Grundschule Ittenbach: Die Haare sind aus gekochten Nudeln

Grundschule Ittenbach : Die Haare sind aus gekochten Nudeln

Bereit für den Abflug in den Süden? Ganz schön bunte Vögel wurden in der Katholischen Grundschule Ittenbach flügge. Eine Woche lang hatten sich die Mädchen und Jungen aller sechs Klassen mit Kunst beschäftigt. Am Samstag präsentierten sie an einem Tag der Offenen Tür die Ergebnisse.

Und die Schüler der Klassen zwei und drei hatten eben hübsche Vögel gebastelt. "Wir haben die Flaschen mit Pappmaché verkleistert und noch buntes Papier darauf geklebt", erklärte die siebenjährige Evelyn. Ein angefügter Kleiderbügel ergab Flügel und Kopf. In den Flaschenbauch hatten die Kinder Kieselsteinchen gefüllt und auf dem Kopf trugen ihre Vögel Glöckchen und Kronkorken, so dass sie auch ordentlich Lärm machen konnten. "Wir haben noch eine Zwitschermaschine gebaut", berichtete Mike (7). Wie Grillhühnchen am Spieß wurden die Vögel gedreht und "zwitscherten", besser: klapperten, dabei.

Die Fantasie der kleinen Künstler erwies sich als scheinbar schier grenzenlos. So konstruierten Jana und Julia eine Aufräummaschine während dieser Kunstwoche. Lily, Till und Joel entwickelten eine Gedankenlesemaschine. Und ein Portemonnaie zum automatischen Wiederauffüllen präsentierten die Kinder auch noch. Vermutlich müssen die Schüler mit diesen Erfindungen bald in die Großproduktion gehen, die Besucher staunten jedenfalls über die Ideenvielfalt. Solch eine Gedankenlesemaschine wäre doch genial.

In einer anderen Klasse wurde das musikalische Märchen "Peter und der Wolf" analysiert. Die Kinder befassten sich mit den Figuren, den Instrumenten und der Sprache. Jeder Teilnehmer dieses Projektes fertigte selbst sein eigenes Märchenbuch an. In einer anderen Klasse, in der Erst- und Viertklässler zusammen unterrichtet werden, wurde die Schöpfungsgeschichte behandelt. Die Kinder drehten einen Film über diese sieben Tage und zeigten ihn am Tag der Offenen Tür. Und was kann alles aus Müll entstehen? Andere Kinder bauten Roboter und kreierten Müllmode.

Wer war Pablo Picasso? Die Klasse 1a/4a hatte während der Projektwoche nur ein Thema: "PP". Sie erarbeiteten mit Klassenlehrerin Nicolle Fogolin eine Biografie, die sie den Besuchern am Abschlusstag vortrugen und zeigten ihnen, dass in jedem selbst auch ein kleiner Picasso steckt. Im Klassenzimmer wurden Bilder und Bastelarbeiten ausgestellt. So hatten Kinder aus einem Eierkarton einen Frauenkopf als Skulptur geschaffen. "Ohren, Nase und Mund habe ich angemalt", sagte Berivan. "Die Haare sind aus gekochten Nudeln", erläuterte Mia. Und Lorena meinte: "Mit Erbsen haben wir Augen gemacht."

Schulleiter Markus Pilger war von seinen Schützlingen und den Dimensionen ihres künstlerischen Wirkens begeistert. Auch viele ehemalige Schüler kamen. Ebenso gingen viele künftige i-Dötzchen mit ihren Eltern durch die Schule, die an diesem Tag eher einem Kunstmuseum glich. Der Förderverein der Schule bot Kuchen und Herzhaftes an. Bäcker Blesgen hatte die Brötchen gestiftet. Der Erlös wird in ein großes Projekt fließen. 2018 soll an der Ittenbacher Grundschule erneut der Zirkus gastieren. Bis dahin sind die bunten Vögel vermutlich wieder aus dem Süden zurück.

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