Freie Fläche am Sumpfweg: Bauprojekt mit 13 Gebäuden in Königswinter geplant

Freie Fläche am Sumpfweg : Bauprojekt mit 13 Gebäuden in Königswinter geplant

Auf einer der letzten freien Flächen am Rhein in Königswinter sind 13 Gebäude mit insgesamt 155 Wohnungen geplant. Bürger äußern sich kritisch zu dem Projekt.

Es ist eines der umstrittensten Bauprojekte in Königswinter. Doch im kommenden Jahr wird am Sumpfweg in Niederdollendorf nun wohl doch gebaut werden. Der Stadt liegen Bauanträge für drei Wohngebäude und den Bau einer Erschließungsstraße vor. Die Verwaltung nennt diese genehmigungsfähig.

„Wenn die Baugenehmigung und der Erschließungsvertrag vorliegen, gehen wir davon aus, dass wir im Juli oder August 2018 mit dem Hochbau beginnen können“, sagte Gerald Darkow vom Projektentwickler, der Düsseldorfer Niederlassung der BPD Immobilienentwicklung GmbH, die zur niederländischen Rabobank gehört, am Freitag dem General-Anzeiger. Zuvor müsse ein provisorischer Wendehammer an der Johannes-Albers-Allee, von dem aus das gesamte Gebiet erschlossen wird, gebaut und eine der Hauptentwässerungsleitungen verlegt werden.

Gegenüber den anfangs geplanten 15 Mehrfamilienhäusern mit 166 Wohnungen hat es eine geringfügige Reduzierung auf insgesamt 13 Gebäude mit rund 155 Wohneinheiten gegeben. Die Bebauung soll in mehreren Abschnitten erfolgen.

Investitionen von rund 60 Millionen Euro

In den drei zunächst beantragten Mehrfamilienhäusern mit Flachdach, jeweils drei Vollgeschossen sowie teilweise einem Staffelgeschoss entstehen 37 neue Eigentumswohnungen mit einer Größe zwischen 66 und 140 Quadratmetern. Die größeren Wohnungen liegen auf der Rheinseite. Mit der Vermarktung soll erst begonnen werden, wenn die Baugenehmigung vorliegt und fest steht, dass es keine Anfechtungen gibt, voraussichtlich im Frühsommer.

Darkow rechnet mit einer Gesamtbauzeit von etwa vier Jahren. Das Gesamtvolumen der Investition betrage rund 60 Millionen Euro. „Wir sind in der glücklichen Situation, dass wir so viel Durchhaltevermögen haben können“, sagt er. Weil für das Gebiet ein alter Bebauungsplan existiert habe, der von einer gänzlich anderen Rechtslage ausgegangen sei, habe sich der Planungs- und Genehmigungsprozess so lange hingezogen, um zu einem rechtssicheren Verfahrensstand zu kommen.

Oberirdische und unterirdische Parkplätze

Vor fünf Jahren, im Dezember 2012, hatte das Thema zuletzt die Kommunalpolitik beschäftigt. Damals ging es um den Erschließungsvertrag für die Grundstücke im Bereich des Bebauungsplans „Sumpfweg Süd“. Ein Jahr zuvor, im November 2011, hatte der Planungs- und Umweltausschuss über das damalige Bebauungskonzept beraten. Damals ging man noch davon aus, dass der Investor einen straßenbegleitenden Gehweg an der Hauptstraße herstellen müsse. Nachdem dieser jedoch die Absicht aufgegeben hat, die Bebauung von der Hauptstraße aus vorzunehmen, ist dies nicht mehr erforderlich.

Der Haupt-, Personal- und Finanzausschuss soll nun bei seiner Sitzung am Montag, 11. Dezember, die Verwaltung ermächtigen, den Erschließungsvertrag mit dem Investor abzuschließen, der eine der Voraussetzungen für die Baugenehmigung ist. Das gesamte Baugrundstück soll nun vom Wendehammer an der Johannes-Albers-Allee und über Privatstraßen erschlossen werden.

Reaktionen von Bürgern

Die erforderlichen Parkplätze werden durch insgesamt 202 Stellplätze in mehreren, überwiegend separaten Tiefgaragen sowie durch 81 oberirdische Stellplätze nachgewiesen. Die Tiefgaragen sollen – entgegen der früheren Planung – bei Hochwasser geflutet werden. Die beiden Zufahrten von der Hauptstraße stehen nur bei Hochwasser oder im Rettungsfall zur Verfügung und sind sonst mit Pollern abgesperrt.

Vorhaben ist planungsrechtlich zulässig

Die Bauvorhaben sind nach Einschätzung der Verwaltung planungsrechtlich zulässig. „Die behördlichen Genehmigungen liegen vor oder sind in Aussicht gestellt“, sagt der Technische Dezernent Theo Krämer. Der Investor hat einen landschaftspflegerischen Begleitplan sowie ein überarbeitetes Artenschutzgutachten, ein Verkehrsgutachten und ein Hochwasserschutzkonzept erstellen lassen.

Vor fünf Jahren hatten Anwohner und andere Bürger massive Kritik an der geplanten Bebauung geäußert. Auch jetzt gibt es zum Teil wieder heftige Reaktionen (siehe Kasten). 2012 hatte eine Interessengemeinschaft den Petitionsausschuss des Landtages angerufen, weil sie die massive Bebauung einer im Überschwemmungsgebiet des Rheins liegenden Kulturlandschaft verhindern wollte. Im April 2014 hatte es eine Ortsbegehung gegeben. Die Stadt möchte die Vertreter der Petition in der kommenden Woche über die neue Planung informieren.

Mehr von GA BONN