Klassentreffen nach 65 Jahren in Königswinter: Ehemalige Realschüler erinnern sich an Schulzeit

Klassentreffen nach 65 Jahren in Königswinter : Ehemalige Realschüler erinnern sich an Schulzeit

Vor 65 Jahren nahmen sie ihre Abschlusszeugnisse entgegen, jetzt tauschten Ehemalige der Realschule Königswinter ihre Erinnerungen an die Schulzeit aus. Lehrer "Knubbel" und gemeinsame Streiche sind nicht vergessen.

An „Knubbel“ erinnern sich alle noch ganz genau – den etwas dicklichen Lehrer, dem man immer seine Tasche hinterhertragen musste und den keiner so richtig ernst genommen hat, den aber dennoch alle mochten. Ob „Knubbel“ noch lebt, ist fraglich – seine ehemaligen Schüler sind ebenfalls längst im Rentenalter. An ihre Realschulzeit denken sie aber auch nach 65 Jahren immer noch gerne zurück, die 17 Klassenkameraden, die 1954 ihr Abschlusszeugnis in Königswinter in Empfang genommen haben. Nun ließen sie die gute, alte Schulzeit bei einer gemeinsamen Weinprobe im Weingut Blöser am Nachmittag und einem abendlichen Essen in der „Weinmühle“ in Oberdollendorf noch einmal Revue passieren.

„Das waren ganz andere Zeiten früher, damals hatten die Schüler noch Respekt vor den Lehrern“, sagt Lorenz Sülzen, der gemeinsam mit Josef Blöser und Willi Kolter das Klassentreffen organisiert hat. Schmunzelnd zieht er die Kopie eines alten Abschlussfotos aus seiner Tasche: Ganz vorne auf dem Bild, in der ersten Reihe und zweiten Reihe, sind die Lehrer zu sehen – alle im dunklen Anzug. Die eigentlichen Hauptpersonen, die erfolgreichen Schulabsolventen, durften sich damals erst dahinter aufstellen.

Vom Lehrer gab es auch schon Mal eine Ohrfeige

Auch wenn die Lehrer Respektspersonen waren und schon mal Ohrfeigen verteilten oder mit dem Schlüsselbund nach missliebigen Schülern warfen, waren sie doch Zielpersonen so manch lustiger Streiche. „Unserem Steno-Lehrer haben wir mal das Goggomobil weggetragen“, erinnern sich die Lausejungs von einst. Und sie berichten auch über die vermeintlichen Feueralarme: „In dem alten Backsteinbau gab es Lüftungsschlitze, in die wir von außen Papier gestopft und das dann angezündet haben – vorzugsweise vor einer Klassenarbeit.“

Sechs Jahre lang haben sie zusammen in der Realschule die Schulbank gedrückt – 28 Männer und sieben Frauen. 21 stehen heute noch auf der Adressliste, nur vier konnten nicht zum Treffen kommen. Viele sind zwar ihrer Heimat treu geblieben und wohnen immer noch in der Region, so manch einen aber hat es in die Ferne gezogen. So ist Käthe Keller eigens aus Gelnhausen in der Pfalz angereist, ihre Schulkameradin Erica Vleugels aus Wetzlar.

Die Wiedersehensfreude war groß, auch wenn das letzte Klassentreffen nur zwei Jahre zurück lag. „Früher haben wir uns alle drei Jahre getroffen, mittlerweile alle zwei, weil wir ja nun mal älter werden“, sagt Vleugels. Die Frauen erinnern sich auch noch genau an die Anfangszeit in der Realschule: „Wir mussten selber die Möbel für den Unterricht mitbringen und Briketts oder Holz, um den Ofen im Klassenraum zu heizen.“ Der Schwimmunterricht wurde im gestrickten Badeanzug absolviert: „Der hat fürchterlich gekratzt.“ Doch trotz aller Entbehrungen und Unwägbarkeiten sind sich alle einig: „Es war eine schöne Zeit.“

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