Zeitreise in das 19. Jahrhundert: Besonderer Weihnachtsmarkt lockt auf Schloss Drachenburg

Zeitreise in das 19. Jahrhundert : Besonderer Weihnachtsmarkt lockt auf Schloss Drachenburg

Seit Samstag ist der Weihnachtsmarkt auf Schloss Drachenburg eröffnet - dabei handelt es sich nicht um einen gewöhnlichen Markt. Besucher der „Einzigartigen Weihnachtszeit“ begeben sich auf eine Zeitreise in das 19. Jahrhundert.

Fröhliche Weihnachten!“, rief Ebenezer Scrooge, „fröhliche Weihnachten!“ Und bei jedem Wunsch drückte der geläuterte Geizkragen und Blutsauger aus der berühmten Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens Besuchern der „Einzigartigen Weihnachtszeit“ auf Schloss Drachenburg eine Mandarine aus seinem großen Korb in die Hand. Ja, aber nicht nur zwischen Vorburg und Schloss an der „Charles Dickens Lane“, wo ein Ensemble die Geschichte um den Geldverleiher Scrooge aufführte, kam das Publikum ordentlich in Weihnachtsstimmung. Rund um das Schloss und in den Räumen weihnachtete es sehr – überall Lichter, Glühweinduft und Hütten, in denen es Speisen, Getränke und Kunsthandwerk zu kaufen gab. Und als sich in der blauen Stunde bei einbrechender Dämmerung das illuminierte Schloss durch seine Farbenpracht immer stärker in Szene setzte und später im Dunkeln weithin bonbonfarben leuchtete, wurde es so richtig romantisch am Berg.

„Wir haben rund zweieinhalbtausend Fahrgäste allein mit der Drachenfelsbahn nach oben transportiert“, sagte Klaus Hacker, Vorstand der Bergbahnen AG, am Abend des ersten Tages. Perfekt organisiert: In der Talstation unterhielten Musiker das Publikum, das auf die Abfahrt zum Schloss wartete. Nicht zuletzt das Traumwetter hatte dem Weihnachtsspektakel, das an allen vier Adventswochenenden stattfindet, einen fantastischen Auftakt beschert. Ähnlich viele Besucher nutzten die Gunst des Wetters auch, um zu Fuß zum Schloss zu gelangen.

Dort gab es so viel zu schauen, zu schmausen, zu schnuppern … Da war die Schauspieltruppe, die mit Eduard Jäger als Ebenezer Scrooge, Pascal Peeters als Bob Cratchit, Hannah Beßler als Geist der gegenwärtigen Weihnacht, Eva-Maria Boyer als Nichte Margaret, Fynn (11) als Tiny Tim und die neunjährige Emma als Krämerstochter Polly diesen Klassiker der Literatur, der 40 Jahre vor dem Bau des Schlosses am Drachenfels erstmals veröffentlicht wurde, zum Verweilen schön aufführte. Und nach dem Auftritt nutzten viele Zuschauer die hübsche Theaterkulisse für Selfies und Fotos ihrer Lieben. Und auch Gespräche mit den Dickens-Gestalten waren auf dem Schlossgelände möglich.

An der „Charles Dickens Lane“ standen typische Teile der Zeit vom Schleifstein über Wagenräder bis zu Weinfässern sowie eine Bühne vor dem Schlossportal, auf der Musiker und Sänger im Stil des 19. Jahrhunderts musizierten und sangen. Die Dickens-Geschichte war als Hörspiel zu hören.

Und auf der Venus-Terrasse war sowieso alles wie vor 150 Jahren, ebenfalls in Szene gesetzt von Veranstaltungsmanager Ralf Winterhoff. Entertainer Harry Rischar ging dort in einem Zelt mit den Besuchern auf eine Reise – in 80 Tagen um die Welt oder mimte den Jakob Grimm. Auf der Terrasse stand eine alte Apotheke, es gab in Buden Drachenglutwein und Bratapfelsaft und in der „Finest Soup Kitchen“ eine wärmende Suppe. Weinfässer dienten als Tische.

„Europas älteste Kuriositäten-Show“

Neben dem Nordturm war Gelegenheit, um zu speisen, aber dort war auch „Europas älteste Kuriositäten-Show“ zu entdecken. Hereinspaziert – hier gab’s die Frau ohne Kopf und Madame Afrana, die Geburtsdaten oder Charaktereigenschaften der Besucher nennen konnte. Staunen, als das Datum übereinstimmte mit dem Personalausweis. Und am Ausgang konnten sich die Besucher auch noch ein Horoskop aushändigen lassen – nach Vorzeigen der linken Hand. „Ich bin beeindruckt“, meinte Sabine Zickermann aus Troisdorf, nicht nur von Madame, sondern auch von der einzigartigen Weihnachtszeit auf Schloss Drachenburg.

Im Schlossgebäude herrschte ebenfalls Andrang. Dort präsentierte das Möbelhaus Heider in der Kunsthalle in schönster vorweihnachtlicher Atmosphäre ausgewählte Wohn- und Geschenkideen. Und etliche nutzten die Chance, Weihnachtsgeschenke zu erstehen, hier oder auch draußen an den Buden, die von Honnefs Martinimarktmacher Jürgen Kutter organisiert waren. An den Ständen gab es auch Gelegenheit, sich zu stärken und mit Freunden zur Einstimmung auf die Weihnachtszeit Glühwein zu trinken, während die Pänz auf dem historischen Karussell Spaß hatten. Charles Dickens würde glatt ein neues Weihnachtsmärchen aus der Feder fließen.

An den nächsten drei Adventswochenenden findet die „Einzigartige Weihnachtszeit“ auf Schloss Drachenburg immer samstags von 12 bis 21 und sonntags von 12 bis 20 Uhr statt. Es sind Kombitickets erhältlich, die Eintritt und Fahrt mit der Drachenfelsbahn beinhalten. Mehr Bilder gibt es hier.