Veranstaltungsserie im September: Das Siebengebirge als Zentrum des Rheinlands

Veranstaltungsserie im September : Das Siebengebirge als Zentrum des Rheinlands

Im September wird die Region zum Schauplatz der Reihe „Stadt – Land – Fluss“ mit 80 Veranstaltungen in 23 Tagen. Der Schwerpunkt liegt im Siebengebirge.

Die Terminmappe, die Xenia Scherz bei sich hat, wird täglich ein bisschen dicker. Seit vergangenem Sommer gehört die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Biologischen Station im Rhein-Sieg-Kreis zu den Organisatoren eines Großprojekts: Unter dem Titel „Stadt – Land – Fluss“ richtet der Landschaftsverband Rheinland (LVR) alle zwei Jahre in wechselnden Regionen die Tage der rheinischen Landschaft aus. Und in diesem Jahr fiel die Wahl auf das Siebengebirge.

Rund 80 Veranstaltungen hat Scherz bislang für die Zeit zwischen dem 7. und 29. September in ihrem Terminkalender verzeichnet. Der offizielle Auftakt jedoch findet bereits eine Woche vorher statt: Am 1. September, beim „Apfelsonntag“ in Oberpleis, wird die Veranstaltungsreihe offiziell mit einem Festakt in der Pfarrkirche Sankt Pankratius eröffnet. Lesungen, Vorträge, Führungen, Ausstellungen und Exkursionen: Ziel des Projekts ist es, die Kulturlandschaft Siebengebirge in ihrer ganzen Vielfalt und auf neue, andere Art und Weise zu präsentieren. „Und das klappt natürlich nur, wenn viele Kooperationspartner mit an Bord sind“, sagt Scherz. Zahlreiche Vereine, der Naturpark Siebengebirge, das Siebengebirgsmuseum, Schulen, Kindergärten, aber auch der Botanische Garten in Bonn und der Arboretum Park Härle in Oberkassel gehören etwa zu denjenigen, die während der drei Wochen im September Aktionen sowohl für Erwachsene als auch Kinder anbieten – und zwar zumeist kostenfrei. „Wir haben das Projektgebiet bewusst als 'Landschaftsraum Siebengebirge mit seinem Sichtschatten' bezeichnet“, so die Diplom-Biologin. Heißt, nicht nur in Königswinter, Bad Honnef und Unkel, sondern auch in Sankt Augustin, Oberkassel und im „Drachenfelser Ländchen“, wie Wachtberg auch genannt wird, wird es Veranstaltungen im Rahmen von „Stadt – Land – Fluss“ geben.

Scherz ist derzeit dabei, alles zu sammeln und in Abstimmung mit dem LVR das Programm zusammenzustellen. Spätestens im Juni, so hofft sie, wird die Übersicht in gedruckter Form vorliegen und auch im Internet abrufbar sein. Einige Veranstaltungen jedoch stehen bereits jetzt fest – zum Beispiel der Schnittkursus an Obstbäumen etwa für Erwachsene, derweil die Kinder Obst ernten und selbst Saft pressen können. Ein Imkerverein bietet Führungen für gehörlose und für sehbehinderte Menschen an. An der Laurentiushütte bei Linz ist ein Märchenabend am Lagerfeuer geplant. Unter dem Titel „Pflanzen am Limit“ können Besucher im Botanischen Garten in Bonn Pflanzen aus dem Siebengebirge kennenlernen, die vom Aussterben bedroht sind und zugleich einen Blick hinter die Kulissen werfen. Um heimische Pflanzen zum Anfassen und Probieren hingegen geht es im Arboretum Park Härle, ein Schafauftrieb am Rodderberg lässt sich ebenso miterleben wie eine Vollmondwanderung oder eine Wallfahrt zum Petersberg, bei der neben dem Königswinterer Pfarrer Markus Hoitz auch der ehemalige Leiter des Siebengebirgsmuseums, Elmar Scheuren, und der Leiter der Biologischen Station im Kreis, Dieter Steinwarz, mit dabei sind. „Natur trifft auf Kirche trifft auf Historie“, sagt Scherz. „Ein spannender Dreiklang.“ Schloss Drachenburg plant ein „Fest der Sinne“, in der Nibelungenhalle gibt es eine Sagen-Lesung für Erwachsene. Wichtig ist der Biologin dabei jedoch der Hinweis, dass viele der Veranstaltungen im Naturschutzgebiet stattfinden und daher auch entsprechenden Auflagen unterliegen: „Dazu gehört, dass die Wege nicht verlassen werden dürfen und bei einigen Veranstaltungen die Teilnehmerzahl begrenzt ist.“

Martin Pflaum, für den LVR Projektleiter von „Stadt – Land – Fluss“, hat bereits einige der Veranstaltungsreihen miterlebt. „Bis in die 1970er Jahre hieß das Format 'Tage der rheinischen Landschaft“, erzählt er. Danach sei das Projekt quasi eingeschlafen, bis man ihm 2010 einen „neuen und zeitgemäßen Rahmen gegeben habe“, sagt er. Seitdem standen unter anderem der Untere Niederrhein, die Kulturlandschaft Ville westlich von Köln und Bonn sowie 2017 das Aachener Land im Mittelpunkt des Geschehens. Rund 20 000 Besucher, so schätzt Pflaum, haben vor zwei Jahren die Angebote im Großraum Aachen besucht. Nicht ganz so viele dürften es ob der Lage und der Auflagen durch den Naturschutz im Siebengebirge werden. Vom Erfolg ist Pflaum gleichwohl überzeugt: „Die Besucher erwartet ein spannendes und vielseitiges Programm.“

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