Kommentar zum Personalnotstand: Echter Bauboom in Königswinter

Kommentar zum Personalnotstand : Echter Bauboom in Königswinter

Große Investitionen stehen in der Stadt Königswinter bevor, zahlreiche Bauvorhaben sind in Planung, die finanzielle Entwicklung zeigt in eine positive Richtung. Wenn da nicht das Personalproblem wäre.

Viele große Investitionen stehen im Doppelhaushalt 2019/2020. Acht Millionen Euro für das neue Hallenbad, jeweils rund drei Millionen für die neue Kita am Hallenbad und die neue Rettungswache, knapp 1,1 Millionen für den Lückenschluss beim Rheinradweg. Dazu kommen möglicherweise 1,5 Millionen in den Jahren 2020 und 2021 für eine neue Mehrzweckhalle in Stieldorf und – zumindest als Ansatz – 6,2 Millionen Euro bis zum Jahr 2023 für die alten oder ein neues Verwaltungsgebäude. In der Stadt herrscht ein regelrechter Bauboom.

Dennoch rechnet der Kämmerer nach einem Defizit im kommenden Jahr für das folgende Jahr 2020 schon wieder mit einem Überschuss. Auch danach sieht er eine positive Entwicklung. Im laufenden Jahr liegt der Überschuss nach der jüngsten Prognose ebenfalls bei fast zwei Millionen Euro. Wenn nicht zwei größere Maßnahmen ins kommende Jahr geschoben worden wären, würde das Plus sogar doppelt so hoch ausfallen.

Königswinter profitiert dabei wie die meisten anderen Kommunen von einer üppig sprudelnden Gewerbesteuer, die allein in den vergangenen fünf Jahren um fast fünf Millionen Euro gestiegen ist. Auch die Einnahmen aus der Einkommensteuer fallen immer wieder wesentlich höher aus als zunächst erwartet.

Wäre da nicht das Personalproblem. Die Verwaltung sucht händeringend Mitarbeiter, um die Vielzahl von Projekten zu stemmen. Besonders dramatisch ist die Situation im technischen Dezernat, das in diesem Bereich 44 Bauprojekte und sogar 52 Vorhaben im Bereich Stadtplanung vor der Brust hatte.

Übertroffen wird dieser Bereich aber noch von der Sportabteilung. Hier fielen die beiden Fachkräfte und zeitweise auch noch die Vertretungskraft aus. Nur unter größtem Einsatz der Kollegen konnten die dringenden täglichen Arbeiten erledigt werden. Den Sportvereinen sind die Personalprobleme der Verwaltung dabei ebenso schwierig zu vermitteln wie dem Häuslebauer, der auf die Bearbeitung seines Bauantrags lange wartet. Etwas Verständnis darf die Verwaltung aber erwarten.

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