Jubelkommunion: Damals war der Pfarrer zu streng

Jubelkommunion : Damals war der Pfarrer zu streng

Kommunionjubilare feiern in Königswinterer Gemeinden und tauschen Erinnerungen aus.

Hortensien, Pralinen, Bücher, ein Rosenkranz und vielleicht sogar eine Uhr - die Geschenke, über die sich die Kommunionkinder vor 50, 60 oder 70 Jahren freuen durften, fielen längst nicht so üppig aus wie heutzutage.

Dennoch ist dieser Tag in ihrer Kindheit den insgesamt 102 Männern und Frauen, die am Wochenende in den katholischen Gemeinden Stieldorf, Oberpleis, Eudenbach, Thomasberg und Heisterbacherrott ihre Jubelkommunion feiern konnten, in ganz besonderer Erinnerung geblieben.

Festlich geschmückt sei die Kirche gewesen, man selbst natürlich furchtbar nervös, während die Eltern stolz dreingeblickt hätten. Wichtig habe man sich gefühlt, irgendwie "bedeutsam" - schließlich habe der Pfarrer am Weißen Sonntag jedes einzelne Kommunionkind persönlich besucht, so die Erinnerung.

Nicht vergessen haben die meisten allerdings auch, dass früher alles ganz schön streng gewesen sei. Und eine weitere Erkenntnis teilte zumindest so mancher der Kommunionjubilare aus Heisterbacherrott, die sich mit einem Vorbereitungsabend auf die Feier in der Kirche Sankt Judas Thaddäus eingestimmt hatten: dass man sich im Laufe der Jahre doch ein Stück weit entfremdet habe vom Glauben und von der Kirche. Der Grund war die zumeist negative Erfahrung mit Pfarrern, die als viel zu streng empfunden wurden und zu viel Druck ausübten.

Da habe sich über die Jahre viel geändert, sagte Diakon Udo Casel, der selbst vor 55 Jahren erstmals an den Tisch des Herrn geschritten war und am Sonntag gemeinsam mit Pfarrer Arnold Hatscher die festliche Messe zelebrierte: "Wer heute zum Gottesdienst kommt, kommt aus freier Entscheidung." Er freute sich, dass Christus am Sonntag - dem "Sonntag des Guten Hirten" - nicht nur die gestandenen Katholiken, sondern auch Jung und Alt zusammen an den Tisch des Herrn geführt habe: Neben den Kommunionjubilaren nahmen auch die Mädchen und Jungen, die vor vier Wochen in Heisterbacherrott ihre Erstkommunion gefeiert hatten, an der Festmesse teil.

"Mensch, so stand ich damals auch hier", mag sich manch einer der Jubilare beim Anblick der Kinder in ihren weißen Kleidern und schicken Anzügen gerührt gedacht haben. In Heisterbacherrott feierten ihre Jubelkommunion: Helmut Ehren und Wolfgang Bellinghausen (Erstkommunion vor 50 Jahren), Irmgard Beck und Hedwig Stock (60 Jahre), Mia Bierfert, Erika Kentrup, Hilarius Horn, Matthias Münz und Magdalene Kill (70 Jahre). Spontan hinzu kam eine Frau aus Hagen, die an diesem Wochenende zu Gast im Haus Schlesien war und von der Jubelkommunion erfahren hatte.

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