Umsatzrückgang seit zwei Jahren: Café Dix in Königswinter öffnet seltener

Umsatzrückgang seit zwei Jahren : Café Dix in Königswinter öffnet seltener

Ab Anfang Mai ist das Café Dix an der Hauptstraße in Königswinter nur noch an den Wochenenden geöffnet. Deswegen muss Eigentümer Ulrich Fuchs nun auch personelle Konsequenzen ziehen.

Die Altstadt verliert ein weiteres gastronomisches Angebot. Ab Anfang Mai ist das Café Dix an der Hauptstraße nur noch an den Wochenenden geöffnet. Dann wird Eigentümer Ulrich Fuchs den Betrieb gemeinsam mit seiner Frau Regine und Aushilfen führen. Seinen vier Festangestellten musste er kündigen.

Das Café blickt auf eine 141-jährige Geschichte zurück. Seit 1878 war es über vier Generationen im Eigentum der Familie Dix. 1992 übernahm Ulrich Fuchs den Betrieb, in dem er zuvor schon als Angestellter mitgearbeitet hatte. Das Haus, in dem er auch wohnt, befindet sich in seinem Eigentum.

Der Konditor hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. „Seit zwei Jahren haben wir einen Umsatzrückgang und mussten handeln“, sagt er. Zwei Betriebsberater hätten ihm unabhängig voneinander geraten, nur noch an den gut laufenden Tagen zu öffnen. Und das seien der Samstag und der Sonntag. „Der Entschluss fällt mir extrem schwer, zumal ich einem Mitarbeiter kündigen musste, der seit 33 Jahren im Betrieb arbeitet. Aber es war betriebswirtschaftlich nicht mehr darstellbar“, so Fuchs.

Die Gründe für das Teil-Aus seien vielfältig. Das sei einmal die Krise des inhabergeführten Lebensmittelhandwerks, das es in der Größe von Café Dix mit 44 Innenplätzen und 45 in der Außengastronomie kaum mehr gebe. Auch bekäme das Café die Wettbewerbssituation mit der Bäckerei Rott mit angeschlossenem Café, dem Kaffee und Kontorhaus, der Patisserie Steinhöfel, vor allem aber der Backabteilung im Netto-Markt deutlich zu spüren. „Da hat sich unser Verkauf von Brot und Brötchen auf einen Schlag halbiert.“

Der Tourismus wandelt sich

Wirklich entscheidend sei aber, dass sich der Tourismus in Königswinter nachhaltig gewandelt habe. „1992 bis 2002 waren für mich goldene Jahre“, sagt Fuchs. Früher hätte die Saison 100 Tage, von Pfingsten bis zum Winzerfest, gedauert. Da habe es noch viele Gruppenreisen und Bustourismus gegeben. „Mittlerweile spielt sich der Tourismus aber nur noch an den Wochenenden ab.“ Auch die Zahl der Schiffstouristen sei rückläufig. Und Motorradfahrer, die auf ihren Touren in die Eifel früher regelmäßig im Café vorbeigeschaut hätten, kämen nicht mehr, seit auf der Rheinallee Knöllchen verteilt würden.

Die Parkplatzsituation sei überhaupt ein großes Problem. Durch das neue Parkleitsystem zum Parkplatz unter der Drachenbrücke und die missverständliche Sperrung am Bahnübergang Drachenfelsstraße würden viele Ausflügler nach einem Besuch auf dem Drachenfels oder in Schloss Drachenburg nicht mehr in die Altstadt kommen. Eine Rolle spielten auch die vielen Leerstände in der Nachbarschaft. Die Verlegung der Poststelle und die Aufgabe der Lotto-Annahmestelle würden sich ebenso wie die Schließung der Filialen von Kreissparkasse und Volksbank auswirken. Und natürlich der Schandfleck des Café Europa, das seit vielen Jahren leer steht. Hier befand sich einst das große Café Dix.

Ulrich Fuchs, der 50 Jahre alt ist, möchte seinen Beruf gerne noch eine Zeitlang ausüben. „In der Woche werde ich in Zukunft alleine in der Backstube arbeiten und meine Lieferkunden bedienen.“ Falls es irgendwann mit der Altstadt aufwärts gehen sollte, schließt er nicht aus, die Öffnungszeiten wieder zu erweitern.

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