40.000 Lebensmittel-Tüten: Awo feiert zehn Jahre Tafel Königswinter

40.000 Lebensmittel-Tüten : Awo feiert zehn Jahre Tafel Königswinter

Mit einem Fest feiert die Arbeiterwohlfahrt das zehnjährige Bestehen der Tafel in Königswinter. Die Stadt hat Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Domizil zugesagt.

Alle waren sie eingeladen zum zehnjährigen Bestehen der Königswinterer Tafel. „Spender, Kunden, Ehemalige und Politiker sollen alle mit uns feiern“, sagte Peter Sieler vom Kreisverband Rhein-Sieg der Arbeiterwohlfahrt (Awo), der Trägerin der Tafel. Es herrschte Feststimmung in den Räumen der Einrichtung am Küferweg.

Grußworte kamen vom Awo-Kreisvorsitzenden Heinz-Willi Schäfer, von Hannelore Sander, Vorsitzende der Awo Königswinter, und Heinz-Willi Gelhausen, Mitglied im Leitungsteam der Tafel. Bürgermeister Peter Wirtz nahm Bezug auf den geplanten Abriss des Tafelgebäudes, der in den kommenden zwei Jahren erfolgen soll. Das Haus, in dem ehemals ein Kindergarten beherbergt war und in dem die Tafel seit sieben Jahren untergebracht ist, muss einer Straße weichen. Wirtz versprach, die Stadt werde bei der Suche nach einer neuen Unterkunft helfen.

Aktuell sorgen 35 Mitarbeiter dafür, dass der Tafelbetrieb funktioniert. In den vergangenen zehn Jahren gab es 460 Ausgabetage, an denen rund 40.000 Taschen mit frischen und lagerfähigen Lebensmitteln gefüllt wurden. Unterstützt werden derzeit rund 100 Haushalte. „Das entspricht etwa 200 bis 250 Kunden“, erklärte Sieler. Als die Einrichtung 2009 an den Start ging, waren es 56 Haushalte mit 115 Personen.

Viele Privatspender

Bis 2018 leiteten Mechthild Blömer und Hanna Bartel die Tafel, dann übernahm das aktuelle Viererteam mit Gelhausen, Ingrid Saffé, Erhard Peters und Norbert Mischke. Mangel an Waren zur Ausgabe herrsche nicht, so Sieler. Mittlerweile gäbe es auch zahlreiche Privatspender, die sich erkundigten, was gebraucht würde, und dies gezielt besorgen. „Die Spendenbereitschaft ist groß.“ Im Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre fehlte natürlich auch jener 6. Mai 2015 nicht, an dem sich den zur Warenausgabe eintreffenden Ehrenamtlichen morgens ein Bild der Verwüstung bot.

Regale waren zerstört, Lebensmittel auf dem Boden verteilt worden. In den Räumen hatten die Täter den Feuerlöscher-Inhalt versprüht und zu allem Übel alles unter Wasser gesetzt. Insgesamt sieben Monate lang musste die Einrichtung geschlossen bleiben. Für die Kunden bedeutete das große Not. Und dank zahlreicher Spenden und eigener Mittel der Awo konnten die Räume umfassend renoviert werden. Ein jugendlicher Intensivtäter und später auch dessen Vater wurden für die Tat verurteilt.

Nun sind die Mitarbeiter gespannt, wie es in Zukunft in einem anderen Gebäude weitergehen kann. Die Stimmung steht nach Aussage des Leitungsteams auf Zuversicht. „Wir fühlen uns getragen von der Stadt und der Bevölkerung“, lautete die einhellige Meinung.