Hinter den Kulissen der Drachenfelsbahn: Besuchstag in der Werkstatt der Zahnradbahn kam gut an

Hinter den Kulissen der Drachenfelsbahn : Besuchstag in der Werkstatt der Zahnradbahn kam gut an

Einblicke in die Werkstatt von Deutschlands ältester Zahnradbahn bekamen Interessierte am Siebengebirgstag. Sie staunten nicht nur über technische Daten.

Achtung, Helm auf! Wer bei der Besichtigung der Werkstatt der Drachenfelsbahn, der ältesten Zahnradbahn Deutschlands, dem Fahrzeug so richtig auf den Zahn fühlen wollte, wurde fast so gut gerüstet wie einst die Ritter vom Drachenfels.

Gleich mehrere Rundgänge durch das Herz der 1883 eröffneten Bahn führte der stellvertretende Betriebsleiter, Thomas Scharf, durch. Diese Attraktion gehörte zum Siebengebirgstag des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge (VVS).

Und wer nach dem Technik-Exkurs zum Drachenfels hinauffuhr, konnte von dort aus bequem zum Forsthaus Lohrberg wandern. Auch Manfred Stützer aus Ittenbach ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und hatte sich zur Werkstattbesichtigung angemeldet.

Viele Details interessierten den Ingenieur. „Ich habe noch nie an solch einer Führung teilgenommen und bin beeindruckt, auch vom Wissen unseres Werkstattführers.“ Auch eine junge Familie mit drei Kindern im Alter von ein bis sieben Jahren verfolgte die Erläuterungen.

Nur eine Firma kann die Triebwagen warten

„Es ist faszinierend, wie wenig anfällig die Bahn ist. Ich hatte geglaubt, dass die Zahnräder viel schneller ersetzt werden müssen. Aber sie halten 15 bis 30 Jahre“, sagte der Vater. Und sein älterer Sohn staunte über Achsen und Kompressoren.

Während zwei Doppelzüge auf der 1520 Meter langen Strecke fuhren, stand der fünfte Wagen in der Werkstatt hinter dem Talbahnhof zur Besichtigung bereit. Im Jahr 2000 wurden die Triebfahrzeuge, die aus den 50er Jahren stammen, von der Schweizer Firma Stadler generalüberholt, wozu auch die Erneuerung der Bremssysteme gehörte.

Laut Scharf ist die Firma die einzige, die noch Zahnradbahnen baut. Als in den 50er Jahren von Dampf auf Elektro umgestellt wurde, waren die Wagen nach einem Prototypen gefertigt worden.

Die Besucher wurden auch mit Zahlen gefüttert, etwa dass die Spurweite 1000 Millimeter beträgt, die Zahnteilung 100 Millimeter und die Antriebsleistung 175 Kilowatt. Und im Kapitel Historie beeindruckte noch etwas: Im November 1882 war Baubeginn, am 17. Juli 1883 Eröffnung. Gekostet hat das damals 617.000 Mark, was heute 6,1 Millionen Euro entspricht.

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