Geplante Bebauung: Bürger sind mit den Plänen für Oelbergringweg in Ittenbach unzufrieden

Geplante Bebauung : Bürger sind mit den Plänen für Oelbergringweg in Ittenbach unzufrieden

Viele Bürger sind mit der geplanten Bebauung am Oelbergringweg in Ittenbach immer noch nicht zufrieden. Das Interesse bei einer Bürgerinformationsveranstaltung war groß.

Die Stuhlreihen in der Mensa der Grundschule Ittenbach waren bereits geraume Zeit vor Beginn der zweiten Bürgerinformationsveranstaltung zum Stand des Bebauungsplanverfahrens "Ehemaliges Hotel im Hagen/Oelbergringweg" komplett belegt. Das Interesse der Anwohner und Bürger war groß.

Auf dem Podium begrüßten Cornelia Gamm und Barbara Kinz vom Fachbereich Planen und Bauen der Stadt Königswinter sowie die Architekten Lars Oliver Grobe und Erika Grobe-Kunz, verantwortlich für die Gebäudeplanungen, die Bürger. "Es hat sich viel geändert", meinte Grobe. Doch zahlreiche Anwesende machten bereits zum Auftakt keinen Hehl aus ihrer ablehnenden Haltung gegen den aus ihrer Sicht massiven Eingriff am Rande des Naturschutzgebietes Siebengebirge.

Hotel soll verschwinden

Rückblick: Geplant waren ursprünglich 17 Wohneinheiten in fünf Einfamilienhäusern und drei Mehrfamilienhäusern, die wiederum als zusammenhängender Komplex mit begrünten Treppenhäusern miteinander in Verbindung stehen sollten. Das Hotel im Hagen soll abgerissen und durch ein kleineres Hotel ersetzt werden.Die überarbeitete Planung sieht nun eine Bebauung mit sechs Einfamilienhäusern und drei Zweifamilienhäusern und weiterhin einem kleinen Hotel vor. Es soll nur in zwei statt bislang in drei Baureihen gebaut werden. Zwei Grünflächen sind vorgesehen. Die eine Fläche wird abgezäunt und als reine Ausgleichsfläche angelegt, die andere kann möbliert werden etwa mit Ruhebänken, Teichanlagen oder anderen passenden Außenanlagen.

"Insgesamt war es uns wichtig, Konflikte auf zu lösen, die sich links und rechts der geplanten Bebauung ergeben können", erklärte Grobe. So sei die ursprüngliche als Block empfundene Bebauung der Mehrfamilienhäuser aufgebrochen worden. "Jetzt kann man zwischen den Häusern hindurch auf die Landschaft schauen", so der Architekt.Die Besucher der Veranstaltung hielten sich mit den unterschiedlichsten Kritikpunkten nicht zurück.

Unmut bei den Bürgern wegen Vorgartenflächen

Insbesondere zur Baustellenplanung mit der Verkehrsführung der Baustellenfahrzeuge, zum Ablauf der Bauphase mit "viel Dreck und Lärm" und zur Verbreiterung anliegender Straßen, die zum Teil nur mit einem Verkauf der Vorgartenflächen einiger Anwohner möglich ist, kamen zahlreiche kritische Fragen.

"Die Kommune hat die Aufgabe, die Interessen der Bürger zu schützen", wandten sich zahlreiche Teilnehmer immer wieder an Cornelia Gamm. "Die Stadt lässt sich vor den Karren eines Investors spannen", hieß es weiter. "Andere Bürger wollen auch wohnen", entgegnete Gamm. Indes nähme die Verwaltung die Einwände ernst. Bis zum 2. Dezember könnten auch noch schriftliche Einwände eingereicht werden.

"Die geplante Bebauung ist geschichtslos", merkte ein weiterer Bürger an. Das Ortsbildprägende rund um den Oelbergringweg würde massiv zerstört. Zudem werde der Umgebungsschutz unmittelbar am Naturschutzgebiet missachtet. Ein anderer Bürger fürchtet einen Präzedenzfall. Würde man an dem Standort die kompakte Bebauung zulassen, wären auch künftig auf noch freien Grundstücken solche "Betonbunker" möglich. "Finden Sie einen Konsens", wandte sich ein Bürger an das Podium. Sonst würden die Bürger nicht davor zurückschrecken, vor das Oberverwaltungsgericht in Münster zu ziehen.