Hobshofareal in Vinxel: Bürgerverein entwickelt eigenes Konzept

Hobshofareal in Vinxel : Bürgerverein entwickelt eigenes Konzept

Der Bürgerverein Vinxel unternimmt einen erneuten Vorstoß, das Hobshofareal als Gemeinbedarfsfläche zu erhalten. Nach der Vorstellung der Bürger soll auf dem neuen Dorfplatz eine Begegnungsstätte mit Dorfgemeinschaftshaus entstehen.

Dabei soll die alte Scheune erhalten werden, in der eine Bewirtungsstätte und ein Veranstaltungsraum vorgesehen sind.

Seine Ideen hat der Bürgerverein in einem 13-seitigen Konzeptpapier „Vinxeler Insel Am Alten Hobshof“ zusammengetragen, das bereits der Stadt und Teilen der Politik vorgestellt wurde. Rami Rabahieh, der das Konzept für den Bürgerverein erarbeitet hat, ist zuversichtlich, das Papier als politischen Antrag in die Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses am 31. Mai einbringen zu können. „Deswegen drängt die Zeit auch so“, sagt die Bürgervereinsvorsitzende Mechthild Meiling.

Das Problem ist nur, dass Eigentümer der fraglichen Fläche der Erzbischöfliche Schulfonds ist. Der möchte das ganze Areal und weitere Flächen am Kapellenweg und an der Holtorfer Straße bebauen. Sein städtebauliches Entwurfskonzept sieht vor, dass der Hobshof mit seinen Nebengebäuden abgerissen wird.

Auf dem Hobshofareal, unmittelbar an der Holtorfer Straße, sind drei zweigeschossige Mehrfamilienhäuser vorgesehen. Dahinter, in dem noch unbebauten Bereich zwischen Kapellenweg und Vinxeler Straße, sollen zwölf Doppelhäuser, vier Reihenendhäuser und zwei Reihenhäuser gebaut werden. Franz Georg Müller, Geschäftsführer des Schulfonds, hatte im Januar gegenüber dem General-Anzeiger erklärt, er würde das Hobshof-Gelände zwar gerne an die Bürgerinitiative oder den Bürgerverein veräußern, die dann dort ihre Vorstellungen von einer Gemeinbedarfsfläche verwirklichen könnten.

Bisher hapere es bei ihnen aber wohl an der Umsetzung. Hierzu hat der Bürgerverein nun jedoch konkrete Vorstellungen entwickelt. Für den Dorfplatz und die Begegnungsstätte erhofft man sich bis zu 65 Prozent an öffentlichen Fördermitteln aus dem Topf „Förderung der Integrierten Ländlichen Entwicklung“. Die restliche Summe soll durch Eigenleistung sowie durch die Stadt aufgebracht werden.

Die Betriebskosten, die Kosten für Schönheitsreparaturen sowie die Pflege der Außenbereiche will der Bürgerverein übernehmen. Der Bürgerverein beruft sich bei seinem Konzept darauf, dass das Hobshofareal im bestehenden Bebauungsplan aus den 1970er Jahren als Gemeinbedarfsfläche ausgewiesen ist. Das Gelände sei durch die privatwirtschaftliche Verpachtung jedoch zweckentfremdet worden und der Öffentlichkeit nie frei zugänglich gewesen. Dem derzeitigen Pächter hat der Schulfonds zum 31. März gekündigt. Dieser wehrt sich gegen die Kündigung. Der Rechtsstreit ist laut Pächter noch anhängig.

„Es geht hier um das Herz und die Identität von Vinxel“, sagt Rabahieh. Der Hobshof sei der Ursprung der Siedlung. „Es wäre ein Trauerspiel, wenn er überbaut werden würde.“ Vinxel sei der größte Ort im Kirchspiel Stieldorf, habe bis auf eine Kita und einen Bäcker jedoch keinerlei Infrastruktur. Bereits 2007 habe ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten die strukturellen Defizite in Vinxel aufgezeigt. „Wir brauchen einen Ort für alle, wo man hingehen kann. Unser derzeitiger Versammlungsraum ist ja ein Bunker“, sagt auch sein Vorstandskollege Wolfgang Stahl.

Für Rabahieh ist es daher auch logisch, dass die Stadt als Käufer der Fläche auftreten sollte. „Nur wenn die Stadt kauft, hat sie auch die Möglichkeit, den Gemeinbedarf und den Dorfplatz zu realisieren.“

Der Bürgerverein stellt sein Konzept in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Donnerstag, 4. Mai, um 19 Uhr im Kindergarten Löwenzahn in Vinxel vor.

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