Hobshofareal in Vinxel: Bürger wollen die Scheune erhalten

Hobshofareal in Vinxel : Bürger wollen die Scheune erhalten

Der Bürgerverein in Vinxel will aus der Scheune des Hopshofes ein Dorfgemeinschaftshaus machen und erhält für dieses Konzept eine breite Zustimmung. Auch die Politik hat sich dem Thema angenommen. Einige Fragen sind dennoch offen.

Auf gewaltiges Interesse ist die außerordentliche Mitgliederversammlung des Bürgervereins Vinxel gestoßen. Vor dem Kindergarten Löwenzahn bildete sich am Donnerstagabend eine lange Schlange. 131 Bürger, unter ihnen 88 Mitglieder des Bürgervereins, die sich in die Anwesenheitsliste eintragen mussten, wollten sich über die Initiative des Vereins für einen Dorfplatz und eine Begegnungsstätte auf dem Hobshofareal informieren.

Bei der abschließenden Abstimmung herrschte unter ihnen große Einigkeit. Bis auf drei Enthaltungen stimmten alle dafür, dass die Stadt das Konzept des Bürgervereins prüfen und das Gemeinbedarfsgrundstück erwerben soll. Nur Hobshofwirt Alexander Schöneberg, dem der Erzbischöfliche Schulfonds zum 31. März gekündigt hat, der jedoch gegen die Kündigung gerichtlich vorgeht und weiter geöffnet hat, zeigte sich enttäuscht, weil er in dem Konzept keinen Platz mehr für sich sieht.

„Wir sind noch da und werden systematisch kaputtgemacht“, meinte er. Der Bürgerverein hatte zuvor deutlich gemacht, dass die erhofften Fördermittel des Landes nur für gemeinnützige Projekte bewilligt werden. Privatwirtschaftliche geführte Unternehmen seien davon ausgeschlossen. „Wir müssen heute erst einmal den ersten Schritt tun“, sagte die Bürgervereinsvorsitzende Mechthild Meiling.

Politik nimmt Anliegen der Bürger auf

Nachdem die Vinxeler dem Konzept breite Zustimmung erteilt haben, steht in der kommenden Woche der nächste Schritt bevor. Die Politik hat sich des Anliegens der Bürger in der Zwischenzeit ebenfalls aufgenommen. „Der interfraktionelle Antrag ist fertig. Wenn es heute grünes Licht gibt, können ihn alle Fraktionen bei der Ratssitzung am Dienstag unterschreiben, so dass er dem Bürgermeister übergeben werden kann“, teilte CDU-Fraktionschef Josef Griese den Bürgern mit. Der Antrag sei zunächst einmal ein reiner Prüfauftrag.

Die Verwaltung soll das Konzept und die Fördermöglichkeiten unter die Lupe nehmen. Außerdem soll sie klären, zu welchen Konditionen das Grundstück vom Eigentümer bereitgestellt werden kann. „Wir wissen, dass der Schulfonds Investoren sucht“, meinte Griese. Ihr Interesse haben, wie berichtet, sowohl die Wirtschaftsförderungs- und Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Königswinter als auch die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft für den Rhein-Sieg-Kreis angemeldet, die dort gerne jeweils ein oder zwei Mehrfamilienhäuser errichten würden. Laut Griese gibt es einen dritten, privaten Interessenten.

Das sagt die Politik

Die Scheune als Dorfgemeinschaftshaus

Rami Rabahieh vom Vorstand des Bürgervereins hatte zu Beginn noch einmal das Konzept „Vinxeler Insel Am Alten Hobshof“ vorgestellt. Zu den vielen offenen Fragen wie die der Finanzierung und der Verkaufsbereitschaft des Eigentümers kommt auch die des Zustands der Scheune, die in den Überlegungen eine zentrale Rolle spielt. Der Bürgerverein würde sie gerne sanieren und als Dorfgemeinschaftshaus nutzen. Der Architekt David Fröde geht bei aller Zurückhaltung, weil er das Gebäude nur von außen in Augenschein nehmen konnte, davon aus, dass eine Sanierung in einem wirtschaftlich vertretbaren Rahmen machbar ist.

„Dann könnte die Scheune über die Grenzen von Vinxel hinaus ein bemerkenswertes Gebäude werden“, meinte er. Es könnte aber natürlich sein, dass etwa der Hausschwamm oder erhebliche statische Mängel bei genauerer Betrachtung gegen eine Sanierung sprechen würden. Auch hier meldete sich Schöneberg, der die Scheune mit gepachtet hat, zu Wort. „Ich habe sehr viel Geld in die Scheune gesteckt, auch in tragende Balken. Wenn ich da raus muss, werden die nicht mehr da sein“, sagte er. Ohne ihn würde auf dem gesamten Hobshofgelände heute ohnehin kein Haus mehr stehen.

Fragen der Finanzierung und Personalsuche

Wie der Bürgerverein die Betriebskosten eines Dorfgemeinschaftshauses aufbringen will, wollte eine Bürgerin wissen. Zum Beispiel durch eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge, die zurzeit bei nur 80 Cent im Monat liegen, durch Einnahmen aus Veranstaltungen und Vermietung und möglicherweise auch Bewirtung, antwortete der Vorstand. Und natürlich durch Eigenleistung bei Schönheitsreparaturen und der Pflege der Außenbereiche. Die Höhe der Eigenleistungen und der Betriebskosten sei ebenfalls Gegenstand des Prüfauftrags.

Dagmar Ziegner, Bürgervereinsvorsitzende in Rauschendorf-Scheuren, sah denn auch weniger ein finanzielles Problem auf die Vinxeler zukommen. „Sie werden sich wundern, was Sie für Spenden generieren können, wenn Sie es vernünftig aufziehen. Vinxel ist ein reiches Dorf.“ Sie hält es aber für schwierig, Personal zu finden. „Ich habe Achtung vor dem Bürgerverein, der sich das zutraut. Da müssen alle Vereine im Ort mithelfen“, meinte sie.

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