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Regelverstöße in Königswinter: „Corona-Anzeigen“ kommen auch von Nachbarn

Regelverstöße in Königswinter : „Corona-Anzeigen“ kommen auch von Nachbarn

Bis Ende März sind in Königswinter 90 Meldungen wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung bei der Stadtverwaltung eingegangen. Besonders schwierig ist die Situation an der Rheinallee.

90 Meldungen von Bürgern wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung sind im Zeitraum zwischen dem 20. März und 31. März bei der Stadt Königswinter eingegangen. Allein am vergangenen Samstag waren es 45. Dies berichtete die zuständige Dezernentin Heike Jüngling.

42 Anzeigen wurden wegen Menschenansammlungen, 27 wegen des Betretens der gesperrten Spielplätze und 15, weil Geschäfte nicht geschlossen waren, erstattet. Im Falle der Menschenansammlungen wurden in 27 Fällen Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

„Unser Ordnungsdienst fährt im Mehrschichtbetrieb und kontrolliert von morgens bis spätabends die Einhaltung der Schutzverordnung“, sagte Jüngling. Besonders aus dem Siebengebirge seien am Wochenende sehr viele Meldungen eingegangen. Aber auch aus den Ortschaften habe es viele Anzeigen gegeben. „Leider wird die Situation auch immer wieder zur Austragung bestehender Nachbarschaftsstreitigkeiten genutzt“, so Jüngling.

An der Rheinallee sind zu viele Bürger unterwegs

Ein großes Problem sei auch die ohnehin schwierige Situation an der Rheinallee. „Das verschärft sich zurzeit, weil noch mehr Leute dort unterwegs sind. Viele Fahrradfahrer steigen nicht ab und schlängeln sich an den Baken dicht an den Fußgängern vorbei“, berichtet Jüngling. Durch Plakate versucht die Stadt, an die Einsicht der Verkehrsteilnehmer zu appellieren. Das gilt auch für andere Orte, an denen sich die Menschen trotz der aktuellen Verordnung nicht treffen dürfen.

Der Ordnungsdienst wird aber nicht nur in solchen Fällen aktiv, sondern kontrolliert zum Beispiel auch, ob sich Quarantänefälle tatsächlich zu Hause aufhalten. Bis Donnerstagnachmittag lagen in Königswinter 38 bestätigte Corona-Infektionsfälle vor, 163 Personen mussten sich bisher in Quarantäne begeben, aktuell mussten noch 57 Personen zu Hause bleiben. Einen Todesfall hat es bisher in der Stadt noch nicht gegeben. Eine Person musste künstlich beatmetet werden, befindet sich inzwischen jedoch wieder auf der Normalstation.

Die meisten halten sich an die Regeln

Das mit rund 0,9 Infektionsfällen pro 1000 Einwohner im Vergleich mit anderen Kommunen im Kreis niedrige Niveau in ihrer Stadt sieht Jüngling als Beleg dafür, dass sich die meisten Königswinterer an die Regeln halten. Auch die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung sei riesengroß. Unterstützungsangebote werden gemeinsam mit dem Forum Ehrenamt koordiniert. „Es gibt unglaublich viele Angebote, aber gar nicht so viele Menschen, die Hilfe haben wollen“, so Jüngling. Zahlreiche Menschen würden bereits durch die Familie oder die Nachbarschaft versorgt. „Aber vielleicht werden die angebotenen Hilfen ja irgendwann noch gebraucht.“

Auch Hochzeitspaare und Angehörige, die einen lieben Menschen verloren haben, sind in besonderem Maße betroffen. In Königswinter sind Brautpaare zurzeit in ihrem besonderen Moment mit dem Standesbeamten allein. „Die Kollegen machen das sehr würde- und liebevoll“, sagt Jüngling. Bei Bedarf könne auch noch ein Dolmetscher hinzugezogen werden.

Viele Paare verlegten ihre Hochzeit aber, da sie ja anschließend auch nicht feiern könnten. Beerdigungen beschränkt die Corona-Schutzverordnung auf den engsten Familienkreis. Weder Kirchen noch Gaststätten kann die Trauergemeinde zurzeit nutzen.

Unterstützung von Stadt und Forum Ehrenamt

Die Stadt Königswinter und die Freiwilligenagentur Forum Ehrenamt haben zur Nachbarschaftshilfe und Unterstützung aufgerufen. Alle Angebote sind auf der Internetseite der Stadt unter www.koenigswinter.de und der des Forums Ehrenamts unter forum-ehrenamt.de sowie in den sozialen Medien veröffentlicht und werden ständig aktualisiert. Auch eine Liste der Geschäfte, die einen Lieferservice anbieten, ist auf den Internetseiten abrufbar.

Menschen, die die Unterstützung nutzen möchten, können sich werktags in der Zeit von 9 bis 16 Uhr beim Bürgertelefon der Stadtverwaltung unter ☏ 02244/ 8895040 oder beim Forum Ehrenamt unter ☏ 02223/923633 sowie per E-Mail an engagierte-stadt@forumehrenamt.de melden.

Auch, wer seine Hilfe anbieten möchte, sowie Vereine und Initiativen, die Angebote bereit halten, können sich unter den genannten Kontaktdaten melden.

Meldungen wegen des Verstoßes gegen die Kontaktsperre nimmt die Stadt unter ☏ 02244/8895252 entgegen.