Weihbischof Ansgar Puff feiert in der Chorruine "Miteinander in Heisterbach": Aufruf zur Hingabe

Weihbischof Ansgar Puff feiert in der Chorruine "Miteinander in Heisterbach" : Aufruf zur Hingabe

Diese Messe an Christi Himmelfahrt war auch für Weihbischof Ansgar Puff etwas Besonderes. Das "Miteinander in Heisterbach" dürfte in ihm einige Kindheitserinnerungen geweckt haben - nicht weit vom Klostergelände entfernt, am Stenzelberg, kletterte er gern bei Familienausflügen herum.

Dort hatte die Abtei einst einen Steinbruch. Und das Latit-Gestein nutzten die Zisterzienser auch beim Bau ihrer Kirche. Vor der Chorruine dieses einstigen Gotteshauses hatten sich die Gläubigen aus ganz Königswinter zur Messe versammelt - mit Weihbischof Puff, der nach der Visitation in der Pfarreiengemeinschaft Königswinter-Tal derzeit die Pfarreiengemeinschaft Königswinter Am Oelberg unter die Lupe nimmt.

Geistliche aus beiden Bereichen zogen mit Ansgar Puff in ihrer Mitte feierlich zum Altar in der Chorruine, während Kantor Peter Höller am Keyboard spielte. "Ich freue mich sehr, dass ich heute mit beiden Seelsorgebereichen Königswinters hier diese Messe feiern darf", versicherte Hauptzelebrant Puff.

Kürzlich habe er die Meinung gehört, Menschen seien lediglich DNA mit Verfallsdatum, mit dessen Ablauf sie ins Nichts zerfallen würden. Puff zitierte indes die Bläck Fööss: "Ich froch mich, wie weed et em Himmel?" Seine Antwort: "Da ist einer, der für uns betet, der alles für uns vorbereitet."

Die Predigt hielt Markus Hoitz, der leitende Pfarrer Am Oelberg, mit dem Puff 1987 zusammen zum Priester geweiht worden war. Er wies zum Auftakt auf die Jubiläen dieses Jahres hin: 50 Jahre neue Stadt Königswinter, 26 Jahre ("das haben wir um ein Jahr verpasst") Pfarreiengemeinschaft Königswinter-Tal, 25 Jahre Bausteine für das Leben und zehn Jahre Pfarreiengemeinschaft Am Oelberg.

Hoitz: "Jubiläen haben manchmal einen schalen Beigeschmack. Aber es kommt darauf an, fröhlich zu feiern, ohne die Vergangenheit zu beschönigen. Die Vergangenheit können wir nicht verlieren, wohl aber die Zukunft verpassen."

Und: "Wir feiern Himmelfahrt - wir feiern das Weggehen und das Wiederkommen, zu richten die Lebenden und die Toten." Was es eigentlich mit diesem Richten auf sich habe, fragte Hoitz. In seiner Erläuterung weckte er das Bild des Schmiedes, der "das Eisen richtet, ihm die Form gibt, die er haben will. Insofern ist Richten die Vollendung der Schöpfung".

Bei allen Fehlern, die Menschen machen, "sind wir berufen, an der Vollendung der Schöpfung mitzuwirken". Und führte weiter aus: "Wer sich für den anderen hingibt, macht deutlich, es geht ihm um das Glück des anderen." Hingabe wagen und etwas riskieren, hier auf Erden, wo es genug zu tun gebe, lautete sein Credo.

Hoitz rief die Besucher auf: "Schaut auf eure Lebensräume, wagt die Hingabe, dann werden alle die Schöpfung Gottes zu spüren bekommen." Die Zuhörer applaudierten ihm. Und Weihbischof Puff betonte: "Wie gut das ist, als Bischof mal zuhören zu dürfen."

Worauf Hoitz flachste: "Ich habe nicht so häufig Gelegenheit, dem Bischof den Marsch zu blasen." Puff entgegnete fröhlich: "Du hast ja auch diesmal deine Tuba nicht dabei!"

Der Weihbischof segnete die Besucher, die dann bei Kaffee und Kuchen, angeboten vom Verein Bausteine für das Leben, gerne noch verweilten. Oder bei Getränken, die der Jugendausschuss zugunsten der Arbeit von Pater Bin in Vietnam ausschenkte.