Männerchor Quirrenbach feiert Jubiläum: Begeisterung vom ersten Takt bis zur letzten Note

Männerchor Quirrenbach feiert Jubiläum : Begeisterung vom ersten Takt bis zur letzten Note

Aller guten Dinge sind drei - und deshalb hat der Männerchor (MC) Quirrenbach seinen 110. Geburtstag auch gleich mehrfach gebührend gefeiert. Mit einem Jubiläumskonzert feiert der Chor sein Bestehen.

Nach einer Schiffstour auf dem Rhein und einem "Freundschaftssingen" mit fünf Chören im August stand nun zum Abschluss die krönende Nummer drei auf dem Programm: das Jubiläumskonzert am Sonntag im Gasthaus zum Siebengebirge in Eudenbach, das die singenden Männer allerdings nicht alleine bestritten.

Vielmehr hatte man sich mit dem Schedrik-Chor des Gymnasiums am Oelberg in Oberpleis, der ebenfalls unter Leitung von Pavel Brochin steht, jugendliche Verstärkung mit ins Boot geholt. "Ich finde, das ist doch ein toller Kontrast: wir lebenserfahrenen Sänger auf der einen, die jungen Stimmen auf der anderen Seite", so MC-Vorsitzender Josef Göbel augenzwinkernd.

Besonders freuten sich die Chormitglieder darüber, wie bereits beim Konzert vor fünf Wochen wieder vor ausverkauftem Haus singen zu können - was sicherlich für das Können der insgesamt 26 Sänger spricht. Dass der Quirrenbacher Chor - übrigens der älteste Verein im Oberhau - ein ganz besonderer ist, konnte auch Musikdirektor Kurt Bruno Wirtz nur bestätigen.

Der Ehrengast beim Konzert am Sonntag hatte den Chor von 1962 bis 1976 dirigiert und in seinem Glückwunschschreiben ein ganz besonderes Talent der Sänger hervorgehoben: "Nie mehr habe ich einen solchen Chor angetroffen mit dem Arbeitseifer und der Disziplin, obwohl unter jedem Stuhl der Sänger ein Bierglas stand - gefüllt."

Für das Konzert hatten beide Chöre ein kurzweiliges und abwechslungsreiches Programm mit deutschen und internationalen Volksliedern und Folklore zusammengestellt, das die Zuhörer rund um die Welt führte. So präsentierte der Schedrik-Chor unter anderem ein nigerianisches Lied, unternahm mit "Spring me little water" eine Stippvisite in Amerika, um schließlich mit "Ngana" in Australien Halt zu machen.

Der Männerchor wiederum hatte unter anderem eigens für das Konzert das jiddische Volkslied "Und als der Rebe singt" sowie einen estnischen Hochzeitstanz ins Repertoire aufgenommen. Ebenfalls neu einstudiert worden war das Stück "Der Wanderer", komponiert von dem zeitgenössischen Chorleiter Gerd Song aus dem Bergischen Land.

Das Loblied auf die Schönheit der Welt, das in der heutigen schnelllebigen Zeit zum Nachdenken anregt, war ein Höhepunkt gleich zum Auftakt des Konzerts.

Ansteckenden Frohsinn und Lebensfreude verbreitete indes das jiddische Volkslied, bevor es dann mit "Du hast mich angelogen" geradezu dramatisch wurde: Das Stück aus der Ukraine, das Pavel Brochin für den Chor gesetzt und ins Deutsche übertragen hatte, erzählt die Geschichte eines von seiner Angebeteten schnöde im Stich gelassenen und deshalb frustrierten Verehrers.

Doch ganz gleich ob fröhlich, nachdenklich oder spannungsgeladen: Beiden Chören gelang es vom ersten Takt bis zur letzten Note, das Publikum zu begeistern und mitzureißen. Anhaltender Beifall belohnte am Ende alle Sänger, die jungen wie auch die lebenserfahrenen.

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