Debatte über die Bebauung im Ortskern: Der Hobshof soll als Anlage erhalten bleiben

Debatte über die Bebauung im Ortskern : Der Hobshof soll als Anlage erhalten bleiben

Die Bürgerinitiative Vinxel hat eine emotionale Debatte über die Bebauung im Ortskern geführt. Streitthema: die Bebauung rund um den Hobshof. Am Ende konnten sich die Beteiligten auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen.

Der Versammlungsraum des Vinxeler Bürgervereins hat schon so manchen Zwist erlebt. Und auch bei der Versammlung der Bürgerinitiative Vinxel am Mittwochabend ging es rund. Dabei wurde nicht nur kontrovers über die geplante Bebauung rund um Hobshof und Kapellenweg diskutiert, sondern auch untereinander gestritten.

Am Ende kam man unter Ausschluss der Öffentlichkeit dennoch zusammen: Man gründete einen Arbeitskreis, in dem Vertreter aller Richtungen innerhalb der Initiative vertreten sind.

Wie berichtet, möchte der Erzbischöfliche Schulfonds, dem große Flächen an dieser Stelle gehören, dort gerne bauen – und zwar so großflächig, dass auch die Politik die vorgelegten Pläne ablehnte.

Sie möchte den bestehenden und gültigen Bebauungsplan ändern und anpassen. Die Gemeindebedarfsfläche um das Hobshofgelände soll in der gleichen Größe wie bisher im Bebauungsplan ausgewiesen erhalten werden, betont CDU-Fraktionschef Josef Griese gegenüber dem General-Anzeiger.

Die Pläne des Schulfonds hatten aber auch zur spontanen Gründung der Bürgerinitiative geführt. Teile der Initiative wollen sich „konstruktiv“ in die Planungen einbringen, „um das Schlimmste zu verhindern“. Andere plädierten auch am Mittwochabend erneut für eine generelle Ablehnung der Pläne – darunter vor allem, aber nicht nur, Anwohner des Kapellenwegs.

Was die Bürger besonders auf die Palme bringt

Beim letzten Treffen der Initiative hatten sowohl Lutz Wagner (Köwi) wie auch Griese signalisiert, den Wünschen der Bürger nach einem Workshop nachkommen zu wollen. Im Planungsausschuss – in dem weder Wagner noch Griese anwesend waren – wurde dieses Ansinnen jedoch nach einer Diskussion abgelehnt.

Roman Limbach, CDU-Chef und Mitglied im Planungsausschuss, legte in diesem Zusammenhang wert darauf klarzustellen, dass man nur den Workshop und einen Städtebaulichen Wettbewerb abgelehnt habe. „Den Wünschen der Bürger was die Bebauung und das Gemeinschaftsgelände angeht, wollen wir ja nachkommen“, so Limbach gegenüber dem GA.

CDU-Fraktionschef Josef Griese zeigte sich hingegen „überrascht“ von der Entscheidung im Planungsausschuss. „Ich hätte mir das in Anbetracht der Wichtigkeit für das Zentrum in Vinxel gut vorstellen können.“

Bürgeranträge gegen die Planungen

Bei den Mitgliedern der Initiative bleibt das Gefühl, über den Tisch gezogen worden zu sein. Daher will man nun in direkten Kontakten mit den Parteien versuchen, doch noch einen Workshop zu erreichen. Auch sonst will man weiter gegen die Planungen mobil machen, unter anderem in Bürgeranträgen. Denn: „Wir Vinxeler werden immer vernachlässigt, für uns hebt im Rat doch keiner einen Finger“, so eine Bürgerin.

Was man allerdings genau fordern will, darüber wurde zunächst engagiert diskutiert. Die einen befürworten eine Maximalablehnung, „um dann in Verhandlungen etwas erreichen zu können“. Andere hingegen warnten: „Die Stadt reibt sich die Hände, wenn ich sehe, wie wir uns hier aufführen“, so ein Teilnehmer. Ein anderer verwies auf den bestehenden Bebauungsplan: „Wir machen uns lächerlich, wenn wir sagen: Hier darf nicht gebaut werden.“ Dann nähmen weder Stadt noch Politik die Initiative ernst.

Wichtig sei – darauf konnte man sich als kleinsten gemeinsamen Nenner einigen – als Dorf mit einer Stimme zu sprechen. Bei so vielen unterschiedlichen Auffassungen keine leichte Aufgabe, doch schließlich konnten sich die Beteiligten doch noch auf eine Reihe von Zielen einigen. Und auf jeden Fall möchte man sich weiter für einen Bürgerworkshop einsetzen.

Fest steht auch, dass der Hobshof als Anlage erhalten bleibt und die massive Bebauung deutlich reduziert wird. Zudem wünscht man sich konkrete Pläne und ein Modell, das auch die topografischen Höhenunterschiede berücksichtigt. „Den derzeitigen Plänen kann man nicht viel entnehmen“, so ein Vinxeler. Der dörfliche Charakter müsse erhalten bleiben und die Stadt für eine Verbesserung der Infrastruktur sorgen.

Mehr von GA BONN