Kommentar zur Altstadt in Königswinter: Ein echter Marathon

Kommentar zur Altstadt in Königswinter : Ein echter Marathon

Zarte Pflänzchen sind in den vergangenen Jahren immer wieder in der Altstadt erblüht. Jetzt hat man den Eindruck, dass sich die positiven Nachrichten häufen. Die Zahl der netten kleinen Ladenlokale und Cafés und der aufwendig und denkmalgerecht sanierten Gebäude nimmt eindeutig zu.

Dazu zählen auch Schlüsselprojekte wie zum Beispiel der Neubau der Wirtschaftsförderungs- und Wohnungsbaugesellschaft (WWG) an der Hauptstraße 445, wo früher mal eine Brandruine stand, auch wenn man über die Fassadengestaltung sicher streiten kann. Oder die Sanierung des Königswinterer Hofes, für den die Stadt ihr Vorkaufsrecht geltend gemacht und den sie weiterveräußert hat. Ein Gewinn für die Altstadt wäre, wenn im alten Theatersaal wieder kulturelle Veranstaltungen stattfinden könnten.

An anderer Stelle muss die Stadt weiter ganz dicke Bretter bohren. Das gilt in erster Linie für das Café Europa, den größten verbliebenen Schandfleck in der Altstadt, und das benachbarte Gebäude. Ein äußerst sensibler Umgang mit der Familie des Eigentümers ist hier der einzige Weg. Sonst passiert hier auch in den kommenden Jahren nichts.

Letztlich können Stadt und die WWG ohnehin nicht mehr tun, als die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Eigentümer und Geschäftsleute investieren und nach vorne denken. Dass es dafür immer mehr gute Beispiele gibt, macht Mut, heißt aber lange noch nicht, dass das Rennen um die Zukunft der Altstadt schon gewonnen ist. Es ist beileibe nichts für Sprinter, sondern vielmehr etwas für Marathonläufer. Im Fall Königswinter gleicht es sogar eher einem Ultralangstreckenlauf.

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