kultur stark machen zu können.

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